Tecsun PL-660: Kurzwellen-Radio für 138 €

Die Tecsun PL-660 empfängt Flugfunk, Kurz-, Mittel- und Langwelle für ca. 138 €. Einschränkungen: elektrische Störungen und keine Sendemöglichkeit ohne Lizenz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tecsun PL-660: Das Radio, das Flugzeuge, Schiffe und Nordkorea hört

Es gibt ein Gerät für 138 Euro, das Flugfunk, Kurzwelle, Mittelwelle, Langwelle und UKW empfängt. Es heißt Tecsun PL-660 und ist in der Prepper-Szene seit Jahren das Standardgerät, wenn man mehr als nur lokale Sender hören will. Der Reiz liegt nicht im UKW-Bereich, sondern bei den 1.711 bis 29.999 kHz, wo von Voice of Korea bis zu Wetterfax alles läuft. Ein Hobbyist fasst es zusammen: „Als hätte man 50 Bänder.“

Welche Frequenzen abgedeckt werden und warum das wichtig ist

Die Aufschlüsselung ist einfach. Von 100 bis 522 kHz liegt die Langwelle; von 522 bis 1.710 kHz die Mittelwelle; von 1.710 bis 30.000 kHz die Kurzwelle; von 76.000 bis 108.000 kHz UKW; und von 118.000 bis 138.000 kHz der Flugfunkbereich. Damit deckt man laut verbreiteten Berechnungen 95 % des interessanten Spektrums ab. Dazu gehören Kontrolltürme, Schiffe, Amateurfunker, Wetterfaxe und Nummernstationen.

Der Unterschied zu einem billigen Radiowecker ist nicht ergonomisch, sondern funktional. Ein normales Gerät empfängt nur UKW und Mittelwelle. Dieses reicht so weit wie professionelle Kommunikationsgeräte. Und das ist für jemanden, der mit dem Hören und ersten Antennenprojekten ins Hobby Funkamateuren einsteigen will, der günstige Einstieg.

Der Preis: 138 Euro und die Frage nach dem Wert

Das PL-660 kostet zwischen 100 und 150 Euro. Manche behaupten, genau hier liege das Optimum und man sollte nicht mehr ausgeben. Die oft genannte Alternative ist die XDATA 808: digitale Filter, per USB aufladbarer Lithium-Akku und, laut einem Nutzer, der beide getestet hat, bessere Leistung im Flugfunk. „Die Tecsun PL-660 ist im Flugfunk praktisch taub“, urteilt er.

Das teurere Modell enttäuscht. Die PL-990X rechtfertigt den Aufpreis nicht: „Ich hatte eine bessere Empfangsqualität erwartet.“ Bei diesen Preisen lautet das Argument, lieber einen gebrauchten Profiempfänger zu kaufen. Das wiederkehrende Fazit: Das PL-660 ist besser verarbeitet und hat einen besseren Lautsprecher, aber mit einer großen Antenne gleicht sich die Leistung an.

Der Faktor, den niemand kontrolliert: Elektrisches Rauschen

Hier kommt die überraschende Erkenntnis. Ein Hobbyist mit großer Dipolantenne, mehreren SDR-Empfängern und einer Kenwood TS-590 für HF berichtet, dass er das Radio im Urlaub dabei hatte, aber keinen Nutzen daraus zog. Der Campingplatz war ein „Paradies für chinesische Schaltnetzteile“. Das elektromagnetische Rauschen von billigen Ladegeräten und Transformatoren zerstört den Empfang. Es liegt nicht am Radio, sondern an der Umgebung.

Das erklärt, warum dasselbe Gerät auf dem Land Stationen aus den USA und Puerto Rico über einen 30-Meter-Draht empfängt, in der Stadt aber nichts bringt. Die externe Antenne ist kein Zubehör: Sie ist die halbe Miete.

Vom Amateurfunk bis Mad Max: Was man empfangen kann

Das Spektrum ist breit. Manche haben eine nordkoreanische Station auf 9.875 kHz empfangen, die auf Spanisch sendet. Andere verfolgen digitale Bildübertragungen, die am Wochenende auf Kurzwelle laufen und mit freier Software decodiert werden. Man kann auch eine QSL-Karte (Bestätigungskarte) von Radio Pjöngjang oder HAARP erhalten.

Das Interesse der Prepper ist offensichtlich. Für Szenarien eines Infrastrukturzusammenbruchs wird ein Allband-Gerät wie das FT817 erwähnt, das das gesamte Band empfängt und auf HF, VHF und UHF sendet. Auch der rechtliche Hinweis fehlt nicht: Senden über ein kommerzielles Walkie-Talkie hinaus erfordert eine Lizenz, und das Auffinden von Signalen ist so leicht, dass das Spiel schnell zur Artillerie gegen Artillerie wird.

Das Kleingedruckte: Lizenz, Akkus und Rauschen

Der praktische Vorteil des PL-660 ist, dass man zum Hören keine Lizenz braucht. Der Nachteil ist, dass es nicht senden kann. Dafür braucht man einen Kurs, eine Prüfung und Praxisstunden, wie es auch in Argentinien üblich ist, wo das Hobby lebendig bleibt. Der günstige Weg beginnt mit einem 5-W-Baofeng für VHF/UHF.

Technisch gesehen punktet die XDATA 808 mit BL-5C-Akkus, dem Standard alter Nokia-Handys, die für zwei Euro erhältlich sind. Bei der Tecsun geht das nicht. Und das Absterben des Tons beim Frequenzwechsel ist die bekannte Schwäche der XDATA.

Die überraschende Tatsache

Das PL-660 kostet 138 Euro. Ein 16-Bit-SDR mit hoher Samplingrate liegt bei etwa 150 Euro. Ein 30-Euro-Walkie-Talkie empfängt Kurzwelle. Und eine nordkoreanische Station auf Spanisch hört man mit einem billigen DEGEN-Radio. Die Hürde zum vollen Spektrum ist nicht das Geld: Es ist das Wissen, was man damit anfängt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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