Tankstellen in Ourense verkaufen Kraftstoff unter Kosten

Tankstellen im spanischen Ourense melden Verkäufe unter Selbstkostenpreis wegen null Margen und steigender Nachkaufpreise.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tankstellen in Ourense verkaufen Kraftstoff unter Kosten
Galizische Tankstellen warnen: Kraftstoffverkauf kostet jetzt Geld

Ein Geschäft, das jahrzehntelang jeden Anstieg des Rohölpreises feierte, ist nun das erste, das die Hand hebt und sagt, dass es nicht mehr durchhält. Die Tankstellen in Ourense, Spanien, behaupten, sie verkaufen unter Selbstkosten: Die Margen sind auf null gesunken und in vielen Fällen sogar halbiert worden. Die Präsidentin ihres Provinzverbands, Fara Pérez Bellido, erklärt ohne Schnörkel: Das Geld, das der am Montag gekaufte Kraftstoff einbringt, reicht nicht aus, um ihn zum Preis des nächsten Tages wieder aufzufüllen. Dies ist das letzte Glied einer Kette, die in Galicien bereits durch die Fischerei, energieintensive Industrien und das für Konservenfabriken benötigte Öl knirschte.

Verkauf mit Verlust: Wenn die Marge die Wiederauffüllung nicht deckt

Der Mechanismus ist einfach und verheerend. Eine Tankstelle kauft heute den Kraftstoff, den sie morgen verkauft; wenn sich der Barrel-Preis schneller bewegt, als der Tank leer wird, schließt der Verkauf unter dem Preis ab, den die Wiederauffüllung kosten wird. Bei normalen Margen wird diese Lücke absorbiert; bei null Margen wird das Geschäft zu einem täglichen Roulette. Die Branche sieht das Problem darin, dass viele Betreiber ihre Margen auf ein Minimum reduziert haben und trotzdem nicht hinkommen, weil fixe Kosten nicht sinken, wenn der Umsatz schrumpft. Die Warnung ist keine Klage: Es ist der Hinweis darauf, dass der nächste Schritt, wenn sich nichts ändert, die Einschränkung der Versorgung ist.

Warum verteuert sich Kraftstoff, obwohl Rohöl in Dollar gehandelt wird?

Weil der Preis, den der Fahrer sieht, in Euro ist, während Rohöl in Dollar notiert wird, und hier spielt die Arithmetik gegen uns. Der Euro stand im Juli 2008 über 1,5 Dollar und liegt nun fast auf Parität zur US-Währung: Derselbe Barrel kostet mehr Euro, ohne dass sich der Barrel selbst bewegt hat. Hinzu kommt die Volatilität. Wenn der Markt nicht weiß, wo der Rohölpreis in zwei Wochen stehen wird, sichern sich Zapfsäulen mit Risikoprämien ab, statt zu warten. Manche entgegnen, dass bei einer Euro-Denominierung des Barrels der Wechselkurs nichts erklären würde; das gegenteilige Szenario geht davon aus, dass Preise nur langsam fallen würden, selbst wenn Rohöl abstürzt.

Sanktionen oder Krieg: Wo liegt der Ursprung der Krise

Die offizielle Erzählung zeigt auf die russische Invasion der Ukraine. Ein großer Teil der zirkulierenden Analyse antwortet, dass die Ursache nicht der Konflikt sei, sondern die wirtschaftlichen Sanktionen, die sich die Europäische Union selbst auferlegt hat, indem sie auf russisches Gas und Öl verzichtet, und dass diese Folgen hier allein spürbar sind, obwohl weltweit über sechzig Kriege offen sind. Die These wird durch eine unbequeme Rechnung ergänzt: Würde Brüssel die Einschränkungen aufheben, würde die Energierechnung deflationieren, aber die teurere Alternativversorgung hat bereits unterschriebene Verträge. Neben diesem Argument kursieren Lesarten über angebliche Dollar-Manipulation und Entvölkerungspläne, die keinerlei Beweise haben.

Monatelang zuvor gekaufte Bestände und der Verdacht der Spekulation

Ein Teil der Analyse zeigt auf ein Detail, das nicht passt: Der heute abgegebene Kraftstoff wurde vor Monaten zu viel niedrigeren Preisen gekauft, wird aber nach heutigen Referenzpreisen verkauft. Daher der Vorwurf der reinen und harten Spekulation: alte Lagerbestände halten und sie zum aktuellen Preis abrechnen. Das Argument stützt sich auf eine Markteigenschaft, die Volatilität, die schnelle Anstiege und langsame Rückgänge ermöglicht. Der Tankstellensektor kontert mit dem Gegenteil: Das Geld aus den Verkäufen des früher gekauften Kraftstoffs reicht nicht, um ihn zum Preis des Folgetages wieder aufzufüllen.

Die 50 % des Preises, die Steuern sind: Was ändert sich und was nicht

Die Regierung verzichtet auf die Hälfte dessen, was der Kraftstoff den Steuern schuldet, eine Maßnahme, die die Endrechnung erleichtert, aber die Struktur des Problems nicht berührt. Bleibt die Frage, woher das fehlende Geld kommen soll, und der Verdacht, offen ausgesprochen, dass anderswo gekürzt wird. Der eigentliche Streit ist nicht der Literpreis, sondern wer die Differenz zahlt und welche Finanzierung dafür geopfert wird.

Die galizische Kaskade: Fischerei, Konserven und Futter ohne Öl

Galicien hat diesen Punkt nicht nur durch Kraftstoff erreicht. Die Gemeinschaft häuft seit Beginn des Konflikts gebrochene Glieder an: Die Fischereiflotte hat ihren Betrieb eingestellt, energieintensive Industrien haben die Produktion gestoppt, das für Konservenfabriken wesentliche Öl ist knapp, Transportunternehmen warnen vor Engpässen und Landwirte stehen vor einem Frühling ohne Futtermittel. Jedes Glied zieht das nächste mit sich, und die Tankstelle ist das letzte in der Reihe: Wenn der Lkw nicht liefert, gehen der Zapfsäule die Argumente aus.

Mit null Margen, intakten Sanktionen und dem Euro am Dollar klebend, ist die Frage nicht mehr, wie stark Benzin steigen wird. Es ist, wie lange ein System durchhält, in dem jedes Glied, vom Fischerboot bis zur Zapfsäule, behauptet, Geld zu verlieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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