Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr: das Gebet aus Lourdes, dem auch in Spanien gefolgt wird

Der tägliche Rosenkranz um 22 Uhr aus Lourdes und das Lukasevangelium über die Heilung am Sabbat prägen den katholischen Tag des 30. Oktober, mit einer Liste von…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr: das Gebet aus Lourdes, dem auch in Spanien gefolgt wird
Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr: die Gebetszeit aus Lourdes

Wieder ein Freitag, wieder ein Termin um 22 Uhr. Das Beten des Heiligen Rosenkranzes, übertragen aus Lourdes und heute auf Spanisch, eröffnet einen Tag, der im katholischen Liturgiekalender das Evangelium nach Lukas 14, 1-6 bringt: die Heilung des wassersüchtigen Mannes am Sabbat und die Frage Jesu an die Pharisäer: "Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen, oder nicht?". Der Aufruf ist nichts Neues. Er wiederholt sich jeden Tag mit einer Dauer von 25 bis 30 gestoppten Minuten und einer Liste von Anliegen, die von der Wiedergutmachung für die Beleidigungen gegen Gott bis zum Schutz des Lebens "von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende" reicht.

Das Format ist das gewohnte: Litaneien, das Salve Regina und ein gesungenes Ave Maria, mit den der Marienerscheinung zugeschriebenen Rosenkranzversprechen als dogmatischem Rahmen. Die Initiative funktioniert wie eine Art morgendlicher geistlicher Kiosk: Die Eingangsbotschaft legt Tag, Lesungen, Psalm —"Groß sind die Werke des Herrn"— und Homilie fest, und von dort an fügt jeder sein eigenes Stück hinzu.

Was gebetet wird und für wen: die Liste der Anliegen

Die Liste der Anliegen ist ausdrücklich und lässt wenig Raum für Interpretation. Der Rosenkranz wird **zur Wiedergutmachung für die Beleidigungen gegen das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens** gebetet, für die Priester und ihre Familien, für Papst Franziskus und Papst Leo, für Kinder und Jugendliche sowie für die Familien. Auch für den Schutz des Kreuzes im Valle de los Caídos (ein Franco-Denkmal in Spanien) und aller Wegkreuze, ein Detail, das den Aufruf in eine bestimmte katholische Sensibilität einordnet, weit entfernt von institutioneller Neutralität.

Der Text erinnert daran, dass die Litaneien "nicht verpflichtend sind, aber unserer Himmelsmutter gefallen", und verlinkt auf eine Anleitung mit erläuternden Bildern zum Beten. Wer es noch nie getan hat, für den hat der Rosenkranz eine repetitive Mechanik, die als Anker wirkt: Die Wiederholung sucht keine Vielfalt, sie sucht Verankerung. Daher sind die aufgezählten Versprechen —Schutz, Tugend, Rettung aus dem Fegefeuer— als geistlicher Vertrag formuliert.

Das Evangelium des Freitags: Heilen am Sabbat

Die Passage aus Lukas ist eine der unbequemsten für die kasuistische Denkweise der Pharisäer. Jesus tritt in das Haus eines führenden Pharisäers, isst mit ihm und stellt, vor einem an Wassersucht erkrankten Mann, die Frage, die niemand beantworten will. Sie schweigen. Er heilt und entlässt den Kranken und krönt es mit dem Argument des Esels oder Ochsen, der in den Brunnen fällt: Niemand wartet bis Sonntag, um ihn herauszuholen.

Die Reflexion zum Text, unterzeichnet von Schwester Gemma Sarracena i Sendra, verweilt bei der ersten Lesung, Philipper 1, 1-11, und bei einem Satz, der oft unbemerkt bleibt: "Immer wenn ich für euch bete, tue ich es mit großer Freude". Paulus beginnt nicht damit, Fehler zu korrigieren oder Pflichten zu erinnern, sondern mit Dankbarkeit. Der Kommentar stellt dem die Gewohnheit gegenüber, zuerst zu sehen, was den anderen fehlt, statt was Gott bereits in ihnen wirkt, und dehnt das auf Familien und Gemeinschaften aus.

Fünf Minuten Heiliger Geist und Apophthegmata der Wüstenväter

Der Tag wird vervollständigt durch die Barmherzigkeitsrosenkranz —"Idealerweise betet man ihn um 15 Uhr", denn das ist die Stunde der Barmherzigkeit—, die Fünf Minuten des Heiligen Geistes vom 30. Oktober und eine Sammlung von Apophthegmata der Wüstenväter, den Aussprüchen der alten ägyptischen Mönche, zusammengestellt im 17. Jahrhundert vom Jesuiten Heribert Rosweyde und übersetzt ins Französische von Guy, Regnault und den Mönchen von Solesmes.

Der Text zum Heiligen Geist betont eine wenig triumphalistische Idee: Den Frieden muss man jeden Tag neu suchen, denn verletzter Stolz, Angst, der Schmerz eines schlecht gesagten Wortes oder das Verlangen nach dem Unerreichbaren zehren daran. Der Vorschlag ist imaginativ —sich jede Störung als Tropfen vorzustellen, der fällt und in einem Bach versinkt, der ihn fortreißt—, und dort endet der verfügbare Auszug.

Wer antwortet und womit

Die Beteiligung ist unterschiedlich. Es gibt kurze Grüße, Gebete zum Heiligen Judas Thaddäus —Patron der verzweifelten Fälle— und zum Heiligen Erzengel Michael, und gelegentlich einen Beitrag, der das Vertrauen des Paulus glossiert, dass "der, der unter euch dieses gute Werk begonnen hat, es vollenden wird", und es auf die Brüder "in der Prüfung" anwendet. Der Psalm 110 kehrt im Mund eines anderen Teilnehmers wieder: "Hoheit und Pracht sind sein Werk, seine Gerechtigkeit besteht für immer".

Das Ergebnis ist eine Liturgie der Beständigkeit mehr als des Gesprächs. Niemand diskutiert das Evangelium; man betet, kopiert den Psalm, fügt das Tagesgebet hinzu. Der Termin um 22 Uhr ist die Achse, und alles andere dreht sich darum.

Mit zwanzig Beiträgen und einem Tag Bestehen strebt der Aufruf keine Kontroverse an. Er strebt danach, dass sich jemand um zehn Uhr abends daran erinnert, den Bildschirm einzuschalten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

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