Supermarkt-Fertiggerichte in Spanien legen um 49 Prozent zu

Der Umsatz mit Fertiggerichten im spanischen Supermarkt stieg in drei Jahren um 49 Prozent. Sie machen bereits 17 Prozent der Ausgaben für Gastronomie aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Supermarkt-Fertiggerichte in Spanien legen um 49 Prozent zu
Supermärkte verzeichnen 49-prozentigen Anstieg bei Fertiggerichten

Die Ausgaben für Fertiggerichte in Supermärkten und Verbrauchermärkten sind in den letzten drei Jahren wertmäßig um 49 Prozent gestiegen. Dies ist keine Nischenmode oder ein Phänomen für Feiertage: Es ist ein immer beliebteres Geschäftsfeld, das dem klassischen Gastgewerbe Marktanteile abnimmt. Bequemlichkeit — kaufen, erhitzen, essen — bestimmt bereits jede vierte Essensentscheidung in Spanien, noch vor Genuss und Gesundheit. Die Verlagerung hat eine klare Richtung, zusammengefasst durch eine Zahl: Restaurants mit Bedienung sanken von 79 % Marktanteil im Jahr 2021 auf 77 % im Jahr 2024.

17 % der Gastronomieausgaben entfallen auf den Supermarkt

Das Marktforschungsunternehmen Circana beziffert den Anteil der Ausgaben für Außer-Haus-Verpflegung, den die Spanier für diese Produkte (in Convenience-Stores und Supermärkten) verwenden, auf 17 %. Der Großteil, etwa 80 %, wird zu Hause verzehrt, aber das Wachstum außerhalb des Hauses liegt im zweistelligen Bereich: Eine Zunahme der Kaufgelegenheiten um 15 % und ein Umsatzwachstum von 29 % im Vergleich zum April des Vorjahres. Innerhalb der eigenen vier Wände steigt die Anzahl der Gelegenheiten um 12 %.

Hier geht es nicht nur um das „Wo“, sondern auch um das „Warum“. Die Leiterin des Kundenforschungsbereichs bei Worldpanel by Numerator betont, dass die Frage nicht mehr lautet, wo wir essen, sondern wie und warum wir uns für ein bestimmtes Format entscheiden. Und in dieser Antwort dominiert der Zeitmangel. Ein Teil dieser Ausgaben entsteht zudem nicht durch einen erhöhten Konsum, sondern wird von bestehenden Kanälen abgezogen, insbesondere vom Fast-Food-Segment.

Mercadona gegen McDonald's: Die Hamburger als Schlachtfeld

Jeder Spanier aß im vergangenen Jahr durchschnittlich 18 Hamburger, was einem Anstieg von 5 % entspricht. Von all diesen Gelegenheiten entfielen 19,5 % auf McDonald's, das weiterhin der dominante Akteur bei diesem Produkt bleibt. Mercadona überschreitet bereits die 10 %-Marke, wenn man sowohl die sofort essbaren Gerichte aus der „Ready-to-Eat“-Abteilung als auch die selbst zusammengestellten Burger aus einzelnen Zutaten berücksichtigt. Die Grenze zwischen dem Regal und dem Restaurant ist buchstäblich verschwommen.

Die Strategie der valencianischen Kette begann 2018. Ende 2024 verfügte sie über Abteilungen für zubereitete Speisen in 1.200 Supermärkten ihres spanischen Netzes, fast 75 % der Gesamtzahl, sowie in den 60 Filialen in Portugal. Juan Roig, Präsident des Unternehmens, verteidigte in seiner letzten Ergebnispräsentation, dass diese Linie bereits Gewinne erzielt, und hielt an seiner Prognose fest: „Ich habe es gesagt und bleibe dabei: Mitte des 21. Jahrhunderts wird es keine Küchen mehr geben.“

Er ist nicht allein. Alcampo, Carrefour und Dia bieten Linien für Take-Away-Lebensmittel an, und El Corte Inglés ist seit 1979 in diesem Bereich tätig. Mehr als vier Jahrzehnte später ist das, was einst eine Ausnahme war, zur Kernstrategie fast des gesamten Lebensmittelhandels geworden.

Wer kauft Fertiggerichte? Junge Berufstätige ohne Zeit und alleinstehende Senioren

Das Käuferprofil ist anders als oft angenommen. Ein Teilnehmer berichtet, dass sein Schwager, der ein Catering-Geschäft betreibt, behauptet, seine besten Kunden seien nicht ältere Menschen, sondern junge Leute, die nicht kochen können oder wollen, sowie Paare, die ihre Zeit lieber der Arbeit, den Kindern oder der Freizeit widmen. Auch rentable Pensionisten tauchen auf, und zwar nicht nur im Supermarktregal: Manche buchen Lieferdienste für Essen nach Hause, zu Preisen von 5 bis 6 Euro pro Gericht, ohne Brot, Dessert oder Kaffee.

Zu den häufigsten Profilen gehört der Arbeitnehmer, der direkt im Laden in der dafür vorgesehenen Zone mit Mikrowelle isst, und derjenige, der in einem Zimmer lebt, in dem dieselbe Mikrowelle die einzige mögliche Küche darstellt. Und dann gibt es die unbequeme Lesart: Manche argumentieren, das Problem sei nicht der Zeitmangel, sondern die Prioritäten, und erinnern daran, dass täglich Stunden vor Bildschirmen und Plattformen verbracht werden, statt am Herd. Die Diskussion entzündet sich genau dort, zwischen denen, die nicht können, und denen, die nicht wollen.

Fertig kaufen oder selbst kochen: Die Rechnung Topf vs. Plastikdose

Die Mathematik ist der am wenigsten umstrittene Teil. Ein Teilnehmer schätzt, dass ein verpacktes Linsengericht etwa 4 Euro kostet und ein Frikassée-Gericht ebenfalls 4 Euro. Eine vierköpfige Familie gibt so 32 Euro für eine einzige Mahlzeit aus. Mit denselben 32 Euro, so derselbe Rechner, könnte man zu Hause Linsen und Frikassées für vier Tage kochen. Ein anderer weist darauf hin, dass eine Tiefkühl-Lasagne für ein bis zwei Euro erhältlich ist, wobei die realen Kosten — Gas, Zeit, Verluste — in die Waagschale fallen.

Demgegenüber bröckelt die Erzählung von Einsparungen beim Fast Food. Manche verlassen Selbstbedienungsrestaurants empört, nachdem sie 13 Euro für ein Menü bezahlt haben, während andere an Aktionen von 3,20 Euro für einen Quarter Pounder mit Getränk erinnern. Die Preiswahrnehmung hängt vom Bon, vom Tag und vom Hunger ab. Die vollständige Berechnung, Posten für Posten, würde einen ganzen Artikel füllen.

Das Kleingedruckte: Salz, Zusatzstoffe und die kommende Gesundheitsfrage

Nährstoffbedenken ziehen sich durch das gesamte Thema. Manche weisen auf gesättigte Fettsäuren, Salz, zugesetzte Zucker und Zusatzstoffe hin und warnen vor möglichen langfristigen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Andere verteidigen das Gegenteil: Die im Supermarkt zubereiteten Speisen seien natürlicher und kontrollierter als das, was ein großer Teil der Bevölkerung zu Hause koche, und der Preis pro Portion sei unter Berücksichtigung aller Kosten wettbewerbsfähig.

Hier ist bei den vorhandenen Daten kein Konsens möglich, da niemand misst, wie viel weniger gekocht wird. Was gemessen wird, ist der Geldbeutel: Die Ausgaben für Gastronomie in Spanien erreichten im vergangenen Jahr 42,517 Milliarden Euro, ein Wachstum von 2 % gegenüber 2023, und ein wachsender Teil dieses Geldes fließt nicht mehr über gedeckte Tische.

Da der Heimkonsum noch bei 80 % liegt und der Preis pro Portion selten unter 4 Euro fällt, stellt sich nicht die Frage, ob das Regal den gedeckten Tisch besiegen wird, sondern welcher Teil dieses Sieges in Euro und welcher Teil in Dingen bezahlt wird, die nicht auf dem Kassenzettel stehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (220 Antworten).

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