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Suizid fordert unter Veteranen mehr Tote als der Kampf
Die Neurobildgebung zeigt bei Veteranen mit PTBS eine überaktive Amygdala und ein verkleinertes Hippocampus. Die Suizide überstiegen die Gefallenen im Irak und in Afghanistan.
Suizid fordert unter Veteranen mehr Tote als der Kampf
Ein Soldat überlebt die Schlacht. Die Schlacht, in seinem Kopf, endet nicht. Die neurobiologischen Belege des letzten Jahrhunderts deuten darauf hin, dass der Kriegsstress nicht mit dem ersten Schuss beginnt, sondern mit der Nachricht über die Einberufung: Das Nervensystem reagiert, als wäre die Gefahr unmittelbar. Und es endet nicht mit der Unterzeichnung eines Vertrags.
Das Kriegstrauma brauchte Jahrzehnte, um als das behandelt zu werden, was es ist. Im Ersten Weltkrieg dokumentierten Militärärzte unkontrollierbares Zittern, Stummheit und Lähmungen ohne erkennbare körperliche Verletzung. Man schrieb es Feigheit zu, bevor es als Reaktion auf extremes Trauma unter dem Namen shell shock anerkannt wurde. Es durchlief die „Kampfmüdigkeit“ des Zweiten Weltkriegs, und erst nach Vietnam, 1980, wurde die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) als klinische Erkrankung mit dokumentierter neurobiologischer Grundlage in den DSM-III aufgenommen. Nicht als Charakterschwäche.
Was posttraumatischer Stress mit dem Gehirn macht
Die Neurobildgebung macht den Mechanismus sichtbar. Die Studien von Roger Pitman mit Veteranen haben eine Amygdala mit erhöhter Aktivität bei traumabezogenen Reizen und einen Hippocampus mit geringerem Volumen und veränderter Funktion dokumentiert – jene Struktur, die Erinnerungen zeitlich einordnet. Diese Kombination erklärt, warum die traumatische Erinnerung als Gegenwart und nicht als Vergangenheit erlebt wird.
Das statistische Ergebnis ist unbequem. Die Berichte des US-Kriegsveteranenministeriums über Veteranen des Irak und Afghanistans verzeichneten eine kumulierte Zahl von Suiziden, die höher war als die Zahl der amerikanischen Gefallenen in denselben Konflikten. Der menschliche Preis wird außerhalb des Schlachtfeldes entrichtet.
Die Debatte über Frauen in Kampfeinheiten
Der historische Ausschluss von Frauen von direkten Kampfeinsätzen beruhte laut dieser Analyselinie auf sozialen Strukturen und den technologischen Grenzen des Nahkampfs, nicht auf einer allgemeinen biologischen Unfähigkeit. Studien der israelischen Verteidigungsstreitkräfte zu gemischten Einheiten dokumentierten vergleichbare Indikatoren für Belastbarkeit bei langanhaltendem Stress und Kohäsion, bei bestimmten Metriken zu Disziplin und Präzision sogar überlegene Werte.
Die Zahl hat einen Haken, und man sollte sie nicht ungeprüft schlucken. In Armeen wie der amerikanischen liegt das Verhältnis zwischen direkten Kämpfern und Unterstützungspersonal bei etwa eins zu fünf, so eine Rechnung, die in der Debatte kursiert: Die fünf gelten als Mitglieder einer Kampfeinheit, obwohl der andere abdrückt. Die Metrik der „Kampfleistung“ hängt davon ab, was man in den Nenner steckt.
Die epigenetische Vererbung des Traumas
Extremes Trauma könnte messbare biologische Spuren über die Generation hinaus hinterlassen, die es erlebt hat. Die Studien von Rachel Yehuda an Nachkommen von Holocaust-Überlebenden dokumentierten epigenetische Veränderungen in Genen, die mit der Cortisolregulation zusammenhängen – in vergleichbarer Form abwesend bei Kontrollpopulationen ohne diese Familiengeschichte. Es ist ein aktives Forschungsgebiet mit akademischer Debatte über die genauen Mechanismen, aber bahnbrechend darin festzustellen, dass extremer Stress über den Leidenden hinausreicht.
Der Geist als Schild und als Falle
Gegen den klinischen Befund erhebt sich der klassische Einwand: Überzeugung und Kampfmoral stärken den Menschen. Man ruft Blas de Lezo auf, der aufrecht stand, während eine Kanone neben ihm barst. Die Antwort lautet, dass sich die Intensität des Krieges geändert hat: Es ist ein Unterschied, ob man ein paar Tage mit primitiven Mitteln kämpft oder ob der Feind einen wochenlang mit Munition röstet, die Krater hinterlässt, die Jahrzehnte überdauern. Im modernen Krieg deutet die Erfahrung aus der Ukraine darauf hin, dass diejenigen am Leben bleiben, die sich ergeben oder sich in der dritten Linie verstecken.
Es gibt einen logistischen Faktor, der genauso viel wiegt wie der psychologische: die Rückkehr. Ein Veteran ohne Arbeit, ohne Partner und ohne Perspektiven findet in nichts einen Sinn. Der Krieg endet, und die Pfanne bleibt leer.
Wie viel von dem, was wir Charakter nennen, ist nur ein Gehirn, das noch nicht verarbeitet hat, was es gesehen hat?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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