Südamerikaner zahlen 1.200 € pro Zimmer: Überbelegung als Geschäftsmodell

Südamerikanische Migranten zahlen bis zu 1.200 € für ein Zimmer und teilen sich Betten mit Fremden. Überbelegung boomt inmitten einer geplanten Massenamnestie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Südamerikaner zahlen 1.200 € pro Zimmer: Überbelegung als Geschäftsmodell in Spanien

In Hospitalet de Llobregat zahlt eine peruanische Frau monatlich 250 Euro für ein Stockbett in einer Mikrowohnung, die sie sich mit zwei weiteren Mieterinnen teilt. Dies ist kein Einzelfall: In Madrid erreicht der Preis für ein Einzelzimmer bis zu 1.200 Euro, und es wird immer häufiger, dass südamerikanische Migranten ihr Zimmer mit bis zu drei Fremden teilen, auch Frauen sind darunter. Das Phänomen ist nicht neu, hat sich aber in den letzten Monaten beschleunigt.

1.200 Euro für ein Bett: Die Rechnung der Überbelegung

Die Debatte darüber, ob diese 1.200 Euro für ein Zimmer oder eine gesamte Wohnung gelten, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass die Nachfrage nach Wohnraum unter neu angekommenen Migranten so hoch ist, dass der Markt eine neue Stufe hervorgebracht hat: das geteilte Bett. In Barcelona berichtet eine Peruanerin, dass sie 250 Euro für ein dreistöckiges Etagenbett in einem Raum von kaum 10 Quadratmetern zahlt. Bei einem Gehalt von etwa 1.000 Euro schickt sie 300 an ihre Familie in Peru und lebt mit den verbleibenden 450 Euro den ganzen Monat über. Die Rechnung ist einfach: Solange das Einkommensgefälle zu ihren Herkunftsländern extrem bleibt, wird die Migration nicht aufhören, und damit auch nicht der Aufwärtsdruck auf die Mieten im Basissegment.

Massenamnestie für Migranten und ihre Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt

Mitte Februar 2026 kündigte die Regierung einen Amnestieplan für zwischen 1 und 1,35 Millionen irreguläre Migranten an, wie El Confidencial berichtete. Die Policía Nacional geht davon aus, dass zunächst die bereits in Spanien lebenden Personen betroffen sein werden, doch der Pull-Effekt ist offensichtlich. Eine höhere Nachfrage auf einem ohnehin angespannten Wohnungsbestand bedeutet steigende Preise in allen Segmenten. Befürworter der Regularisierung argumentieren, dass dies diese Arbeitskräfte aus der Schattenwirtschaft holen werde; Kritiker behaupten, die Maßnahme fördere nur die Ankunft weiterer Menschen, die bereit seien, unter Bedingungen zu leben, die ein Spanier nicht akzeptieren würde.

Lohndumping und Konkurrenz nach unten

Eine Studie der Esade zum Lohndumping, die in der Diskussion verlinkt wurde, zeigt, dass migrantische Arbeitskräfte, verzweifelt auf der Suche nach Einkommen, Löhne unterhalb des Tarifvertrags akzeptieren. In der Praxis beschuldigen sich die Migrantengemeinschaften gegenseitig, die Preise zu drücken: Kolumbianer kritisieren Peruaner dafür, dass sie Reinigungsstunden unter 15 Euro anbieten – ein Beispiel dafür, wie sich Dumping innerhalb derselben Gruppe reproduziert. Spanische Unternehmer profitieren von diesem Pool flexibler, rechtlos gestellter Arbeitnehmer, was den Kreislauf aus Prekarität und Überbelegung perpetuiert.

Der spanische Wohnungsmarkt bewegt sich auf eine extreme Polarisierung zu: Luxuswohnungen für Investoren und geteilte Betten für jene, die die reale Wirtschaft am Laufen halten. Die Frage ist, wie weit sich diese Spannung dehnen lässt, bevor die sozialen Kosten – Gesundheit, Bildung, Zusammenleben – die Vorteile des Bevölkerungswachstums übersteigen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (152 Antworten).

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