Stromausfall in Spanien: Kein Plündern, nur Erzählung

Beim Stromausfall in Spanien gab es keine Massenplünderungen, im Gegensatz zu den 1.500 geplünderten Geschäften in New York laut Forumschätzungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Stromausfall in Spanien: Kein Plündern, nur Erzählung
Stromausfall in Spanien: Keine Massenplünderungen und eine Erzählung, die nicht passt

Ein Stromausfall ließ Madrid im Dunkeln liegen, das halbe Land beobachtete das Netz, und viele warteten auf das, was amerikanische Serien versprechen: zerbrochene Fenster, leere Geschäfte und Nachbarn, die mit Fernsehern davonrennen. Es geschah nicht. Im Zentrum von Madrid, bei einem Totalausfall, verlief die Nacht geordnet. Auch in Barcelona kam es um 00:30 Uhr zu keinem Chaos. Das einzige geplünderte Geschäft, das erwähnt wird, ist ein Mercadona. Der Kontrast zum Stromausfall in New York – wo laut einer im Forum kursierenden Schätzung 1.500 Geschäfte geplündert wurden und Verluste auf 300 Millionen Dollar der damaligen Zeit geschätzt wurden – ist das Datum, das alle verwirrt.

Was während des Ausfalls geschah und warum niemand plünderte

Die erste Feststellung ist, dass das befürchtete Phänomen nicht eintrat. Ruhe herrschte in Gebieten mit Totalausfall, selbst in den dunkelsten Stunden ohne funktionierende Sicherheitskameras. Manche führen dies auf die Dichte der lokalen Handelsnetze zurück und darauf, dass die Leute zu Hause blieben; andere argumentieren, dass der durchschnittliche Spanier bei Katastrophen nicht plündert: Er verbarrikadiert sich. Der Vergleich mit den Vereinigten Staaten wiederholt sich: In ähnlichen Szenarien dort „würde bereits alles brennen“.

Der Vorfall hinterlässt eine unbequeme Schlussfolgerung für jene, die Unruhen erwarteten: Es gibt keine Beweise für Massenplünderungen. Die Abwesenheit von Störungen wurde tatsächlich zur eigentlichen Schlagzeile des Tages. Gegenüber den düstersten Vorhersagen war das Ergebnis eine ruhige Nacht, in der der bemerkenswerteste Vorfall der Überfall auf einen Supermarkt war.

Der Stromausfall als politisches Munition

Wo es keine Plünderungen gab, gab es Erzählungen. Das Management der Regierung während des Ausfalls wurde zum Hauptziel der Kritik. Die Langsamkeit der offiziellen Warnungen und das Gefühl, dass das Ausmaß heruntergespielt wurde, werden kritisiert. Erwähnt wird, dass einige autonome Gemeinschaften eigene Notfallpläne aktivierten und die Comunidad de Madrid sogar den Einsatz der Armee anforderte. Das Misstrauen zwischen den Verwaltungen wurde offensichtlich.

Die interne Opposition nutzte den Moment, um über „Plünderung“ in einem anderen Sinne zu sprechen: fiskalisch, bezüglich der Haushalte. Dass das Aufkommen aus der Einkommensteuer (IRPF) doppelt so schnell wächst wie das BIP, wird als wahrer Raub bezeichnet. Der Stromausfall war in diesem Rahmen eine Anekdote; der Hintergrund war der Streit darüber, wer managt und wer seinen Anteil erhält.

Überlebenskits und das Geschäft mit der Angst

Das Gespräch wandte sich dem Geschäft zu, das sich um jede Krise bildet. Cybersicherheit und Antiterror-Intelligenz werden als Sektoren genannt, die die Panik ausnutzen: Es wird daran erinnert, dass während der Migrationskrise 2015 Unternehmen Milliardenumsätze erzielten, laut Forumschätzungen. Die schwebende Frage ist, wie viel der Tech- und Sicherheitssektor nach diesem Vorfall verdienen wird.

Überlebenskits, Ersatzkakerlaken und apokalyptische Botschaften tauchen mit Ironie auf. Die implizite Schlussfolgerung: Angst verkauft sich, und es gibt immer jemanden, der sie monetarisieren möchte.

Wasser, Dürre und die Rechnung des Stromausfalls

Es gibt eine Warnung, die weiter reicht als der Ausfall selbst: Das in Stauseen gespeicherte Wasser, das zur Wiederherstellung der Stromerzeugung verbraucht wurde. Es wird argumentiert, dass ein Großteil des Stauseewassers zur Wiederherstellung der Versorgung verwendet wurde und dass dies im Sommer spürbar sein wird, wenn Wasserknappheiten eintreten. Niemand, so heißt es, wird darüber sprechen, bis es passiert.

Dies ist die Art von verzögerter Konsequenz, die nicht in den täglichen Schlagzeilen erscheint, aber die folgenden Monate bestimmt. Die Verbindung zwischen Energie, Wasser und Dürre bleibt ungelöst.

Das spanische Volk, eine glatte Zehn

Die Bilanz, die sich im Gespräch durchsetzt, ist die der Ruhe. Keine Plünderungen auf der Passeig de Gràcia, keine Überfälle auf Supermärkte im Dunkeln. Die Bewertung des Bürgerverhaltens ist hoch. Der Vergleich mit anderen Ländern dient als Gegenpol: Was Filme der Katastrophe zuschreiben, blieb hier eine Nacht ohne Licht und mit geschlossenem Kühlschrank.

Das verwirrende Datum bleibt bestehen: Beim Stromausfall in New York wurden 1.500 Geschäfte geplündert, laut Forumschätzung. Hier eines. Und selbst dieses ist nicht vollständig bestätigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (105 Antworten).

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