Strom aus der Telefonleitung klauen: Der Trick bringt keine 2 €

Strom aus der Telefonleitung ziehen: 48 V und 20 mA liefern weniger als 1,50 € pro Jahr. Lohnt sich das? Wir schauen uns den Spar-Trick mit dem Notlicht an.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spartipp Notlicht: Kann man Strom aus der Telefonleitung klauen?

Bei Rekordpreisen für Strom erlebt ein alter Trick aus dem Energie-Überlebenshandbuch ein Comeback: eine Glühbirne mit dem Strom der Telefonleitung betreiben. Die Idee ist nicht neu; sie kursiert seit Jahren in Foren für bewussten Konsum und stützt sich auf eine technische Tatsache: Das klassische Telefonnetz liefert 48 Volt Gleichspannung mit einem Limit von 20 Milliampere. Die Rechnung ist schnell gemacht: 48 V · 0,02 A = 0,96 Watt. Insgesamt 8,76 kWh pro Jahr. Beim aktuellen Strompreis liegt die Ersparnis unter 1,50 Euro jährlich.

Spannung, Stromstärke und die Grenzen des Telefonnetzes

Die Kupferleitung des Telefons ist keine unendliche Stromquelle. Die 48 V im Ruhezustand steigen bei einem eingehenden Anruf auf 75 V Wechselspannung, wofür ein Filter nötig ist, um die Schaltung nicht zu grillen. Außerdem ist die maximale Entnahme auf 20 mA festgelegt; wer mehr zieht, kann den Dienst lahmlegen. Das Telefonnetz hat den Vorteil, dass die Vermittlungsstellen über Batterien und Notstromaggregate verfügen, sodass die Leitung bei einem Stromausfall weiterlebt. Das macht sie zum Kandidaten für ein Notlicht – aber auch zu nichts anderem.

Die echte Rechnung: weniger als 1,50 Euro im Jahr

Jemand mit Taschenrechner hat es klargemacht: 20 mA mal 48 V ergeben 1 W, multipliziert mit 8.760 Stunden im Jahr sind das 8,76 kWh. Nach der Tariferhöhung bedeutet das eine Ersparnis von unter 1,50 Euro. Die Rendite ist so lächerlich, dass sie nicht einmal das Risiko aufwiegt, die Leitung zu verlieren oder eine Strafe zu kassieren, weil man nicht zugelassene Geräte ans öffentliche Netz angeschlossen hat.

Legalität und Risiken

Ein Gerät ohne Zulassung an das Telefonnetz anzuschließen ist in Spanien illegal. Die Anbieter können ungewöhnlichen Verbrauch erkennen, und der Nutzer riskiert Sanktionen oder den Verlust des Anschlusses. Deshalb gibt es das kommerzielle Produkt trotz der kursierenden Videos und Anleitungen nicht und wird es nie geben: Für ein Schnäppchen bleibt kein Spielraum, nur für ein riskantes Hobby.

Fazit: Als Bastelidee ganz nett, als Sparstrategie ein Unsinn. Das Sparschwein-Notlicht ist eher ein urbaner Mythos als eine echte Lösung. Und wer vom Strom des Telefons leben will, sollte sich darauf einstellen, im Dunkeln zu stehen ... und ohne Anrufe.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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