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Streit über den Wert von Ceuta und Melilla für Marokko
Ein Forennutzer behauptet, Marokko sehe keinen wirtschaftlichen Wert in Ceuta und Melilla und wolle eigentlich die 200.000 km² der Sahara; andere verweisen auf den Hafen und den Handel am Tarajal
Ceuta und Melilla: der Wert, den Marokko nicht anerkennt
Jeden Morgen überqueren Tausende Menschen den Tarajal-Grenzübergang, um Häuser zu putzen, Autos zu reparieren oder im Lidl von Ceuta einzukaufen und die Waren später in ihren Dörfern weiterzuverkaufen. Dieser tägliche Verkehr, in den großen Schlagzeilen unsichtbar, beweist, dass die autonome Stadt nicht die wirtschaftliche Ödlandfläche ist, zu der manche offiziellen Erzählungen sie machen wollen. Die These, mit der das Thema eröffnet wird, ist unmissverständlich: Für Marokko hätten Ceuta und Melilla null wirtschaftlichen Wert und würden nur beansprucht, um Spanien unter Druck zu setzen und europäische Gelder abzuschöpfen. Das eigentliche Ziel sei ein anderes: die 200.000 Quadratkilometer der Westsahara mit ihren Ressourcen und ihrer Küste.
Warum heißt es, Ceuta und Melilla seien für Marokko nichts wert?
Der ursprüngliche Ansatz besagt, dass beide Enklaven Verhandlungsmasse sind, keine Trophäen. Sie dienten dazu, Brüssel und Madrid unter Druck zu setzen, das eigentliche Interesse gelte der Sahara. Der Vergleich mit Gibraltar liegt sofort auf der Hand: Spanien erhebt Anspruch darauf, doch wäre es nur ein wertloser Felsen, wäre dieser Anspruch nicht nachvollziehbar. Die implizite Schlussfolgerung ist unbequem: Entscheidend sei nicht der Boden, sondern dem Nachbarn den Einfluss zu nehmen.
Der Hafen, der Handel und die Schattenwirtschaft am Tarajal
Gegen die Nullwert-These spricht das Bild vor Ort. Ceuta verfügt über einen entwickelten Hafenbereich und einen Handel, der nahe gelegene marokkanische Orte trägt. Der Tarajal-Übergang funktioniert als wirtschaftliches Ventil: Haushaltshilfen, Mechaniker und schlecht bezahlte Handwerker pendeln täglich hin und her, ebenso wie Einkäufer, die Produkte mit Aufschlag in ihren Orten weiterverkaufen. Manche ergänzen, das marokkanische Interesse richte sich auch auf eine künftige Mit-Souveränität, eine Formel, die manche für unvermeidlich halten, so sehr sie ihnen auch missfällt. Die Diskussion driftet Richtung Migrations- und demografischer Kontrolle: Es wird argumentiert, die Anwesenheit von Zehntausenden dort Geborener und die jährliche Zuwanderung weiterer Bewohner würden ein demografisches trojanisches Pferd bilden.
Die Straße von Gibraltar: der Aktivposten, den niemand bestreitet
Hier ist der Konsens breit. Ceuta verschafft Spanien die theoretische Kontrolle über die Straße von Gibraltar, einen der begehrtesten geostrategischen Punkte des Planeten. Die Kanaren und die Meerenge wären neben dem Felsen die einzigen Aktivposten, die Dritte wirklich begehren. Die Ironie über die tatsächliche Fähigkeit, diese Kontrolle auszuüben — mit dem Hinweis, ein einziger Anschlag würde sie wertlos machen —, widerlegt die Tatsache nicht: Auf dem Papier hat kaum eine Stadt größere strategische Bedeutung.
Historisches Gedächtnis als Ballast und als Warnung
Das Gespräch driftet in die Vergangenheit. Es wird spekuliert, was geschehen wäre, wenn die Katholischen Könige die totale Kontrolle über die Meerenge gesichert und die Vertreibung der Morisken anders gehandhabt hätten, indem sie ihr Wissen über Landwirtschaft und Wasserbau früher übertragen hätten. Die Antwort ist knapp: Das wurde bereits versucht, und das Ergebnis war ein Scheitern, dessen Rechnung bis heute beglichen wird. Die Diskussion kippt in Beleidigungen, und ein Teilnehmer kündigt an, wegen der Niveauverschlechterung auszusteigen.
Die verblüffende Erkenntnis sind weder die 200.000 Quadratkilometer der Sahara noch der Hafen von Ceuta. Sondern die Tatsache, dass nach mehr als hundert Tagen Diskussion niemand eine offizielle Zahl zum BIP der beiden Enklaven oder zu den Kosten ihres Verlusts vorgelegt hat. Über den Wert wird gestritten, ohne ihn je zu messen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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