Strandbar El Deseo schließt wegen hoher spanischer Gebühren

Die Strandbar El Deseo in El Prat, Spanien, öffnet nicht wieder. Die Konzessionsgebühr stieg von 10.000 auf 40.000 Euro; der neue Pächter zahlt 70.000 Euro jährlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Strandbar El Deseo schließt wegen hoher spanischer Gebühren
Die Strandbar, die schließt, weil die Gebühren den Sommer auffressen

El Deseo Beach, einer der beliebtesten Orte am Strand von El Prat de Llobregat in Spanien, wird seine Türen nicht wieder öffnen. Die Gruppe Iguana, die das Lokal seit über einem Jahrzehnt führte, hat sich aus der neuen öffentlichen Ausschreibung zurückgezogen, die der Stadtrat für die nächsten drei Jahre ausgeschrieben hat. Das Unternehmen nennt zwei Gründe: wirtschaftliche Untragbarkeit und mangelnde kommunale Zusammenarbeit.

Der Auslöser ist eine Zahl: die Konzessionsgebühr. Die Stadt vervierfachte das Mindestgebot, das von 10.000 auf 40.000 Euro pro Jahr stieg, und der endgültige Auktionsgewinner wird 70.000 Euro jährlich zahlen, doppelt so viel wie der vorherige Pächter. „Die Gebühren sind enorm gestiegen. Es ist unwirtschaftlich und unmöglich“, erklären die Eigentümer des Lokals.

Die Gebühr, die die Terrasse erdrückt

Die Gebührenerhöhung ist nicht die einzige Last. Der Strand von El Prat leidet unter strukturellen Mängeln, die den täglichen Geschäftsbetrieb verteuern. Es gibt keine öffentlichen Toiletten oder Kanalisationsanschlüsse, daher muss die Bar eine Klärgrube finanzieren, die mehrmals pro Woche geleert wird. Dieser Service allein kostet laut Unternehmensberechnungen zwischen 30.000 und 35.000 Euro pro Saison.

Hinzu kommen die Kosten für die volle rechtliche Compliance: eingestellte Mitarbeiter, Sozialversicherungsbeiträge, Steuern und Versorgungsunternehmen. „Wenn man es richtig macht, macht man Verluste“, versichert die Gruppe Iguana und besteht darauf, dass ihr Modell darauf basiert, nach Tarifvertrag zu zahlen und die Ruhezeiten der Belegschaft zu garantieren. Das Ergebnis, sagen sie, war ein Geschäft, das sich nicht mehr rechnete und von anderen Zweigen der Gruppe subventioniert wurde.

Die Auktion, die Preise verdoppelt und nur zwei Betriebe lässt

Die neue Konzession ging an die Familie Morán, die bereits das andere Strandlokal betrieb, bekannt als El Lobo de Mar. Die Firmen Colasan Family und Chiringuito Family haben die Kontrolle über alle gastronomischen Angebote am Strand für die Saison 2026 übernommen. Das Ergebnis ist ein Trichter: von vier Chiringuitos (Strandbars) im Jahr 2021 sind nun nur noch zwei übrig.

Der Prozess ist nicht neu. Im Jahr 2023 verlor El Calamar die Ausschreibung gegen das aktuelle Lobo de Mar und sah, wie der Stadtrat ihnen die im Vertrag von 2019 vereinbarte Verlängerung verweigerte. Die Eigentümer sprachen damals von einer „erzwungenen Schließung“, die unter den Anwohnern für erhebliche Kontroversen sorgte. Im selben Jahr schloss das legendäre Duna, ein weiteres Opfer der neuen Ausschreibung. Der Strand verliert saisonweise emblematische Lokale.

Die Sicht des Unternehmers vs. die des Beamten

Die durch die Nachricht ausgelöste Diskussion zeichnet zwei Lager. Auf der einen Seite stehen jene, die argumentieren, das Problem seien die Verwaltungskosten: Gebühren, Steuern und kommunale Anforderungen machen ein saisonales Geschäft unwirtschaftlich. „Zwischen Gebühren, Personal, Sozialversicherung, Versorgung, Müll, Lizenzen und der Tatsache, dass es ein Saisongeschäft ist, schrumpft die reale Marge erheblich“, fasst eine wiederkehrende Analyse zusammen.

Auf der anderen Seite zeigen jene auf die andere Seite des Tresens. „Es schließt nicht einfach; die betreibende Firma hat sich nicht beworben, aber eine andere hat es für 70.000 Euro jährlich übernommen“, wird angemerkt. Aus dieser Sicht wird das Lokal weiterhin Essen servieren, und der Wechsel ist reiner Kapitalismus: Wenn der Vorherige die Gebühr nicht zahlen konnte, kann es ein anderer. Die offene Frage ist, ob der Neue dies in der Nebensaison tragen kann.

Der Strand ohne Toiletten und Bars

Der Fall von El Prat ist kein Einzelfall. An anderen Stränden der spanischen Küste zeigt sich dasselbe Muster: Der historische Pächter geht, ein anderer kommt mit einem höheren Gebot, und innerhalb weniger Jahre schließt das Lokal. Manche erinnern an einen identischen Fall an einem Strand in Westandalusien, wo der neue Gewinner an den Zahlen scheiterte und die Gemeinde die Gebühr nicht senkte. Wo einmal eine Strandbar war, blieb ein geschlossenes Objekt.

Die Gruppe Iguana zieht sich derweil auf ihre Konzessionen in Gavà, Castelldefels und Sitges zurück, wo die Behandlung durch lokale Regierungen und Techniker angeblich „wunderbar“ sei. Sie konzentriert sich auch auf die Expansion ihrer Event-Marke Paripé Tardeo. Sie lässt eine fruchtbare Phase hinter sich, die laut ihrer Darstellung unhaltbar geworden war.



Eine verwirrende Tatsache bleibt. Die scheidende Strandbar schließt nicht, weil die Terrasse leer ist. Sie schließt, weil die Zahlen trotz voller Terrasse nicht aufgehen. Und solange die Gebühren weiter steigen, muss der nächste Konzessionsinhaber erklären, wie er sie ausgleichen will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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