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Staatsdiener schaffen Mehrwert: Der unbeachtete Rechenfehler
Das BIP verbucht öffentliche Gehälter als Wertschöpfung. Wer dies leugnet, muss auch behaupten, dass Geldverbrennen Wohlstand erzeugt.
Das BIP addiert Staatsgehälter, nicht den geschaffenen Wert
In Spanien wird oft argumentiert, dass Staatsbedienstete der Wirtschaft keinen Nutzen bringen. Diese These scheitert an einer einfachen Frage: Wenn eine private Reinigungsfirma im Krankenhaus Mehrwert schafft, warum dann nicht das gleiche Personal in öffentlicher Hand? Es geht hier nicht um die Größe des öffentlichen Sektors oder Sozialismus, sondern um Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Das BIP erfasst Staatsausgaben als Wertschöpfung, genau wie private Ausgaben. Dies zu bestreiten bedeutet, dass Geld auf der Straße verbrennen ebenfalls Wohlstand erzeugt – ein absurder Gedanke.
Was bedeutet es wirklich, wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen?
Die Verwirrung entsteht durch die Vermischung von Nützlichkeit, Effizienz und Nettogewinn. Ein Chirurg, der einen Patienten heilt und ihn zurück ins Arbeitsleben bringt, schafft Mehrwert, egal ob der Staat oder eine Versicherung zahlt. Bäcker, Maurer und Beamte erzeugen alle Gebrauchswert. Eine andere Frage ist, ob dieser Wert die Kosten rechtfertigt.
Hier beginnt die entscheidende Rechnung. Wenn der Staat dem Steuerzahler mehr entzieht, als er an Dienstleistungen zurückgibt, ist die Bilanz negativ. Eine Dienstleistung kann wertvoll sein und dennoch Wohlstand vernichten, wenn sie teurer ist als ihr Nutzen für den Zahler. Diese Unterscheidung trennt seriöse Analyse von politischen Schlagworten.
Das Problem fehlender Marktpreise
Im Privatsektor zeigt der Preis, ob sich eine Leistung lohnt. Im öffentlichen Sektor gibt es keine Preise, keine freiwillige Nachfrage und keinen Wettbewerb. Die Statistik löst dies, indem sie Staatsausgaben zu Produktionskosten bilanziert. Der perverse Effekt: Mehr Beamte oder höhere Gehälter steigern die ausgewiesene Wertschöpfung, ohne dass jemand prüft, ob diese Leistungen ihren Preis wert sind.
Manche sagen, ohne Preise sei der Wert nicht messbar. Andere kontern, dass Unmessbarkeit nicht Nutzlosigkeit bedeutet. Öffentliche Gesundheitssysteme sind oft günstiger als private, selbst wenn Nutzer keine Wahl haben. Der Streit hängt hier fest: Ohne Preise keine Kalkulation, ohne Kalkulation kein Urteil.
Überkosten und privilegierte Bedingungen
Viele Kritiker bezweifeln nicht den Wert der Leistung, sondern deren Preis. In Spanien verdienen Beamte oft mehr als vergleichbare Angestellte in der Privatwirtschaft, und Leistungsbeurteilungen fehlen. Vergleiche mit der Schweiz zeigen, wo öffentliche Dienste nach normalen Arbeitsverträgen laufen und Entlassungen möglich sind.
Gegenargument: Job-Sicherheit schützt vor Korruption und Druck. Ein Beispiel: Eine Airline ließ Passagiere stehen, um Gepäck eines Scheichs unterzubringen. Mit festen Beamtenposten wäre so etwas sofort vor Gericht gelandet. Kündigungsschutz hat Kosten, aber auch Schutzfunktion.
Wie viele sind überflüssig, wie viele tragen das System?
Der häufigste Vorwurf ist nicht generelle Untätigkeit, sondern Überbesetzung. Berichtet wird von Ämtern, wo nur 10–40 % der Zeit produktiv genutzt wird, von Doppelstrukturen und unnötigen Stellen. Ein Insider urteilt offen: Mehr als die Hälfte ist unproduktiv, viele Verwaltungsjobs wären durch Automatisierung ersetzbar.
Diese interne Kritik schwächt die Verteidigung des Status quo. Das Problem ist nicht das Konzept öffentlicher Dienst, sondern seine Dimension. Bevor man fragt, ob Beamte Mehrwert schaffen, sollte man fragen, wie viele nötig sind. Ehrlich gesagt weiß das niemand, weil es nicht gemessen wird.
Wo die Analyse stecken bleibt
Ohne Preise, ohne Leistungskontrolle und ohne freie Nachfrage lässt sich die Rechnung nicht abschließen. Das BIP sagt: Staatsgehälter zählen zur Wertschöpfung. Der Steuerzahler sagt: Er zahlt mehr, als er bekommt. Beide können recht haben, da sie unterschiedliche Dinge messen. So bleibt der Diskurs ohne Schiedsrichter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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