SpeedTrans: Zollmonopol blockierte Importe

SpeedTrans verlangte 20 Euro pro Paket aus Nicht-EU-Ländern. Nach massiven Beschwerden übernahm Correos die Verwaltung wieder.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

SpeedTrans: Die Gebühr, die Einkäufe außerhalb der EU ruinierte

SpeedTrans war zwei Jahre lang das deutlichste Beispiel dafür, wie ein Privatunternehmen in staatliche Lücken schlüpft, um ungerechtfertigte Abgaben zu erheben. Mit der Deckung von Correos und der Passivität der Agencia Tributaria (spanische Steuerbehörde) baute es ein faktisches Monopol auf Pakete aus Ländern außerhalb der Europäischen Union auf.

Das Geschäftsmodell: Pauschalgebühr ohne echten Service

Das Unternehmen verlangte 20 Euro für jedes Paket mit einem Wert über 22 Euro, das per Post eingereicht wurde. Es spielte keine Rolle, ob bereits Zölle oder Mehrwertsteuer gezahlt worden waren: Die Gebühr war unabhängig davon. In der Praxis zahlten viele Verbraucher mehr an Bearbeitungsgebühren als für das Produkt selbst.

Zweifelhaft legale Praktiken

Betroffene berichteten von Zurückbehaltungen bis zu drei Monaten, geöffneten Paketen, unbegründeten Verlusten und explodierenden Lagerkosten, weil SpeedTrans die Ankunftsmeldung absichtlich verzögerte. Auch eine illegale Weitergabe personenbezogener Daten durch Correos unter Verstoß gegen das Datenschutzgesetz wurde kritisiert.

Politische Verbindungen

Hinter dem Unternehmen stand Miguel Fernández Aramburu, ein Zollagent aus Sevilla mit Beziehungen zur Immobilienbranche und angeblichen politischen Kontakten in Andalusien. Die Konzession soll ohne öffentliche Ausschreibung, „per Handschlag“ und über einen Strohmänner vergeben worden sein, um Unvereinbarkeiten zu vermeiden. Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft zeigte Interesse am Fall, doch sind keine Ergebnisse bekannt.

Der Anfang vom Ende

Der Druck der Bürger und Boykotte von Firmen wie Think Geek, die wegen der Zusatzkosten den Versand nach Spanien einstellten, erzwangen eine Änderung. Im Oktober 2011 übernahm Correos die Verwaltung der Postzollstellen wieder, führte jedoch ein vereinfachtes Verfahren mit einer Gebühr von 14 Euro ein. SpeedTrans verschwand zumindest auf dem Papier.

Neues System, alte Unsicherheiten

Heute müssen sich Bürger immer noch mit zwei Verfahren je nach Paketwert auseinandersetzen: einem vereinfachten (bis 150 Euro) und einem ordentlichen, das viele bürokratische Hürden beibehält. Persönliche Gegenstände bleiben eine Qual, wie der Fall einer Nutzerin zeigt, die Meldebescheinigung und Flugticket vorlegen musste, um ihre gebrauchte Kleidung zurückzubekommen.

SpeedTrans bewies, dass die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen ohne Kontrolle in Spanien zu einem regelrechten Raubzug werden kann. Das System hat sich geändert, aber das Misstrauen gegenüber Correos und der Agencia Tributaria bleibt bestehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (331 Antworten).

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