Hausgemachte Chorizo: 5,5 €/kg Fleisch statt industrieller Wurst

Ein Hobbykoch nutzt einen Kühlschrank als Trocken- und Räucherschrank für hausgemachte Wurstwaren zu 5,5 €/kg, mit weniger Fett als die Industrie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hausgemachte Wurstwaren für 5,5 €/kg: Der Weg zur Kontrolle von Fleisch und Fett

Lohnt es sich, Wurst selbst herzustellen? Die Kalkulation beginnt bei 5,5 Euro pro Kilogramm Fleisch. Dies ist kein Fabrikpreis, sondern das, was ein Hobbykoch für eine Mischung aus vier Kilogramm Schweinefleisch, einem Kilogramm Ibérico-Rücken und 200 Gramm Speck derselben Herkunft zahlt. Mit diesen Zutaten hat er einen Haushaltskühlschrank in einen Trocknungs- und Räucherschrank umgewandelt und behauptet, dass das Ergebnis günstiger sei als industrielle Chorizo, weniger Fett enthalte und ihm erlaube, genau zu wissen, welches Fleisch er isst. Der Prozess hat jedoch seine Tücken.

Was kostet hausgemachte Wurst im Vergleich zum Kauf?

Die erste Charge bestand aus 4 kg Schweinefleisch, 1 kg Ibérico-Rücken und 200 g Ibérico-Speck, gekauft beim Metzger in Madrid für 5,5 Euro pro Kilogramm. Der Autor betont den Preisvorteil: Sein Metzger liefert gute Qualität und legt sogar Geschenke bei. Aber der Einkauf variiert. Derselbe Bericht räumt ein, dass Schweinefleisch in Galizien fast halb so teuer wie in Madrid ist, während Ibérico-Rücken zuletzt etwa 22 Euro pro Kilogramm kostete.

Mit diesen Zahlen ist die Ersparnis keine Vermutung. Die zweite Charge wurde direkt mit 5 bis 6 kg geplant. Der Gewinn ist dreifach: Man weiß, welches Fleisch man isst, kontrolliert den Fettgehalt und zahlt weniger. Die erste Produktion teilte sich in Chargen mit großen Fleischstücken ohne Fett und Chargen mit mehr Fett, wie sie für Salchichón üblich sind.

Welche Zusatzstoffe enthält kommerzielle Wurst und welche landen in der Hausgemachten?

Hier kommt der unangenehme Aspekt. Das Gewürzpräparat dieses Hobbykochs besteht nicht nur aus Paprika und Knoblauch: Es enthält E-252, E-450, E-452, E-301, E-316, E-352 und Farbstoff E-120. Die Rechtfertigung lautet: Nationale Industriewurst enthält exakt dieselben Stoffe; sie stammt oft aus derselben Fabrik, die auch das vorbereitete Produkt an ihn verkauft.

E-252 ist kein harmloser Zusatz. Es handelt sich um Nitrite, die klassischen Pökelsalze. Studien bringen sie zwar mit Krebs in Verbindung, doch sie verhindern Botulismus. Die Alternative zu Hause besteht darin, auf sie zu verzichten: Bei guten hygienischen Bedingungen seien sie unnötig, argumentieren Experten. Einige Fabriken stellen bereits Chorizo nur mit Knoblauch, Paprika und Salz her, ohne Konservierungsstoffe, gestützt auf ihre Selbstkontrollprotokolle. Die Industrie geht hingegen kein Risiko ein, ein Produkt auf den Markt zu werfen, das vor dem Regal verderben könnte.

Der Kühlschrank als Trocknungs- und Räucherschrank

Die Methode basiert auf einem günstigen Elektrogerät und viel Geduld. Erste Trocknung: 36 Stunden bei 20 °C und 90% Luftfeuchtigkeit. Zweite Trocknung: 75 Stunden bei 10 °C und 70% Luftfeuchtigkeit. Danach folgt eine dritte Phase mit Rauch über 10 bis 15 Tage unter Verwendung von Eichenholz. Temperatur und Luftfeuchtigkeit wurden wochenlang jeden Morgen notiert. Die Werte fielen von 3,2 °C und 62% am Anfang auf 1,6 °C und 58% Mitte April.

Die Luft steht nicht still, betont der Autor. In einem Kühlschrank mit Kühlplatte oben zirkuliert die Luft durch Konvektion, steigt auf, trifft auf die Platte, gibt Feuchtigkeit ab und sinkt wieder. Was nicht verhindert wird, sind Rückstände: Der Rauch färbt das Innere gelb, und nach dem Pökeln muss mit Chlordioxid gereinigt werden. Zudem zwang ein Fehler in den selbstgebauten Abflüssen dazu, das Räuchern einer Charge um 24 Stunden vorzuziehen.

Ist der Rauch vom häuslichen Räuchern gefährlich?

Die Meinungen sind geteilt. Während einige warnen, dass Räuchern mit natürlichem Holz in Studien als mutagen gilt, verteidigen andere, dass der trockene spanische Winter ausreicht, um Wurst an der Luft zu trocknen, ohne Rauch oder Kühlschrank. Der Autor erkennt das Risiko an und zieht es vor, kürzer zu räuchern: Er macht es 10 bis 15 Tage, während seine Bekannten in Galizien mindestens drei Wochen räuchern.

Sein System besteht aus Rauchrohren, die oben eindringen und durch Konvektion funktionieren. Ein Kritiker behauptete online, diese Rohre würden nicht räuchern, es sei reine Show. Die Antwort ist eindeutig: Sie räuchern stark, dreimal täglich während der gesamten Trocknungszeit. Buchenholz ergibt milden Rauch, Eiche starken Rauch, der für Chorizo und Fleisch reserviert ist; alte Steineiche dient zum Räuchern von Wild und sogar Paprika für Pulver.

Ibérico, Montanera und Herkunftsbezeichnungen

Bei höherer Qualität ändert sich das Material. Das Ibérico-Schwein der Montanera (Freilandhaltung) wird frei gehalten, sucht sein Futter selbst, isst niemals Kraftfutter, mit einem Hektar Dehesa (Weidefläche) pro Tier. Es endet im Dezember mit der Eichelmast, wo das Fleisch seinen Geschmack und das marmorierte Fett erhält.

Es gibt nur zwei geschützte Ursprungsbezeichnungen für 100%iges Ibérico-Montanera-Schweinefleisch: Los Pedroches in Córdoba und Jabugo in Huelva. Das Fett ist kein Mangel, sondern sorgt dafür, dass die Wurst nicht innerhalb einer Woche steinhart wird. Wer das Fett minimiert, gewinnt an Gesundheit, verliert aber an Textur.



Trost spendet die Tatsache, dass hausgemachter Salchichón mit der Zeit besser wird: Drei weitere Tage Reifung außerhalb des Kühlschranks verwandelten ihn von „okay“ in „exzellent“, ohne dass jemand den Grund vollständig erklären kann. Manche probieren auch Kaninchen- oder Hähnchen-Chorizo, um vom Schwein wegzukommen. Während der Kühlschrank innen vergilbt, bleibt die einzige unbeantwortete Frage, warum wir weiterhin industrielle Wurst mit Füllstoffen kaufen. Wahrscheinlich Gewohnheit.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (319 Antworten).

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