Spätes CO2: Irlands Klimareihe widerlegt globale Erwärmung nicht

Eine Studie der Royal Society behauptet, Wärme sei vor CO2 gestiegen. Die Daten stimmen, die Schlussfolgerungen sind jedoch umstritten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spätes CO2: Irlands Klimareihe widerlegt globale Erwärmung nicht
CO2 stieg nach der Wärme: Was das beweist und was nicht

Eine der Royal Society zugeschriebene Studie behauptet, der Temperaturanstieg habe dem Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre vorausgegangen. Dies wird als entscheidender Beweis dargestellt: Wenn die Wärme zuerst kam, kann das Gas nicht die Ursache sein. Die Sequenz lässt jedoch eine andere Interpretation zu, wie im Argumentationsgang selbst ersichtlich wird: Steigende Temperaturen aktivieren die Vegetation, und diese Aktivität gibt mehr CO2 an die Atmosphäre ab. Die Kausalität wäre somit mindestens bidirektional.

Danach teilt sich das Thema in zwei Bereiche. Der erste ist physikalisch: Was misst jede Datenreihe, mit welcher Genauigkeit und welche Aussagen sind damit möglich? Der zweite ist wirtschaftlich: Wer verdient und wer zahlt, wenn aus der Diagnose Normen werden? Ersteres wird mit Thermometern und Modellen diskutiert; Letzteres mit Preisen. Und Letzteres ist weitaus eindeutiger geklärt als Ersteres.

Warum kann die Temperatur vor dem CO2 steigen?

Das Argument basiert auf Korrelation, doch Korrelation impliziert keine Kausalität. Es wird daran erinnert, dass dieser Einwand bereits vor zwei Jahrzehnten gegen einen populären Dokumentarfilm erhoben wurde, dessen Material noch immer in Klassenzimmern gezeigt wird. Der fundamentale Einwand ist nicht geringfügig: Um einen konkreten Effekt dem CO2 zuzuschreiben, wären Experimente mit Kontrollgruppen nötig, die beim globalen Klima nicht existieren.

Die Gegenargumentation ist ebenso direkt. Ein Temperaturanstieg treibt die pflanzliche Aktivität an; Boden und Pflanzen setzen mehr CO2 frei, und warmes Wasser bindet weniger gelöstes Gas. Das bedeutet, die Reihenfolge der Faktoren schließt die menschliche Rolle nicht aus, sie verschiebt nur den Zeitpunkt des spürbaren Effekts.

Konkrete Ereignisse werden von beiden Seiten als Beweismittel genutzt: **Schneeansammlungen in Peking bei prognostizierten Tiefstwerten bis -12°C** oder zwölf Monate in den USA, die kälter waren als derselbe Zeitraum vor 25 Jahren, trotz einer Billion Tonnen Emissionen. Ein harter Winter widerlegt keinen Trend, aber ein Trend löscht auch keinen Winter aus.

Das „99,9% der Studien“-Argument und seine wahre Aussage

Die am häufigsten zitierte Zahl stammt aus einer Überprüfung von **88.125 Berichten** zur globalen Erwärmung. Daraus wurde eine Zufallsstichprobe von **3.000 Arbeiten** gezogen, deren Verteilung unterscheidet sich stark von der Schlagzeile: 14 % schrieben dem Menschen explizit die Klimaveränderung zu, 15 % deuteten dies implizit und interpretationsbedürftig an, und 70 % erwähnten menschliche Aktivitäten weder zur Bestätigung noch zur Ablehnung.

Das methodische Problem ist klassisch. Ein Artikel, der keine Ursachen behandelt, leugnet nichts: Ihm wird stillschweigend eine Haltung zugewiesen. Die ursprüngliche Arbeit entstand zudem als Essay einer Wissenschaftshistorikerin in einer akademischen Zeitschrift, und ihr tatsächlicher Anteil lag bei **97 %**, nicht bei 99,9 %. Mehrere Publikationen haben die Schlussfolgerungen später angefochten.

Mit dieser Toleranz funktioniert der Satz „die Wissenschaft sagt es“ eher als Diskussionsabschluss denn als Argument. In einem Bereich, in dem Variablen nicht isoliert werden können, hat der Konsens informativen, aber keinen beweisenden Wert.

Das Thermometer von Armagh und die Grenzen historischer Aufzeichnungen

Im Gegensatz zu Modellen steht eine gemessene Reihe. Das Observatorium von Armagh in Nordirland erfasst seit **1865** tägliche Daten mit einer Genauigkeit von Zehntelgraden und befindet sich an einem Standort mit nahezu vernachlässigbarem Wärmeinseleffekt. Bei Auswertung seiner Daten zeigen sich über fast 160 Jahre periodische Schwankungen, aber kein anhaltender Temperaturanstieg.

Auch die Details sind umstritten. Die Aufzeichnung bietet monatliche Maxima und Minima, und der Durchschnitt der Extreme ist nicht die mittlere Temperatur. Zudem ist Armagh ein urbaner Kern: klein, aber urban. Hinzu kommt ein weitreichenderer Einwand: **Um 1870 verfügte ein Großteil der Welt über keine Wetterstationen**, sodass jede „globale Temperatur“-Angabe aus dieser Zeit nicht auf Messungen beruht, sondern auf Modellen, die unsichere und unvollständige Daten integrieren. Als bestimmende Faktoren werden unter anderem Sonnenaktivitätszyklen und orbitale Variationen genannt.

Wasserdampf und die Gase, die nicht in der Schlagzeile stehen

Das häufigste Treibhausgas ist Wasserdampf, doch es taucht kaum in der öffentlichen Debatte auf. Der Global-Warming-Potential-Index (GWP), mit dem Gase verglichen werden und der von den Unterzeichnern des Kyoto-Protokolls vereinbart wurde, klammert ihn aus, da angenommen wird, Regen führe ihn schnell zum Boden zurück.

Ein Detail, das kaum jemand kennt: **Schwefelhexafluorid** hat ein Erwärmungspotential, das 23.000-mal höher ist als das von CO2, und ist in Umspannwerken weltweit vorhanden. Eine Leckage von nur einem Liter entspricht in der offiziellen Bilanz 23.000 Litern CO2. Die Klimabilanz weist solche Asymmetrien auf: Sie misst, was messbar ist.

Das reale Geschäft: Kohlendioxid-Rechte

Hier wird die Diagnose konkret. Der Preis für CO2-Zertifikate — also was es ein Unternehmen kostet, eine Tonne CO2 auszustoßen — **startete bei etwa drei Euro** und hat sich seither vervielfacht. Unternehmen geben die Kosten an Kunden weiter, und Zwischenhändler kaufen und verkaufen Genehmigungen, die nichts produzieren.

Die These dieses Analyseteils ist einfach: Wäre das Ziel rein ökologisch, wäre das Instrument ein anderes. Nach aktuellen Regeln fließt das Geld für Dekarbonisierung erst durch Finanzverhandlungstische, bevor es industrielle Schornsteine erreicht. Die Schlagzeile war bereits angekündigt: „Wir kommen aus diesem Dilemma nicht ohne einen globalen Emissionsmarkt heraus.“



Der Knackpunkt bleibt dort, wo alles feststeckt: Wie viel der projizierten durchschnittlichen globalen Zunahme von zwei Grad auf welche Ursachen zurückzuführen ist. Historische Reihen reichen nicht aus, Modelle füllen Lücken, und Normen werden geschrieben, bevor die Physik antwortet. Dort liegt weiterhin die Blockade, und mit ihr die Rechnung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (429 Antworten).

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