Spanisches Staatsanzeiger veröffentlicht fünf Begnadigungen, drei wegen Korruption

Der spanische BOE veröffentlicht fünf Teilbegnadigungen; drei gelten rechtskräftig wegen Korruption Verurteilten: Laura Borrás, Juan Fernández und Natalio Grueso. Gerechtigkeit oder Straflosigkeit?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Regierung gewährt fünf Teilbegnadigungen, drei davon an rechtskräftig wegen Korruption Verurteilte

Wie ist es möglich, dass eine Regierung, die Härte gegen Korruption versprach, kurz vor den Ferien fünf Begnadigungen veröffentlicht, drei davon für Personen, die rechtskräftig wegen Korruptionsdelikten verurteilt wurden? Die Daten stehen im BOE (dem spanischen Staatsanzeiger), und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Das Paket umfasst Laura Borrás, ehemalige Präsidentin des katalanischen Parlaments, deren Teilbegnadigung mit „Gründen der Gerechtigkeit und Billigkeit“ begründet wird. Auch Juan Fernández Gutiérrez, ehemaliger Bürgermeister von Linares, verurteilt zu drei Jahren Haft —umgewandelt in zwei— und sieben Jahren Ämterausschluss. Die dritte Person ist Natalio Grueso, ein Kulturmanager, der zu acht Jahren wegen Untreue verurteilt wurde und dessen Haftstrafe aus humanitären Gesundheitsgründen erlassen wird.

Ein Muster, das Wut auslöst

Der Fall Fernández Gutiérrez ist auffällig: Die Begnadigung wurde von günstigen Stellungnahmen des verurteilenden Gerichts sowie von der Unterstützung der konservativen und sozialistischen Gruppen in Linares und einer Bürgervereinigung, die Unterschriften sammelte, getragen. Die Kritik zielt darauf ab, dass sich das Drehtür zwischen Politik und Justiz weiterdreht. Für manche Analysten untergräbt die wiederholte Begnadigung von Verurteilten mit Verbindungen zur politischen Macht die Glaubwürdigkeit des Justizsystems.

Humanitäre Begnadigungen und ihre Schattenseiten

Natalio Grueso, ein Kulturinitiator, hat seine Strafe wegen seines Gesundheitszustands reduziert gesehen. Etwa zwanzig Künstler unterstützten den Antrag. Das Delikt der Untreue mit öffentlichen Mitteln —eine rechtskräftige Verurteilung zu acht Jahren— wird jedoch nicht durch ein ärztliches Gutachten ausgelöscht. Die Entscheidung eröffnet die Debatte über die Nutzung von Begnadigungen neu, um Strafen für Korruption zu umgehen.



Insgesamt fünf Begünstigte. Drei wegen Korruption Verurteilte. Die Regierung beruft sich auf Billigkeit und Gerechtigkeit; die Opposition spricht von Straflosigkeit. Und währenddessen bleibt der BOE das Barometer dafür, wie weit der Spielraum der Regierung reicht. Ironien der Demokratie: Die Begnadigungen werden im selben Amtsblatt veröffentlicht wie die Gesetze.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver