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Spanischer Vlog verbindet Euro-Digital-Bulos mit DGT-Verschwörungen
Der spanische Vlog 'Cuenta Cuento' mischt Kritik am digitalen Euro mit unbewiesenen Organhandels-Vorwürfen gegen die DGT und das Gesundheitssystem.
Die „stille Revolution“, die im digitalen Euro eine Verschwörung sieht
Der Aufruf erinnert an alte Selbsthilfegruppen: „Tritt dem Club der Träumer bei für eine stille Revolution“. Doch der dahinterstehende Vlog, veröffentlicht unter dem Label „Cuenta Cuento“, verkauft keine Kreativkurse. Seine Anhänger diskutieren seit etwa 500 Tagen über das Verschwinden von Bargeld, die Entwicklung des digitalen Euro und – im extremsten Fall – werfen der spanischen Verkehrsbehörde (DGT) und dem Gesundheitssystem vor, in einen Organschmuggel verwickelt zu sein. Nichts davon ist belegt; alles bleibt im Bereich permanenter Vermutungen.
Die Diskussion, die über 157 Antworten in etwas mehr als einem Jahr gesammelt hat, eskalierte von monetären Analysen hin zu verschwörungstheoretischen Erzählungen. Dies ist kein isoliertes Phänomen: Es ist Teil einer Strömung alternativer Wirtschaftsgedanken, die Institutionen und etablierten Ökonomen systematisch misstraut.
Der digitale Euro als Speerspitze
Der Beginn der Bewegung konzentriert sich auf die Geldkontrolle. Unter den Teilnehmern wird offen gefragt, ob der digitale Euro funktionieren werde, solange die USA Bargeld behalten, und es wird über versteckte Absichten spekuliert, jede Transaktion zu überwachen. Medienökonomen wie Marc Vidal, Juan Ramón Rallo und Daniel Lacalle werden erwähnt, fast immer abwertend, als angebliche Verbreiter eines offiziellen Narrativs, das die Wahrheit verberge.
Die Kritik am digitalen Euro ist nicht neu, aber hier kombiniert sie sich mit Misstrauen gegenüber den Analysten, die ihn verteidigen. Ihnen wird vorgeworfen, als „Köder“ zu dienen, damit die Bevölkerung das Verschwinden des Papiergeldes akzeptiert. Einige Nachrichten ironisieren sogar mit Schwarzarbeit und Zahlungen über Online-Verkaufsplattformen, um Bankspuren zu vermeiden.
Von der Ökonomie zur Verschwörung: DGT, Organe und Guardia Civil
Der qualitative Sprung erfolgt, wenn die Diskussion das monetäre Feld verlässt und zu härteren Theorien übergeht. In einem Beitrag wird detailliert erzählt, dass eine Gruppe von Personen den Tod eines verunfallten Mädchens erwarte, um eine Kreuztransplantation von Organen durchzuführen, wobei die DGT und das öffentliche Gesundheitswesen in die Machenschaften einbezogen werden. Es gibt keinerlei Beweise für diese Behauptungen, doch die Geschichte zirkuliert wie ein offenes Geheimnis.
Es wird auch behauptet, dass einige Beamte der Guardia Civil ihre Posten verlassen, um sich in Katalonien oder dem Baskenland niederzulassen, aus Angst vor den Folgen solcher Operationen, und den Anhängern wird geraten, ihre Mobiltelefone loszuwerden, um nicht an einem „Tatort“ lokalisiert zu werden. Die Mischung aus institutioneller Denunziation und IT-Paranoia hat den Vlog zu einem Treffpunkt für alle gemacht, die keiner offiziellen Version vertrauen.
Die Tendenz gegen Immigration und Rücküberweisungen
Nicht alles ist verschwörungstheoretische Ökonomie. Parallel dazu gibt es Nachrichten, die die Einwandererbevölkerung für steigende Inflation und Druck auf den Arbeitsmarkt verantwortlich machen. Es wird behauptet, dass die Rücküberweisungen in ihre Herkunftsländer dazu dienten, Ökonomen wie Rallo oder Vidal zu „täuschen“, und es werden extreme Maßnahmen vorgeschlagen, die hier nicht wiedergegeben werden können. Dieser Ansatz, wenn auch Minderheit, koexistiert mit den anderen Theorien und verstärkt das antieinrichtungsfreundliche Profil der Gruppe.
Die Antworten im Thread zeigen eine starke Polarisierung. Während einige Anhänger den Vlog loben, weil er eine verborgene Wahrheit enthülle, bezeichnen andere ihn als Wahnsinn und weisen auf die mangelnde Solidität seiner Vorschläge hin. Bei den Kritikern wiederholt sich der Vorwurf des „Schwindels“, und persönliche Angriffe auf den Anführer der Bewegung fehlen nicht, der als alter Mann beschrieben wird, der sich wie ein Jugendlicher kleidet und null wissenschaftliche Substanz habe.
Eine Bewegung, die in Zeiten der Unsicherheit wächst
Die Langlebigkeit des Vlogs, der nach 500 Tagen noch aktiv ist, zeigt, dass die Nachfrage nach solchen Erzählungen nicht nur konjunkturell bedingt ist. Das Misstrauen gegenüber Institutionen, genährt durch reale Skandale und die Undurchsichtigkeit einiger wirtschaftlicher Prozesse, schafft ein Klima, in dem die absurdeste Spekulation ein Publikum findet. Die vom Vlog proklamierte stille Revolution mag keinen konkreten Plan haben, aber ihre Fähigkeit, wirtschaftliche Frustration einzufangen, scheint unbestreitbar.
Was verwirrt, ist das Nebeneinander zweier Ebenen: monetäre Analyse mit gewisser Grundlage und eine Erzählung von Krankenhäusern und Massakern, die durch Daten nicht gestützt wird. Bis ein Anhänger den versprochenen Beweis liefert, wird die Bewegung ihr eigenes Ökosystem professioneller Verdächtiger weiter nähren. Wer Antworten sucht, muss sich vorerst mit Fragen begnügen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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