Spanischer Klempner verlor alles für Guru Llados: 15.000€ Schulden, obdachlos

Ein spanischer Klempner verkaufte seinen Transporter und lieh sich 10.000€, um dem Internet-Guru Llados zu folgen. Nun ist er in Spanien obdachlos mit über 15.000€ Schulden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanischer Klempner verlor alles für Guru Llados: 15.000€ Schulden, obdachlos
Der Llados-Anhänger, der seine Klempnerkarriere gegen Obdachlosigkeit tauschte

Was passiert, wenn ein selbstständiger Klempner seinen Transporter verkauft, einen Kredit von 10.000 Euro aufnimmt und den Rat eines Internet-Gurus befolgt, um Erfolg zu haben? Er landet auf der Straße mit über 15.000 Euro Schulden, drei Kleidungsstücken und einem YouTube-Kanal mit weniger als 800 Abonnenten. Der Fall dieses Schülers aus Llados' Umfeld – der bereits Miami, Island und die Kanarischen Inseln durchlaufen hat, bevor er sein Dach verlor – ist zum perfekten Beispiel einer Branche geworden, die Nebel zu Goldpreisen verkauft.

Chronologie einer angekündigten Katastrophe

Die Spuren sind leicht zu verfolgen. Der Mann arbeitete als selbstständiger Klempner, ein Handwerk mit stabiler Nachfrage und ohne Bedarf an exotischen Abschlüssen. Irgendwann entschied er, dass dies nicht genug sei: Er nahm einen Kredit von 10.000 Euro auf, verkaufte seinen Transporter und sein Werkzeug und ging nach Miami, um seine „Frequenz zu erhöhen“, umgeben von vermeintlichen Gewinnern. Die Lebenshaltungskosten zwangen ihn, das Wenige loszuwerden, das ihm blieb. Dann versuchte er es in Island, wo er feststellte, dass es kalt ist und niemand ihn im Fitnessstudio begrüßte. Zwei Tage hielt er durch. Danach folgten die Kanarischen Inseln, wo er weiterhin Kurse bei Llados und einem gewissen Matías belegt und um vier Uhr zum Training aufsteht.

Das Ergebnis, Stand dieser Diskussion: keine Wohnung, kein Fahrzeug, kein Arbeitswerkzeug und Schulden über 15.000 Euro. Laut kursierenden Berichten isst er aus dem Müll und lädt sein Handy, wo immer er kann. Manche halten dies für eine Inszenierung, um viral zu gehen, andere sehen darin einfach den Preis dafür, der Geschichte zu glauben.

Ist er wirklich obdachlos oder baut er eine Persona auf?

Hier beginnt das eigentliche Interesse am Fall. Einige behaupten, alles sei gestellt: Man könne nicht so viele Tage ohne Rasur, Wäsche und Schlaf auskommen, und das Ziel sei es, morbide Neugier zu wecken, um Trinc zu multiplizieren. Die Trolling-Theorie hat gewisse Berechtigung: Der Mann war bereits in Presse und Fernsehen, und sein Kanal erreicht fast 5.000 tägliche Aufrufe. Im Internet nutzen der nützliche Idiot und der clevere Betreiber denselben Zirkus.

Auf der anderen Seite ist die Lesart prosaischer. Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass jemand seinen Urlaub bezahlt; das pessimistische Szenario nimmt an, dass er einfach völlig verwirrt ist. Ein selbstständiges Handwerk aufzugeben, um Kellnerjobs zu suchen, deutet nicht auf eine Meisterstrategie hin. Besonders wenn man mehr als 15.000 Euro schuldet.

Das Geschäft mit dem Nebel: Llados und sein Ökosystem

Der Einzelfall ist unwichtig, wenn man nicht das Modell betrachtet. Llados ist kein Einzelfall: Es ist ein Symptom. Hinter jedem verschuldeten Anhänger steht eine Struktur, die für Kurse, Mentoring und Mitgliedschaften mit Versprechen von Reichtum, Muskeln und Erfolg bei Frauen kassiert. Spanglish zur Doktrin erhoben, 500 Burpees täglich als Weg zum Überfluss und die Idee, dass Misserfolg nur Faulheit bedeutet. Ein Cocktail, der besonders gut bei jungen Leuten funktioniert, die ihre Pflichtschulzeit (ESO) beendet haben, ohne dass ihnen jemand erklärt hat, wie eine Lohnabrechnung funktioniert.

Die schärfste Kritik richtet sich nicht gegen den Guru, sondern gegen den Nährboden. Es wird argumentiert, dass vielen dieser Jugendlichen Vater, Bruder oder Lehrer fehlen, die sie führen, und in diese Lücke fallen Produkte wie dieses: der brennende Nagel, der deine Brieftasche will, ja, aber die Leute klammern sich daran, weil sie untergehen. Entmutigung und ein erstickendes Umfeld tun den Rest.

Was kostet es wirklich, einem Internet-Guru zu folgen?

Die Zahlen sind stur. Ein Kredit von 10.000 Euro. Ein verkaufter Transporter und Werkzeug. Über 15.000 Euro angesammelte Schulden. 800 YouTube-Abonnenten als Polster. Und ein Handwerk, das Klempnern, das auf der Strecke geblieben ist. Die Frage, die niemand klar beantwortet, ist, wie viel dieses Loch vom Kurs- und Mentoring-Ökosystem selbst gefressen wurde.

Manche berechnen, dass ein Besuch in einer öffentlichen Bibliothek reicht, um das Handy zu laden und sich zu rasieren, dass man mit drei Kleidungsstücken eine Waschsalon nutzen kann und dass, da er nicht wie ein gefährlicher Vagabund aussieht, jemand ihn wahrscheinlich aus Mitleid füttern würde. Duschen, geben sie zu, ist schwieriger. Wohltätigkeit als Geschäftsmodell.

Natürliche Auslese des Nebel-Unternehmertums

Die zugrunde liegende Debatte ist unbequem. Ein Teil der Analyse tut sie mit Bar-Stuhl-Darwinismus ab: Natürliche Selektion am Werk. Ein anderer, zynischerer Teil weist darauf hin, dass er bei Insolvenzerklärung vielleicht sogar eine kleine Unterstützung erhält. Und ein dritter, der bitterste, betont, dass der Typ nett und vernünftig wirkt, sein Abenteuer ehrlich gewählt hat und man ihm ohne Zögern einen Job anvertrauen würde.

Das ist der irritierende Punkt. Der Mann ist weder ein Verbrecher noch ein kompletter Faulpelz: Er ist jemand, der einer Geschichte glaubte und dafür mit allem bezahlte, was er hatte. Die Branche, die sie ihm verkaufte, stellt weiter Rechnungen. Er schläft, wo er kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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