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Spanischer Film in der Kritik: Warum viele nur ausländische Filme schauen
Nur 2 % des Weltkinos sind spanisch, und viele Zuschauer meiden sie bewusst. Nostalgie an die Emule-Ära, Vorliebe für Kurosawa und den japanischen Film und ein…
Spanischer Film in der Kritik: Warum viele nur ausländische Filme schauen
Nur 2 % der weltweiten Filmproduktion sind spanisch. Diese Zahl, die aus einer Diskussion über nicht-spanische Filme stammt, dient einer Welle von Cineasten als Vorwand, um zu gestehen, dass sie den heimischen Film schlicht meiden. Das Phänomen ist nicht neu, doch die Intensität der Ablehnung überrascht.
Ein Markt von 2 %: die statistische Ausrede
"Warum spanische Filme schauen, wenn sie nur 2 % der weltweiten Produktion ausmachen?" Das Argument, immer wieder mit Abwandlungen wiederholt, besagt, dass man sich mit der nationalen Produktion den restlichen 98 % verschließen würde. Die Statistik ist nicht offiziell, aber sie vermittelt ein Gefühl für die Wahrnehmung einer Branche, die in Spanien dank Quotenregelungen und staatlicher Förderung rund 15-20 % des Gesamteinspielergebnisses erwirtschaftet. Für viele Zuschauer rechtfertigt die durchschnittliche Qualität des spanischen Films nicht die Mühe, ihn zu finden.
Die Empfehlungen im Thread sind ein Katalog ausländischen Kinos aus aller Welt: vom sibirischen Realismus von "Dersu Uzala" (1975), einer sowjetisch-japanischen Koproduktion unter der Regie von Akira Kurosawa, über australischen Extremhorror ("Wolf Creek") bis hin zum umstrittenen japanischen Film "Perfect Education: 40 Days of Love", der sich mit dem Stockholmer Syndrom befasst. Auch Klassiker wie "Die sieben Samurai" oder "Johnny zieht in den Krieg" tauchen auf, ebenso Kulttitel wie "Begotten". Die Vielfalt ist enorm, doch der gemeinsame Nenner ist das völlige Fehlen von Made in Spain.
Nostalgie an die Emule-Ära
"Krass, was für ein Haufen Filme aus den 2000ern, die ich vergessen hatte. Schöne Erinnerungen, wie man sie von Emule und Torrent-Seiten heruntergeladen hat." Der Satz, voller Wehmut, zeigt, dass der Konsum ausländischer Filme historisch mit Piraterie verknüpft war, vor der Streaming-Ära. Der Rückgang dieser Gewohnheit fiel laut demselben Nutzer mit dem Verlust seiner eigenen Filmbegeisterung zusammen. Der Zugang zu legalen internationalen Katalogen (Netflix, HBO) hat die verlorene Begeisterung nicht zurückbringen können.
Der japanische Film als Zuflucht
Dem japanischen Kino widmet der Thread besondere Aufmerksamkeit, von Kurosawa bis zu dunkleren Titeln. Gestritten wird, ob "Dersu Uzala" sowjetisch oder japanisch ist: Technisch gesehen ist es eine Koproduktion unter der Regie eines Japaners, gedreht auf Russisch mit sowjetischen Schauspielern. Die Anekdote veranschaulicht die Komplexität nationaler Etiketten. Ein anderer Teilnehmer empfiehlt einen japanischen Film über Entführung und psychologische Manipulation, der eine Mini-Debatte über die ethischen Grenzen des Kinos auslöst. Ein Nutzer vergleicht die Handlung mit dem realen Fall von Natascha Kampusch.
Gegenläufige Strömungen: Ablehnung oder bloße Vorliebe?
Nicht alle Teilnehmer lehnen den spanischen Film grundsätzlich ab. Einige relativieren, dass sie ausländisches Kino schlicht wegen seiner Vielfalt oder seines Wagemuts attraktiver finden. Andere gehen gegen die staatlichen Subventionen für den spanischen Film vor, die sie als nutzlose Ausgabe betrachten, wenn das Publikum die Filme danach ohnehin nicht sieht. Die Debatte zeigt jedenfalls eine generationelle und geschmackliche Kluft, die die Branche mit kommerziellen Produktionen wie denen von Santiago Segura oder Streaming-Serien zu schließen versucht.
Bei einem spanischen Marktanteil von rund 15 % an der Kinokasse, aber einer Produktion von etwa 200 Filmen pro Jahr bleibt das Dilemma bestehen. Ist der spanische Film schlechter, oder herrscht einfach ein tief verwurzeltes Vorurteil? Auffällig ist, dass viele Teilnehmer selbst dann, wenn der spanische Film gut ist, ihn lieber ignorieren. Vielleicht lautet die Frage gar nicht, welche Filme gefallen, sondern warum das Publikum der Marke Spanien nicht mehr vertraut.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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