Zwei Jahre im Minus: Der Anleger, der durchhielt, gewinnt jetzt 26%
Wie lange muss man Verluste ertragen, bevor das Investieren in Aktien nicht mehr als Torheit erscheint? Vor zwei Jahren sah jemand, der "vorsichtig gekauft hatte, als die Renditen am höchsten waren", wie sich alles drehte, gerade als sein Kapital wuchs. Er verließ einen Robo-Advisor mit einem -4 oder -5% Gesamtverlust und beschrieb den Zeitraum als reine Stagnation bei hoher Inflation. Jetzt schreibt er etwas anderes: eine Rendite von 26%, mit 80% in Aktien und einem Geldmarktfonds als Puffer.
Die Distanz zwischen diesen beiden Aussagen ist das Interessante. Es zählt nicht, welcher Vermögenswert stieg, sondern wie lange es dauert, bis monatliche Käufer recht behalten.
Warum endet der Sparplan im Minus, wenn er Preise glättet?
Weil er langfristig glättet und kurzfristig schmerzt. Regelmäßige Einzahlungen kaufen in der ersten Hälfte teuer ein, und wenn der Einbruch kommt, wiegt das bereits investierte Kapital schwerer als der monatliche Zufluss. Im konkreten Fall führte dies zu einem negativen Saldo von vier bis fünf Prozent insgesamt. Die Verteidigung der Methode besagt, dass Einbrüche der gute Teil sind: Das gleiche Geld kauft mehr Anteile und senkt den Durchschnittspreis des gesamten Portfolios. Dem gegenüber steht die weniger freundliche Warnung: Das Problem ist nicht der Markt, sondern der Anleger, der ein System wählt, das nicht für Volatilität ausgelegt ist.
Zwei Jahre reichen nicht aus, um eine Strategie zu beurteilen, die für Jahrzehnte gedacht ist. Ein Kommentar fasste es mit mehr Direktheit als Eleganz zusammen: Wer zwei Jahre im Minus nicht erträgt, sollte besser sofort aussteigen.
IBEX steigt über 15% in zwei Jahren, aber die Inflation frisst ihn auf
Die Ausrede des Zeitraums passt auch nicht ganz. Der IBEX eröffnete vor zwei Jahren im April bei 26.000 Punkten und notiert um 30.000: mehr als 15% ohne Dividenden. Bei einer Inflation von 10,7% bleibt der reale Gewinn marginal, daher der Ärger jener, die auf ihr Gehalt und ihren Einkaufskorb schauen statt auf das Chart. Die Grunddebatte ist, ob diese Indizes korrekt gemessen werden: Der Ausschluss von Dividenden macht dividendenstarke Unternehmen lächerlich. In Bezug auf die Gesamtrendite stieg der spanische Index von etwa 10.000 Punkten Anfang 2002 auf rund 30.000, ein Plus von 200% in zwei Jahrzehnten. Verbesserungswürdig, ja. Müll, nein.
Immobilien vs. ETFs: Die Rechnung, die selten gemacht wird
Immer wenn der Index flach bleibt, taucht dieselbe Ausstiegsmöglichkeit auf: Aufhören, in Aktien zu investieren, und Wohnungen kaufen. Der Vergleich verdient Zahlen. Ein indexierter ETF kostet etwa 0,12% jährliche Gebühr; eine Immobilie verschlingt Tausende Euro für Wartung, Nebenkosten und Grundsteuer (IBI), Verpflichtungen, die selten in der Bilanz des Eigentümers auftauchen. Dazu kommt die Liquidität: Der Verkauf von Anteilen dauert Minuten; der Verkauf einer Wohnung dauert im besten Fall Monate. Das Detail, das die heimische Statistik bricht, ist, dass eine 2002 für 100.000 Euro gekaufte und 21 Jahre vermietete Wohnung heute vielleicht 200.000 Euro wert ist, genau wie ein Index mit reinvestierten Dividenden. Nur dass niemand mit Nebenkostenabrechnungen prahlt.
Anleihen hörten auf, das Sicherheitsnetz zu sein
Jahrzehntelang bewegten sich Aktien und Anleihen in entgegengesetzte Richtungen, wenn der Aktienmarkt fiel. Diese negative Korrelation ist die Basis aller ausgewogenen Portfolios, und sie brach genau dann, als die Nominalzinsen null oder negativ wurden: Wenn der Kupon nicht weiter sinken kann, können Anleihen nur noch Schocks verursachen. Die Frage ist nun, ob es sinnvoll ist, zurückzukehren. Manche behaupten, es sei der interessanteste Moment seit zehn Jahren, weil man günstiger kauft. Gegenargumente sind, dass die aktuellen Kupons immer noch unter denen der Goldstandard-Ära liegen, und dass ein indexierter Anleihenfonds ständig kauft und verkauft, sodass ein starker Zinsanstieg zu Verlusten innerhalb des Vehikels führt.
Von -5% auf 26%: Was änderte sich im Portfolio?
Am Plan änderte sich nichts. Monatliche Einzahlungen, ein MSCI-World-Tracker, der heute 35% rendiert, ein Geldmarktfonds, etwas Bargeld als Puffer und 80% des Gesamtbetrags in Aktien. Der nächste angekündigte Schritt ist, neue Einzahlungen auf Schwellenländer umzuleiten, wo das Portfolio 3% oder 4% wiegt, obwohl die Marktkapitalisierung fast 10% nahelegt, und den Geldanteil zu erhöhen, um den nächsten Einbruch abzufedern, der als sicher gilt. Die unbequeme Lektion ist, dass der Anleger nichts Brillantes tat: Er kaufte weiter, obwohl er keine Lust dazu hatte.
Es gibt weiterhin keinen Konsens über Wohnraum, Anleihen oder ob der IBEX Respekt verdient, und wahrscheinlich wird es ihn nie geben. Das einzige Bewiesene ist, dass wer während zwei Jahren roter Zahlen die Einzahlungen beibehielt, heute von Tausenden Euro mehr sprechen kann ohne zitternde Hände.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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