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Spanische Wirtschaft wächst, während die Lebenshaltungskosten steigen
Debatte über Rekordbeschäftigung in Spanien, während steigende Lebensmittel- und Benzinpreise die Kaufkraft der Haushalte unter Druck setzen.
Spanische Wirtschaft wächst, während die Lebenshaltungskosten steigen
Ein privater Fernsehsender verkündete es ohne Zögern: ein „brutaler“ Zuwachs an Arbeitsplätzen, vor allem bei Frauen und Migranten. Es wurde so sachlich vorgetragen, als würde man ein vorgefertigtes Skript ablesen. Die Frage, die bleibt, ist nicht, ob die Daten stimmen, sondern warum die offiziellen Zahlen und der Warenkorb im Supermarkt zwei völlig unterschiedliche Geschichten erzählen.
Offizieller Bericht versus Realität an der Supermarktkasse
Die offizielle Botschaft spricht von Rekordbeschäftigung und einem starken Arbeitsmarkt. Dem gegenüber steht die Erfahrung, die in Gesprächen am häufigsten geteilt wird: Lebensmittel kosten 50 % mehr als noch vor wenigen Jahren, und die gleichen 20 Euro für Benzin, die früher für zwei Hin- und Rückfahrten nach Alicante reichten, genügen heute nur noch für eine. Das ist kein Wahrnehmungsproblem, sondern häusliche Arithmetik.
Einige behaupten, die Makroökonomie sei zu einem Werkzeug für Trickbetrüger geworden – eine „Wissenschaft“, die dazu dient, den Unbedarften zu täuschen. Das ist ein schwerer Vorwurf, aber er erklärt, warum so viele Menschen den Schlagzeilen nicht mehr glauben, sobald sie an der Kasse stehen. Die Indikatoren steigen, das Gefühl sinkt. Und beides kann gleichzeitig wahr sein.
Der Trick mit den „fijos discontinuos“ und den unbezahlten Stunden
Der technischste und am häufigsten genannte Punkt betrifft die fijos discontinuos (unbefristete Arbeitsverhältnisse mit unregelmäßiger Arbeitszeit). Ein Arbeitnehmer mit diesem Vertrag gilt nicht als arbeitslos, wenn er nicht arbeitet, keinen Lohn erhält und keine Sozialversicherungsbeiträge leistet. Das Ergebnis ist eine steigende Zahl Beschäftigter, während die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden stagnieren. Misst man die Anzahl der Verträge, läuft das Land wie geschmiert; misst man Stunden und Produktivität, ändert sich das Bild grundlegend.
Der am häufigsten genannte Vergleich ist der von 2008: Heute sind mehr Menschen beschäftigt, aber es wird weniger gearbeitet als während der Hochphase der Krise. Die geschaffenen Stellen sind größtenteils Teilzeit-, Wochenend- oder Stundenjobs. Es ist ein Unterschied, ob man eine Stelle hat oder ein Gehalt, von dem man leben kann. Diese Differenz, die die aggregierten Daten nicht erfassen, ist das, was der Bürger spürt.
Autoverkäufe und das Kleingedruckte
Um Skeptiker zum Schweigen zu bringen, wird ein starkes Argument angeführt: Die Neuwagenverkäufe liegen zum ersten Mal seit 2019 wieder über einer Million Einheiten. Das ist ein gewichtiges Argument, da der Konsum von langlebigen Gütern oft auf Vertrauen hindeutet. Wenn die Menschen Autos kaufen, muss Geld vorhanden sein.
Die Antwort folgt mit dem Kleingedruckten. Das meistverkaufte Modell ist ein günstiger Kleinwagen, kein Traumauto. Zudem besteht der Verdacht, dass ein Teil der Zulassungen im Dezember keine echten Verkäufe an Privatpersonen waren, sondern Händler, die Einheiten anmelden, um sie später als Gebrauchtwagen an Mietwagenfirmen oder Leasinggesellschaften zu verkaufen. Die Zahl wäre zwar korrekt, würde aber nicht das bedeuten, was sie zu suggerieren scheint. Eine detaillierte monatliche Aufschlüsselung zeigt ein Dezember-Ergebnis, das nicht zum Rest des Jahres passt.
Steuern, Schulden und der auf Kredit gekaufte soziale Frieden
Eine weitere Analyse geht der Herkunft der geschaffenen Arbeitsplätze nach. Ein Großteil davon wäre staatliche Beschäftigung, die durch Schulden finanziert wird, da die Steuern – obwohl sie so hoch wie nie zuvor sind – nicht ausreichen, um die Struktur zu decken. Die Verschuldung wächst jedes Jahr massiv an. Und das muss, früher oder später, bezahlt werden.
Die Debatte verlagert sich dann auf etwas Unbequemeres: den auf Kredit gekauften sozialen Frieden. Es wird behauptet, dass der Kauf von Ruhe durch Staatsausgaben eher ein aufgeschobener Erpressungsversuch als eine Lösung ist. Wenn der Teppich aus Schulden weggezogen wird, wird der Trugschluss sichtbar. In der Zwischenzeit kündigt die Regierung Steuererhöhungen an, während die Menschen auf ihre Gehaltsabrechnungen schauen.
Warum die Beschäftigungsdaten nicht zum Warenkorb passen
Weil sie unterschiedliche Dinge messen. Die Beschäftigungsstatistik zählt Verträge und Beschäftigte; der Warenkorb misst die reale Kaufkraft. Ein Land kann mehr Arbeitsplätze haben und gleichzeitig Gehälter, die weniger kaufen können als früher. Prekarität, Unterbeschäftigung und die kumulierte Inflation erklären diese Lücke, ohne dass jemand lügen muss.
Hinzu kommt der Verlust der Kaufkraft der Löhne und die Belastung durch Wohnkosten. Wer zur Miete wohnt, merkt, dass ein immer größerer Teil seines Gehalts für das Dach über dem Kopf draufgeht. Die Statistik unterscheidet nicht zwischen einem unbefristeten Vollzeitvertrag und einem fijo discontinuo ohne aktuelle Tätigkeit. Der Durchschnitt verbirgt die Verteilung.
Der Verfall des Narrativs und die offene Frage
Der Verfall der offiziellen Botschaft hat einen paradoxen Effekt: Je öfter sie wiederholt wird, desto mehr Menschen gleichen sie mit ihrem Kontoauszug ab. Die Inflation schleicht sich in jeden Einkauf ein und lässt sich nicht wegdiskutieren. Preise lassen sich an der Supermarktkasse nicht beschönigen. Das erzeugt einen Skeptizismus, den keine Werbekampagne der Welt entkräften kann.
Es bleibt eine offene Frage. Wenn die Indikatoren sagen, dass die Wirtschaft boomt, der Warenkorb aber etwas anderes sagt, welcher von beiden misst dann wirklich die Wirtschaft der Menschen? Die Antwort liegt nicht in den Daten. Sie liegt in dem Moment, wenn das nächste Mal jemand seine Einkäufe bezahlt und nachrechnet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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