Spanische Lotterie: Verdächtige Muster und mangelnde Transparenz

Statistik erklärt aufeinanderfolgende Zahlen, doch wiederholte Gewinne wie die 73073 oder elf Bonoloto-Gewinner nähren Zweifel an den Ziehungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Lotterie: Verdächtige Muster und mangelnde Transparenz
Wiederkehrende Muster in der spanischen Lotterie ohne klare Erklärung

Ist die Lotterie manipuliert? Niemand hat Beweise für eine Manipulation der Trommeln vorgelegt, und viele scheinbar unmögliche Kombinationen lassen sich statistisch recht unspektakulär erklären. Doch das Häufchen von Zufällen, die Intransparenz der Ziehungen und eine Besteuerung, die 20% der Gewinne einbehält, schüren ein Misstrauen, das nicht verstummt. Mit den verfügbaren Daten bleibt die Situation unverändert: keine Beweise für Betrug und keine Transparenz, die solche ausschließen würde.

Serien aufeinanderfolgender Zahlen: Was sagt die Wahrscheinlichkeit?

Die am häufigsten zitierte Berechnung betrifft benachbarte Kugeln. Bei 49 Nummern im Topf liegt die Wahrscheinlichkeit, dass zwei aufeinanderfolgende Ziehungen direkt nebeneinander liegen, bei etwa 49,52%: Ist die erste Kugel eine 1 oder 49, hat sie nur einen Nachbarn (1/48), bei allen anderen Nummern sind es zwei (2/48). Die Formel lautet (2/49)·(1/48)+(47/49)·(2/48). Übersetzt heißt das: Zwei aufeinanderfolgende Zahlen zu ziehen ist fast ein Münzwurf, keine Anomalie.

Anders sieht es aus, wenn drei oder vier Zahlen aufeinanderfolgen oder sich ein Zahlenpaar in aufeinanderfolgenden Wochen wiederholt. Hier sträubt sich die Intuition, und man beginnt, wo vielleicht nur Zufall herrscht, nach Mustern zu suchen. Das stärkste Gegenargument ist unbequem: Jede Kombination aus sechs Zahlen weist irgendeine Besonderheit auf, wenn man danach sucht. Paare, gleiche Endziffern, fehlende Zehnergruppen. Es gibt immer etwas zu berichten. Die detaillierte Aufschlüsselung dieser Berechnung liefert ein Ergebnis, das jeden überrascht, der sie noch nie durchgeführt hat.

Die 73073 und elf Gewinner: Fälle, die tatsächlich beunruhigen

Es gibt Übereinstimmungen, die sich nicht so schnell abtun lassen. Die 73073 war am 12. Oktober 2018 Hauptgewinn beim Cuponazo der ONCE und am nächsten Tag auch bei der Nationalen Lotterie. Dieselbe Nummer, zwei Ziehungen, jeweils der erste Preis, kugelweise gezogen. Und dann gibt es die Bonoloto-Ziehung mit elf Gewinnern der ersten Kategorie, genau am Vorabend der Wahlen im April 2019, bei 4,1 Millionen Tipps und einer Trefferwahrscheinlichkeit von eins zu 13,8 Millionen. Statistisch ist dies so selten, dass es alle möglichen Theorien genährt hat. Keine davon, sei angemerkt, mit Beweisen.

Intransparenz der Loterías y Apuestas del Estado: Wer kontrolliert die Trommel?

Das Grundproblem sind nicht die Zahlen. Es ist das Vertrauen. Die Lotterie beruht auf dem Glauben an den Organisator der Ziehung, und dieser Glaube hat wenig Halt. Die Ziehungen werden nicht regelmäßig übertragen, die Zusammensetzung der Kugeln wird nicht öffentlich überprüft, und das gesamte System ist computergesteuert. Dem Papier nach bedeutet das, dass die Organisation weiß, welche Kombinationen gespielt wurden, bevor die erste Kugel gezogen wird.

Die am häufigsten genannte Maßnahme zur Entkräftung des Verdachts ist einfach: Veröffentlichung der vollständigen Datei der abgegebenen Tipps fünfzehn Minuten vor jeder Ziehung. Dies würde eine Manipulation nicht verhindern, aber sie viel schwerer verbergen machen.

Die 20%-Steuer und das echte Interesse des Fiskus

Man sollte das Geschäft nicht aus den Augen verlieren. Seit Einführung der 20%-Abgabe auf Gewinne behält der Staat einen erheblichen Anteil ein. Manche nennen es offen die "Dummsteuer": Man zahlt beim Kauf des Loses und erneut beim Einlösen des Gewinns.

Der Steueraufkommen ist kein Detail. Auch das Image nicht: Der Spieleveranstalter ist gleichzeitig der Hauptbegünstigte davon, dass das Spiel funktioniert, und dieser strukturelle Interessenkonflikt hilft keineswegs, Transparenz zu verkaufen. Der Anbieter eines Automaten steht unter dem Verdacht seiner Kunden; ein Staat, der seine eigene Lotterie organisiert, verkauft und besteuert, ebenso.

Gewinnen repariert nicht immer das Leben

Und da ist die andere Seite, die in den Statistiken fast nie auftaucht. Eine Familie aus Valencia verklagte die ONCE, weil diese sich weigerte, ein Los mit einem Gewinn von 400.000 Euro auszuzahlen, mit der Begründung, dass die Person, die den Anspruch geltend machte, im Allgemeinen Register für den Ausschluss vom Glücksspiel eingetragen war. Der Rechtsstreit ist noch offen.

Spielsucht ist eine andere Facette desselben Geschäfts, und Berichte über schlecht endende Gewinne häufen sich mehr, als die Statistik vermuten lässt. Langfristig gewinnt niemand bei der Lotterie. Was sich ändert, ist, wie viel man auf dem Weg verliert.



Am Ende ist die Wahrscheinlichkeit, dass man gewinnt, dieselbe wie die, dass man nicht gewinnt. Der Unterschied ist, dass Letzteres fast immer eintritt, und es gibt dennoch Leute, die behaupten, dass auch das verdächtig ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (246 Antworten).

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