Beste Gitarren-Intro: Klassiker gegen Metalcore

Paul Pesco, Duane Allman, Thunderstruck oder Metalcore: Der Streit um die beste Gitarren-Intro dreht sich nicht um Fakten, sondern um Geburtsjahrgänge.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Beste Gitarren-Intro: Klassiker gegen Metalcore
Thunderstruck ist nicht die beste Gitarren-Intro

Die beste Gitarren-Intro der Geschichte existiert nicht. Es gibt Lager. Das Riff von Thunderstruck, der Einstieg in Hangar 18 und der verzerrte Anfang, den Paul Pesco für C+C Music Factory aufnahm, wurden im selben Atemzug als Nummer eins verteidigt und mit Verachtung abgetan. Die Diskussion kehrt alle paar Monate zurück und vergleicht keine Daten: Sie vergleicht Geburtsjahre.

Manche behaupten, das Material aus den 70ern und 80ern sei nach wie vor der Heilige Gral, während andere kontern, dass dies nur Nostalgie sei, getarnt als Qualitätskriterium. "In der Musik ist Altes der Heilige Gral", fasst ein Veteran halb im Scherz zusammen. Auf der anderen Seite kontert ein Dreißigjähriger, dass er nicht aus der Wegwerf-Urban-Musik komme, sondern vom Metalcore. Dazwischen klafft eine Lücke, die niemand füllt: Eine Intro lässt sich objektiv nicht messen.

Was macht ein Eröffnungs-Riff zum besten aller Zeiten?

Nichts. Es gibt keine Metrik. Intensität, Technik und Wirkung sind Empfindungen, keine messbaren Größen, weshalb jedes Lager sein eigenes Terrain wählt. Wenn von Duane Allman die Rede ist, der bei einem Unfall mit 23 Jahren starb, wird auf das unvollendete Talent verwiesen. Wenn Roy Buchanan oder Lonnie Mack genannt werden, werden Gitarristen geehrt, die nie den Ruhm bekamen, den sie verdient hätten. Und wenn jemand Thunderstruck ins Spiel bringt, lautet die Antwort oft ein Achselzucken: brutal, ja, aber bis zur Übersättigung gehört.

Der Streit dreht sich in Wirklichkeit um Legitimität. Solos von Stevie Ray Vaughan oder Riffs von Rory Gallagher gelten als Beweis für eine Ära, in der gutes Spielen wichtig war. Die härteren Tracks des aktuellen Metals kommen hingegen mit Sängern, deren Extremkeit der Growls analysiert wird.

Das Generationenproblem: Metalcore vs. klassischer Metal

Der Konflikt ist kein musikalischer, sondern ein kalenderlicher. Ein Veteran über 50 verteidigt die Ansicht, dass heutige Bands die Idole der 80er wie Pfadfinder wirken lassen, die am Lagerfeuer singen. Auf der anderen Seite antwortet ein Dreißigjähriger, dass ihm klassischer Metal langweilig sei und er neuere Formationen bevorzuge. Keiner von beiden hat das Album des anderen komplett gehört. Beide wissen das.

Die Ironie besteht darin, dass beide Lager dieselben Namen nennen, wenn sie ihren Geschmack unter Beweis stellen wollen: AC/DC, Iron Maiden, frühe Metallica. Der Unterschied liegt darin, was nach dem Komma kommt.

Worüber niemand streitet

Bei diesem Thema ist jede Prognose waghalsig. Wahrscheinlich wird der Streit nie beigelegt, weil er auf etwas beruht, das kein Urteil zulässt: Geschmack. Die brutalste Intro wird weiterhin diejenige sein, die genau in dem Moment erklang, als jemand beschloss, eine Gitarre zu greifen. Das – und nicht das Riff – ist das Einzige, worüber man nicht streiten kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (52 Antworten).

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