Spanische Erntetomaten kosten 8 €/kg statt geschmackloser Supermarktware

Geschmacklose Supermarkt-Tomaten werden zu früh geerntet; authentische spanische Dorftomaten kosten fast 8 Euro pro Kilo.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Erntetomaten kosten 8 €/kg statt geschmackloser Supermarktware
Die besten Tomaten gibt es nicht im Supermarkt

Die besten Tomaten sind nicht im Supermarkt und fast immer auch nicht beim lokalen Gemüsehändler zu finden. Dies ist der Ausgangspunkt einer Diskussion, in der sich mehrere Teilnehmer einig sind: Warum hat die Tomate aufgehört, nach Tomate zu schmecken? Die wiederkehrende Diagnose ist eindeutig: Exemplare großer Ketten kommen geschmacklos mit überproportionierten Stielen an, und nur die, die ein Gärtner verschenkt, wenn reife Rosen übrig bleiben, sind gerettet. Gibt es etwas, das man tun kann, außer sich zu ergeben?

Warum schmecken Supermarkt-Tomaten nach nichts?

Weil sie zu früh geerntet werden. Das ist die agronomische Erklärung eines Nutzers: Jede Pflanze entzieht dem Boden Nährstoffe, aber dieser Transfer zur Frucht erfolgt hauptsächlich in den letzten Phasen des Anbaus, wenn die Tomate Vitamine, Kohlenhydrate und Geschmack gewinnt. Um diese Qualität zu erhalten, müsste sie bereits rot geerntet werden. Und laut diesem Bericht kann sich ein industrieller Produzent das nicht leisten: Er muss sie noch grünlich-rosa (pintón) pflücken und während des Transports zum Regal reifen lassen.

Der Unterschied liegt nicht in der Sorte, sondern im Zeitpunkt. Wer einen Garten hat, kann es sich leisten, eine reife Tomate zu pflücken und am selben oder nächsten Tag auf den Tisch zu stellen. Ein kommerzieller Produzent kann das nicht. Dort geht fast alles verloren, selbst wenn der Landwirt Kuh- und Schafdung verwendet und auf Insektizide, Herbizide und chemische Düngemittel verzichtet: Der Geschmack wird vor dem Verpacken entschieden, nicht danach.

Es gibt sogar eine Paradoxie, die der Intuition widerspricht: Manche behaupten, dass man im Winter bessere Tomaten findet als im Sommer. Es klingt seltsam, passt aber zur Argumentation, wenn man an erzwungene Reifung und den Stress denkt, den extreme Hitze auf die Pflanze ausübt.

Was kostet eine Tomate, die nach Tomate schmeckt?

Das hängt vom Vertriebsweg ab. Wie ein Nutzer berichtet, wird eine Mar Azul-Tomate in einem Dorf in Málaga für fast 8 Euro pro Kilo verkauft. Am anderen Ende spricht ein anderer Teilnehmer von Kettenprodukten für 2 und 3 Euro pro Kilo mit Gummiball-Textur, und manche haben einfach aufgehört, Tomaten zu kaufen, anstatt dafür zu zahlen.

Auch im Internet findet man anständige Stücke, aber die Warnung ist klar: Machen Sie sich auf hohe Kosten gefasst. Der Weg über den eigenen Garten umgeht den Preis, erfordert aber Zeit, Bewässerung, Sulfatbehandlung und bringt Enttäuschungen mit sich. Dazwischen bleibt ein Klassiker, der gut ankam, aber misslang: Ochsenherztomaten einer bekannten deutschen Kette, lecker, aber mit einem für das Angebot zu dicken Stiel.

Los Molinos-Tomaten und fast verschwundene Sorten

Die Karte der überlebenden Sorten ist eine Karte des ländlichen Spaniens. Genannt werden Tomaten aus El Perelló in der Comunidad Valenciana; aus Los Palacios in Sevilla; aus Mazarrón in Murcia; aus Barbastro, dessen Produktion dieses Jahr kurz ausgefallen ist oder auf andere Märkte abgewandert ist, sowie die malaguische Mar Azul.

Der auffälligste Fall ist die Los Molinos-Tomate. Sie ist hässlich: groß und fleischig, ja, aber voller Rillen und Hohlräume am Boden. Etwa 600-650 Gramm pro Stück. Aufgrund dieser Mängel verlor sie ihre kommerzielle Abnahme und wäre fast verschwunden, bis sich ein Einheimischer für ihre Wiederbelebung einsetzte. Heute sind Setzlinge in jedem Gartencenter in Asturien erhältlich. Die Feinheiten – welcher Teil für den Salat und welcher für Pisto geeignet ist – liegen in den Details des Anbaus.

Lohnt es sich, Tomaten zu Hause anzubauen?

Das ist die Frage mit den unterschiedlichsten Antworten. Die agronomische Bilanz ist hart: Fäule, Mehltau, Kalziummangel im Boden und ein Sommer voller Hitze, der die Produktion zerstört. Manche bauen seit Jahren an und zweifeln, ob sie wieder pflanzen werden. Auf der anderen Seite funktioniert die Rentabilitätsberechnung auch nicht: Wer in einem Jahr am meisten geerntet hat, spricht von 120 Kilogramm, und die folgende Frage lautet: Wofür – Verschenken, Einkochen – wenn sich die Arbeit nicht lohnt?

Demgegenüber steht das Argument der Autonomie. Obst, Gemüse und sogar Eier mit ein paar Hühnern zu haben, ist angesichts weit verbreiteter Knappheit wichtig, auch wenn die Bequemlichkeit selten aufkommt. Und manche, die einen Garten haben, geben zu, völlig ungeschickt zu sein und nur Cherry-Tomaten und wenige andere zu bekommen.

Bezüglich der Pflege gibt es technische Debatten: Manche entfernen alle Seitentriebe von Anfang an und lassen einen als Reserve, falls die Haupttriebführung beim Winden der Pflanze bricht; andere lassen zwei Stiele oder lassen die Tomatenpflanze einfach frei wachsen. Was kaum jemand diskutiert, ist das Nicht-Abschneiden von Orangenästen.

Wo kauft man wirklich ein: Der Nachbar-Gärtner

Für mehrere Teilnehmer ist der beste Kanal keine Kette und kein Gemüsehändler: Es ist die Haustür des Gärtners. Er stellt einen kleinen Tisch mit dem Tagesgeschnitt auf, wiegt mit einer Waage und verkauft den Überschuss billiger und besser als jedes Geschäft. Es ist das gleiche Prinzip wie auf dem Markt, im Laden für regionale Produkte oder im Dorf, wo man direkt vom Feldbesitzer kauft. In Städten existiert dies nicht.

Die vorletzte Option ist der Gang zum Strauch. Es gibt Höfe, auf denen man Tomaten, Paprika und Zucchini direkt pflückt, und Baumschulen neben Krankenhäusern, die an bestimmten Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Die letzte Option ist der Topf: Eine zu Hause gepflanzte Tomate kommt klein heraus, Cherry-Typ, aber glorreich im Geschmack. Und manche haben versucht, Samen von gekauften Supermarkt-Tomaten zu säen und waren angenehm überrascht, mit der Warnung, dass die meisten kommerziellen Sorten determiniert sind und die gesamte Produktion auf einmal liefern.

Die Diskussion endete in einem Kreuzfeuer von Vorwürfen zwischen denen, die sagen, sie bauen an, und denen, die ihnen nicht glauben. Hintergrundrauschen.

Vorhersehbar ist, dass geschmackvolle Tomaten weiterhin ein saisonales, regionales und nachbarschaftliches Produkt bleiben werden, kein gekühltes Regalprodukt. Mit Vorbehalt: Wenn Hitze und Schädlinge weiter so drängen wie dieses Jahr, vielleicht gar nicht mehr.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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