Spanische Arbeitgeberverbände fordern 700.000 Arbeitskräfte – Bau wieder im Fokus

Der spanische Arbeitgeberverband fordert 700.000 Arbeitskräfte für das Bauwesen, während die migrationskritische Rhetorik in denselben Medien läuft. Die Zahlen…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Arbeitgeberverbände fordern 700.000 Arbeitskräfte – Bau wieder im Fokus
Arbeitgeber fordern 700.000 Arbeitskräfte – der Bausektor rückt wieder ins Zentrum

Die Bauindustrie sagt, ihr fehlen Arbeitskräfte. Konkret: **700.000 Arbeitskräfte**, um die Wohnungen zu bauen, die nach Angaben der Branche selbst fehlen. Die Zahl kursiert in Medien, die üblicherweise PP und VOX unterstützen – und genau dort beginnt der Kurzschluss: Dieselben, die vor dem Sogeffekt warnen, verfassen Leitartikel, in denen sie den massenhaften Import von Arbeitskräften fordern. Der Widerspruch ist nicht geringfügig.

Die Zahl verstört aus einem elementaren Grund. Wenn in den letzten Jahren Millionen Menschen nach Spanien gekommen sind – wo sind dann die Arbeitskräfte, die angeblich das System stützen sollten? Die Frage zieht sich durch die gesamte wirtschaftliche Debatte, und niemand beantwortet sie mit Zahlen. Manche verweisen darauf, dass ein erheblicher Teil dieser Bevölkerung nicht erwerbstätig ist, schwarz arbeitet oder schlicht nicht in den Statistiken der Sozialversicherungsanmeldungen auftaucht. Der Witz erzählt sich von selbst.

Wie viele Migranten sind gekommen – und warum fehlen Bauarbeiter?

Manche rechnen mit groben Zahlen: **fünf Millionen Menschen in acht Jahren**, oder zehn Millionen in fünfzehn. Bei diesem Volumen erfordert die Behauptung, es fehle an Maurern, eine Erklärung, die die Branche nicht liefert. Eine Rechnung, die in der Debatte kursiert, besagt, dass nicht einmal drei Millionen dieser Neuzugänge regelmäßig arbeiten würden. Die Rechnung geht nicht auf.

Das Gegenargument verweist auf die Bedingungen. Bevor man Arbeitskräfte importiert, so die Forderung, sollte man sich fragen, warum die einheimischen Arbeitnehmer die Branche verlassen haben: **Löhne, Prekarität und fehlender Generationenwechsel**. Im Ausland zu rekrutieren ist billiger, als Löhne anzuheben. Es ist die alte Versuchung des Bauunternehmers.

Das Wohnungsgeschäft: Wer profitiert von 700.000 zusätzlichen Maurern

Der zweite Teil des Problems ist die Wohnungsfrage. Die Diagnose, die kursiert, ist unbequem: Es herrscht ein Wohnungsmangel in der Größenordnung von Hunderttausenden Einheiten, während die Menschen sich Zimmer teilten oder bis über dreißig bei den Eltern wohnten. Wer **700.000 Arbeitskräfte** holt, um diese Wohnungen zu bauen, schafft zugleich 700.000 zusätzliche Wohnungssuchende. Hinzu kommen die Familienangehörigen, die später nachkommen.

Das Ergebnis dieser Analyse ist ein zusätzlicher Druck auf die Mieten in einem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt. Bauen dauert Jahre. Die Nachfrage ist sofort da. Die Lücke zwischen beidem zahlt der Mieter.

Der Widerspruch der rechten Medienlandschaft in der Migrationsfrage

Hier liegt der politische Knotenpunkt. Ein Teil der Wählerschaft von PP und VOX wählt in der Überzeugung, dass Migration das Problem sei. Dieselben Medien, die dieses Weltbild speisen, fordern nun, **700.000 Fremde** für die Baustellen ins Land zu holen. Die Quadratur des Kreises.

Aus der liberalen Ecke wird argumentiert, all das diene reinen Arbeitgeberinteressen: billige, willfährige Arbeitskräfte, die die Löhne nach unten drücken. Zudem diene die Angstrhetorik als Alibi, während Großkonzerne und Tech-Firmen das große Geschäft machen. Die Kritik unterscheidet kaum zwischen links und rechts: Beide seien Transmissionsriemen derselben Interessen.

Die Branche, die nicht anläuft: Genehmigungen, Strom und echte Kapazität

Gegen das Narrativ vom Bau als Wachstumsmotor gibt es einen technischen Einwand, den man selten hört: **einen solchen Bauboom gibt es gar nicht**. Es fehlen Genehmigungen, es fehlt elektrische Kapazität, es fehlt erschlossenes Bauland. Ohne diese Bausteine klingt das Versprechen von 700.000 Jobs im Bausektor nach Wunschdenken. In welcher Welt leben die Leute, die diese Schlagzeilen schreiben, fragen manche.

Der deutsche Kontrapunkt illustriert es: Während hier der Import von Arbeitskräften gefordert wird, plante Volkswagen, die Löhne bis 2030 einzufrieren und Tausende Stellen abzubauen. Der europäische Arbeitnehmer landet so oder so zwischen den Mühlsteinen des Sparens.

Die Prognose, mit Vorbehalt: Wenn die Wohnungsnachfrage weiter wächst und der Bausektor wegen der genannten Engpässe nicht anläuft, werden die Preise nicht sinken. Und wenn das nächste Mal jemand fordert, 700.000 Arbeitskräfte zu holen, sollte man ihn zuerst fragen, wie viele der bereits Gekommenen tatsächlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (70 Antworten).

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