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Spaniens Bauverband fordert Legalisierung von 700.000 Migranten
Der spanische Bauverband CNC verlangt die Regularisierung von 700.000 Migranten wegen Arbeitskräftemangel, was eine Debatte über Löhne und Wohnkosten auslöst.
Spaniens Bauverband fordert Legalisierung von 700.000 Migranten: Bedarf oder Lohnstrategie?
Auf einer Baustelle am Rande von Madrid zeigt ein pensionierter Vorarbeiter auf den Wechsel: "Jetzt sind alle Ausländer. Der Spanier will nicht für 1.350 Euro im Monat arbeiten." Dieser Satz fasst die Debatte zusammen, die der nationale Bauverband Confederación Nacional de la Construcción (CNC) angestoßen hat, indem er die Massenregularisierung von 700.000 Migranten zur Besetzung offener Stellen forderte. Die vor über einem Jahr gestellte Forderung ist weiterhin aktuell: Der Sektor leidet unter einem Personalmangel, den er auf diese 700.000 Menschen beziffert, doch die gesellschaftliche Reaktion fiel nicht einheitlich aus.
Das Argument des Bedarfs: Mehr Wohnraum, weniger Arbeiter
Die CNC vertritt die Ansicht, dass ohne diese Regularisierung nicht genug Wohnungen gebaut werden können, um die Preise zu stabilisieren. Nach ihren Berechnungen werden zusätzlich 200.000 Wohnungen pro Jahr benötigt – und dafür braucht es Hände. Die Daten zur Jugendarbeitslosigkeit, die einige bei real über 20 % sehen, widersprechen dieser Nachfrage: Wie kann es an Arbeitskräften fehlen, wenn so viele arbeitslos sind? Die Antwort des Verbands lautet, dass junge Spanier keine harten Jobs im Bauwesen für Nettolöhne um 1.350 Euro monatlich wollen. "Kein Spanier arbeitet für weniger als 2.500 Euro", argumentiert man in der Branche. Ein ausländischer Arbeitnehmer akzeptiere hingegen zwischen 1.200 und 1.800 Euro.
Die andere Lesart: Lohn-Dumping und Abwärtsdruck
Für Kritiker ist die Forderung ein Manöver, um Arbeitskräfte billiger zu machen. "Ein Land mit Arbeitskräften überschwemmen, damit der Preis für Arbeit einbricht", fasst eine häufige Analyse zusammen. Der Mechanismus wäre einfach: Durch das Angebot an Arbeitnehmern, die bereit sind, weniger zu verdienen, bleiben die Branchentätigkeiten niedrig, und Unternehmen sichern ihre Margen, ohne die Bedingungen verbessern zu müssen. In Provinzen wie Biskaya wird darauf hingewiesen, dass Migranten die garantierte Einkommenssicherung (Renta de Garantía de Ingresos, RGI) beziehen, während gleichzeitig Maurer fehlen sollen. "Entweder sie arbeiten oder sie gehen", schlagen einige vor und nennen Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate als Vorbild, wo Sozialleistungen nur Staatsbürgern zustehen und die Arbeitserlaubnis mit dem Vertrag endet.
Die demografische Paradoxie und der Immobilienpreis
Die Forderung nach Massenregularisierung fällt in eine Zeit mit Höchstständen bei den Immobilienpreisen. Einige weisen darauf hin, dass die Lösung nicht darin bestehe, mehr Menschen ins Land zu holen, sondern jene abzuschieben, die keine Netto-Steuern zahlen oder illegal eingereist sind: "Der Druck auf den Wohnungsmarkt würde sofort sinken", postulieren sie. Der Verband besteht jedoch darauf, dass der einzige Weg, das Angebot zu erhöhen, mehr Bauarbeit sei, und dafür brauche es Arbeitskräfte. Das Quadratur des Kreises-Problem: Solange kein Bauland freigegeben und die Bürokratie nicht beschleunigt wird, bleibt Wohnraum knapp. Und solange die Löhne auf der Baustelle nicht steigen, wird sich die heimische Arbeitskraft weiterhin abwenden.
Ein Modell zur Diskussion: Temporäre Regularisierung oder Bindung an Beschäftigung?
Unter den entstehenden Vorschlägen sticht das "Dubai-Modell" hervor: Regularisierung gekoppelt an einen Arbeitsvertrag, ohne Anspruch auf Sozialleistungen und mit der Verpflichtung, das Land nach Beendigung des Jobs zu verlassen. Diese Idee, die manche als "sklavisch" und andere als "realistisch" betrachten, spiegelt die Schwierigkeit wider, den Bedarf an Arbeitskräften mit der Migrationskontrolle in Einklang zu bringen. Der Verband selbst beschränkt sich darauf, legale Kanäle für diejenigen zu fordern, die bereits in der Schattenwirtschaft arbeiten. "Es geht nicht darum, mehr Leute zu holen, sondern die vorhandenen zu regularisieren", betonen sie.
Die Debatte ist noch offen. Währenddessen ändert sich auf den Baustellen die Nationalität der Hilfsarbeiter, die Löhne stagnieren, und die 80-Quadratmeter-Wohnung bleibt über 250.000 Euro. Die verwirrende Zahl: Trotz der Nachfrage nach 700.000 Arbeitern stiegen die Anmeldungen zur Sozialversicherung im Bausektor im letzten Jahr nur um 2 %.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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