Spanische Anleihe auf höchstem Stand seit 2013: Das Ende der Party

Die zehnjährige spanische Staatsanleihe erreichte am 24. September 4,079 %, den höchsten Stand seit 2013, während die deutsche Bundesanleihe bei 3,597 % lag und die Risikoprämie 48 Basispunkte betrug.

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Spanische Anleihe auf höchstem Stand seit 2013: Das Ende der Party
Spanische Anleihe bei 4,079 % – Risikoprämie markiert 48 Punkte

Am 24. September erreichte die zehnjährige spanische Staatsanleihe mit 4,079 % ihren höchsten Stand seit 2013. Am selben Tag notierte die deutsche Bundesanleihe bei 3,597 %. Die Differenz ergibt eine Risikoprämie von 48 Basispunkten. Mit diesen Werten ist die These, dass Spanien sich im freien Fall Richtung der 7,68 % aus dem Jahr 2012 befindet, kaum haltbar: Geld in Euro ist für alle teurer geworden, nicht nur für das spanische Schatzamt.

Die Diagnose des Analyseberichts lautet, dass die Party vorbei ist. Rettungsaktionen, Hilfen aller Art, unkontrollierte Schulden und öffentliche Ausgaben, die nicht zwischen Investitionen und Verschwendung unterscheiden. Der Unterschied zu 2012 liegt in der Dimension: Damals kam der Satz von 7,6 % mit einer Prämie über 600 Punkten, weil der Markt spezifisch an Spanien zweifelte. Jetzt steigt der gesamte Block, mit Deutschland bei 3,6 %, was keineswegs ein Land unter Verdacht ist.

Was der spanische Anleihemarkt im September signalisiert

Technische und makroökonomische Lesarten widersprechen sich. Ein Teil der Analyse behauptet, dass die letzte Widerstandslinie gebrochen sei und die Zinskurve nicht mehr auf übliche Kontrollmechanismen reagiere: Eingriffe zur Eindämmung schüren die Inflation, und die Inflation treibt die Anleihe wieder nach oben. Ein Kreislauf ohne manuelle Bremse.

Dagegen steht das Argument der Differenz. Wenn die Bundesanleihe bei 3,597 % und die spanische Anleihe bei 4,079 % liegt, beträgt die Risikoprämie rund 48 Basispunkte, ein Niveau, das 2012 wie Science-Fiction gewirkt hätte. Die Verteuerung betrifft das Geld im Euro-Raum, nicht das Länderrisiko. Diese Nuance unterscheidet einen Schreckmoment von einer Schuldenkrise.

Das Gegenargument hat seine eigene Schwäche: Dieselbe Geschichte wurde 2010 und 2011 erzählt, als die Bundesanleihe bei etwa 2 % lag und hier behauptet wurde, es sei ein Problem für alle. Dann stoppte die EZB ihre Käufe und die spanische Prämie schoss innerhalb weniger Nachrichtensendungen auf 600, während Deutschland bei 1,5 % lag. Der Markt unterscheidet zwischen einem Land und einem Block, wenn es ihm passt. Dass die Bundesanleihe nun bei 3,6 % liegt, schützt niemanden; es bestätigt nur, dass Geld für alle teuer ist.

Wie teuer ist die Refinanzierung der spanischen Staatsschulden?

Die in der Analyse genannten Zahlen sind schwindelerregend. Allein an Zinsen zahlt Spanien etwa 40 Milliarden Euro pro Jahr. Der Hauptbetrag wächst weiter um 100 Milliarden Euro jährlich. Bei diesem Refinanzierungsvolumen entspricht jeder Prozentpunkt zusätzlichen Milliardenkosten, die irgendwo herkommen müssen: Gesundheit, Gehälter oder über Preise beim Verbraucher.

Die vollständige Berechnung, aufgeschlüsselt nach Posten, zeigt eine überraschende Differenz. Die heimische Übersetzung ist bekannt: Steigt die Anleihe, zieht der Euribor zeitverzögert nach, und wer 2021 eine variable Hypothek abgeschlossen hat, merkt, dass der Schnäppchenpreis eine Falle war. Die stille Steuer erscheint nicht im BOE (Amtsblatt), sondern im Einkaufskorb.



Warum die Rettung von 2012 Spanien nicht rettete

Die Rettung von 2012 rettete nicht Spanien: Sie rettete deutsche und französische Gläubiger, die unsere Schulden hielten, mit Geld von hier und von denen, die danach kommen. Diesmal wird die Verpackung anders sein: Mechanismus, Kauf am Sekundärmarkt, Stabilitätsinstrument. Die Schlagzeile wird sensationell sein; die Zahlung real.

Der wahrscheinliche Weg wird keine klassische Rettung sein, sondern die EZB, die massenhaft Schulden kauft. Das nennt man Monetarisierung und wird im Supermarkt bezahlt, nicht in Büros. Es ist eine Steuer, die nicht im BOE auftaucht. Die Frage ist nicht, ob es Intervention geben wird, sondern wer die Rechnung unterschreibt.

Das BIP wächst, aber das Pro-Kopf-BIP nicht

Das Wachstum von 2,6 % bricht zusammen, sobald man die Inflation von 4,9 % abzieht. Laut kursierenden Berechnungen ergibt sich ein reales Wachstum von -2,3 %. Die Schuldenquote ist ein leicht manipulierbarer Indikator: Argentinien hat sie bei 84 % und das Land ist verwüstet. Man betrachte stattdessen das Pro-Kopf-BIP.

Die Kritik zielt auf die Zusammensetzung des Wachstums: Hohe Inflation, massiver Bevölkerungszuzug und öffentliche Ausgaben blähen den Zähler auf, ohne dass das Einkommen pro Kopf mithält. EU-Mittel gehen zur Neige, Rentner und Beamte nehmen jedes Jahr um 100.000 oder 200.000 zu, und die Zinslast explodiert. Jahre großer Belastung liegen vor uns, mit der Warnung, dass die Zahlen des INE (Nationales Statistikinstitut) davon abhängen, wer das INE leitet.

Wer zahlt die Zeche, wenn Kürzungen kommen?

Die Frage, die über der Analyse schwebt, ist, wo die ersten Kürzungen ansetzen werden: Zulagen, Prestigeprojekte, Renten oder staatliche Dienstleistungen. Das historische Muster wiederholt sich mit Uhrwerksgenauigkeit: Regierungen verschwenden jahrelang, hinterlassen das Land am Rande der Pleite und gehen; die nächste Runde kommt, trifft unpopuläre Maßnahmen, Gewerkschaften und Unterstützer machen Aufruhr, und nach wenigen Jahren kehrt die erste Gruppe zurück. Spanien ist nicht reparierbar, schlussfolgert die pessimistischste Lesart.

Die andere Front ist extern. Die Risikoprämie ist nichts anderes als die Miete, die dafür verlangt wird, über Verhältnisse zu leben. Und diese Miete zahlt der Steuerzahler, nicht die Elite. Wir können unsere Anleihe nicht von der anderer trennen: Fällt Frankreich, fällt Deutschland und fallen wir alle. Die Zweifel bestehen darin, wer die Retter rettet.

Die Warnung, die niemand lesen will

Eine Krise betrifft alle, trifft aber besonders hart jene, die von Almosen leben. Das ist die Warnung eines Teils der Analyse, mit derselben Kälte, mit der man auf ein Diagramm blickt. Unterdessen sehen Arbeitnehmer im Privatsektor, wie gedrucktes Geld nur in wenige Taschen fließt.

Genau hier stockt die Analyse: Wenn die Anleihe auf 5 %, 6 % oder 8 % schießt, wird die kommende Inflation 20 % oder mehr betragen, und kein indexierter Fonds wird diese Rendite schlagen. Niemand weiß noch, ob die deutsche Bundesanleihe standhält oder ob sich die spanische Prämie zuerst löst. Die Daten liegen auf dem Tisch. Die Schlussfolgerung ist in der Luft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (120 Antworten).

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