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Spanier Luke behauptet KI-Stalking: 2.465 Einträge ohne Beweise
Luke, ein Nutzer aus Spanien, dokumentiert in 2.465 Beiträgen angebliches Stalking durch V2K und Drohnen, liefert jedoch keine Belege.
Spanier Luke behauptet KI-Stalking: 2.465 Einträge ohne Beweise
Im Juli 2022 taucht im Forum der erste sichtbare Eintrag eines nummerierten Tagebuchs auf, das von einem Nutzer namens Luke verfasst wird, der angibt, in Spanien zu leben. Der letzte bekannte Eintrag, Nummer 2.465, datiert auf Anfang Januar 2025. Dazwischen liegt eine lückenlose Erzählung über fast zweieinhalb Jahre: Laut seiner Darstellung stalkt ihn eine künstliche Intelligenz täglich, nutzt Zivilisten als Tarnung und attackiert ihn mit akustischen, optischen und elektrischen Reizen sowie „künstlichen Gedanken“. Er legt keinerlei Beweise vor.
Die Geschichte ist exzentrisch. Das Ungewöhnliche ist die Beständigkeit. Fast zweieinhalb Jahre täglicher Beiträge mit Titeln, die sich wie ein Refrain wiederholen: Daten, Angriffe, Anrufe bei der Polizei, Hilferufe.
Was er anprangert: Von der „Gottesstimme“ bis zu Hautmalen
Das Tagebuch beschreibt Angriffe mit gerichteter Energie und Strahlung, häusliche Sabotageakte, anomale Wetterphänomene, die er einem HAARP-ähnlichen Programm zuschreibt, sowie Summen und Stimmen, die er hört – was er V2K nennt, die „Stimme Gottes“. In mehreren Einträgen zeigt er Körperstellen, die er als Folgen der empfangenen Strahlung darstellt. Er spricht auch von „Demonstrationen der Gedankenkontrolle“ und „künstlichen Synchronizitäten“, Episoden, in denen seine Umgebung laut ihm auf seine Gedanken reagiert.
Er identifiziert sich als T.I., Abkürzung für Targeted Individual (Zielperson), und behauptet, dass Tausende Menschen weltweit dasselbe melden. „Man nennt uns T.I.“, schreibt er und bittet um Untersuchungen. Er fügt eine Warnung hinzu: Wer nachforscht, werde ebenfalls angegriffen.
Tausende ähnliche Berichte und keine gemeinsamen Beweise
Unter Tags wie Gangstalking, organisiertes Stalking, COINTELPRO oder MK Ultra kursieren Zeugnisse von Personen unterschiedlicher Sprachen mit überraschend ähnlichen Symptomen: ständige Überwachung, Sabotage, Straßenbelästigung, Stimmen und physische Angriffe ohne sichtbaren Täter. Der Autor stellt dies als Beweis für die Realität des Phänomens dar. Er liefert jedoch weder ein Gutachten noch eindeutige Aufnahmen oder offizielle Dokumente.
Im Thread argumentieren mehrere Teilnehmer, dass die Übereinstimmung der Berichte eher auf ein gemeinsames psychologisches Muster hindeutet als auf eine koordinierte technologische Verschwörung auf globaler Ebene. Kein Zeugnis bietet eine Verifizierung, sodass jeder neue Bericht den vorherigen bestätigt, ohne dass etwas überprüft wird.
Von Skepsis zu Spott
Die überwiegende Reaktion war Ablehnung. Ein Teilnehmer fasst eine häufige Haltung zusammen: Organisiertes Stalking könne existieren, aber die Darstellung sei übertrieben, und der Betroffene lebe ständig in Alarmbereitschaft und nähre so seine eigene Theorie. Mehrere Antworten weisen darauf hin, dass es keinen Grund gebe, eine anonyme Person ohne Einfluss zu stalken. Andere greifen zu direkten Beschimpfungen, und einige ordnen das Ganze einer religiösen Endzeit-Lesart zu.
Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist nicht technischer, sondern formaler Natur: Die tägliche Flut nummerierter Videos ohne Interaktion im Text wirkt mehr wie eine Performance denn wie eine Anzeige.
Wer reicht die Hand?
Nicht alles war Gelächter. Manche Nachrichten bieten private Gespräche und Ratschläge zur Krisenbewältigung an, andere applaudieren dieser Hilfsbereitschaft. Ein Dritter schlägt einen pragmatischeren Weg vor: Die Situation akzeptieren, aufhören, die Umgebung unter die Lupe zu nehmen, und etwas mit dem Leben anfangen. Niemand liefert jedoch eine unabhängige Überprüfung.
Das ist der Kern der Sache. Einige sehen eine Person, die Hilfe braucht statt Hohn. Andere sehen jemanden, der im Internet eine Erklärung für alles gefunden hat und daraus nicht mehr herauskommt.
„Folter-Tourismus“ und „Digitalisierung der Arbeit“: Wachsendes Vokabular
Mit den Jahren prägt das Tagebuch eigene Begriffe. Ende 2024 tauchen Labels wie „Folter-Tourismus“ – die Idee, dass Stalker reisen, um persönlich zu belästigen – und „Digitalisierung der Arbeit“ auf, bezogen auf Sabotage am Arbeitsplatz. Das Vokabular wächst; die Evidenz nicht.
Zweieinhalb Jahre Einträge und null Verifizierungen
Das Tagebuch schreitet chronologisch voran. Im Herbst 2022 ist bereits von „Drohnenangriffen“ die Rede. Im Juni 2023 kommen „nächtliche Überfälle“ hinzu. Im Oktober 2024 meldet er, sein Handy sei zerstört worden. Zum Jahresende sammelt er laut eigener Zählung Demonstrationen der Gedankenkontrolle, Drohungen und Überfälle. Das Volumen steigt, der Beweis fehlt.
Das Muster – zunehmende Isolation, unerschütterliche Überzeugung, totale Abwesenheit von Korroboration – ist das, was mehrere Thread-Teilnehmer mit einem psychologischen Problem assoziieren, nicht mit einem externen Gerät. Ohne Diagnose lässt sich anhand des Materials nur feststellen, dass der Bericht keine Verifizierung liefert.
Hinweis: Behauptungen über Angriffe mittels Technologie entbehren wissenschaftlicher oder gutachterlicher Grundlage. Bei Stimmen, unerklärlichen körperlichen Empfindungen oder einer anhaltenden Wahrnehmung von Überwachung sollte medizinische Fachberatung eingeholt werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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