Die Rechnung der Staatsschulden: 100 Millionen Euro am Tag für Zinsen
Hundert Millionen Euro am Tag. So viel kostet es, die Schulden des spanischen Staates am Leben zu halten, wie die neuesten Zahlen des Tesoro zeigen. Das ist keine Übertreibung: Allein an Zinsen flossen im vergangenen Jahr 36,5 Milliarden Euro. Die Rechnung wird aus dem Haushalt bezahlt und damit aus den Steuern jedes einzelnen Steuerzahlers.
Die Staatsschulden übersteigen eine Billion und eine Hälfte
Die Dirección General del Tesoro bezifferte die Schulden des Staates im Februar auf 1.541.840 Millionen Euro, ein Anstieg von 75.931 Millionen in absoluten Zahlen und 5,17 % in relativen Zahlen. Dieses Wachstumstempo ist kaum zu halten, auch wenn sich immer ein Notfall oder eine Katastrophe zur Rechtfertigung finden lässt.
- 1,54 Billionen Euro Staatsschulden.
- 75.931 Millionen mehr als zwölf Monate zuvor.
- 36,5 Milliarden allein an jährlichen Zinsen.
Zahlungsausfall, die ewige Versuchung
Angesichts dieser Zahlen gibt es Stimmen, die eine radikale Lösung vorschlagen: einfach nicht zahlen. Aus dem Euro aussteigen, Peseten ausgeben und das Loch mit der nationalen Währung stopfen. Die Idee hat zweifellos ihren Reiz, scheitert aber an der Realität der Märkte: Ein Zahlungsausfall würde die Finanzierung verteuern und Spanien im internationalen Handel ausschließen. Andere halten das Gegenteil dagegen: Die Schulden wurden aufgenommen und müssen zurückgezahlt werden. Wer nicht zahlen will, soll sich nicht verschulden.
Die eigentliche Frage lautet jedoch, wer die Rechnung bezahlt und welchen Stellenwert das dabei hat. Die Zinsen konkurrieren direkt mit Gesundheit, Bildung und Renten. Jede Zinserhöhung wird automatisch zum Einschnitt bei einem anderen Haushaltsposten oder zu einer Steuererhöhung, und die Debatte endet immer in derselben Sackgasse: Es gibt kein gratis Geld.
Während die Schuldenballon mit 5 % pro Jahr wächst, lautet die unbequeme Frage eine andere: Wie viel kann der Haushalt aushalten, bevor die Zinsen den Rest auffressen? Die nächste Zahl des Tesoro wird einen Hinweis geben, aber gute Nachrichten sind wohl nicht zu erwarten.