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Spaniens Vuelta zur Diktaturzeit: Epik, 60-kg-Räder und Anis
60 Kilo schwere Räder, Arbeiter in blauen Overalls und die Frage, ob die Fahrer damals gedopt haben: Nostalgie auf die Vuelta der Franco-Ära in Spanien.
Die Vuelta zur Diktaturzeit: Epik, 60-Kilo-Räder und jede Menge Nostalgie
Fahrräder mit 60 Kilogramm Gewicht, erbärmliche Übersetzungen, unbefestigte Straßen und Etappen durch das Baskenland, gesäumt von Fabriken und Arbeitern in blauen Overalls, die das Vorbeifahren des Pelotons anfeuerten. Dieses Bild wird beschworen, wenn man die Vuelta der Diktaturzeit mit der heutigen vergleicht – ein Rennen, das für einen epischen Sport stehen soll, in dem Spanien eine Großmacht war. So funktioniert Nostalgie: Man erinnert sich an die Landschaft und vergisst den Rest.
Der erste Reibungspunkt taucht schnell auf. Es wird behauptet, die Radfahrer hätten damals keine Drogen genommen, und das habe zur Epik beigetragen. Die Antwort kommt mit einem Augenzwinkern: Irgendwas werden sie schon genommen haben. Und von dort zum häuslichen Detail: Zum Frühstück ein dreifacher Espresso mit Anisschnaps. Der Witz fasst die Skepsis zusammen, mit der die Legende vom sauberen Radsport aufgenommen wird.
Das Zeugnis eines Profis aus den 1950er und 60er Jahren
Manche liefern etwas Substanzielleres als Ironie: ein Freund, der zwischen 1955 und 1962 Profi war und von dem viele Geschichten erzählt wurden. Epischer Radsport, ja. Sie hätten keine Drogen genommen? Das Lachen ist die Antwort. Der Bericht aus erster Hand zerlegt die Fabel vom asketischen Sportler und lässt nur stehen, was echten körperlichen Einsatz war.
Die Epik hatte jedenfalls Namen und Gesichter. Jaime Mir wird als das Gesicht der Vuelta von damals in Erinnerung behalten, mit seinem Schnurrbart und seiner Brille, der Einzige, der einem Kind, das zu einem Etappenziel mitgenommen wurde, im Gedächtnis blieb. Eddy Merckx und Ocaña waren auch da, blieben aber kaum hängen. Die Anekdote hat ihren Charme: Das lokale Idol wiegt mehr als der ausländische Champion.
Angst vor der Abfahrt allein und andere Männergeschichten
Unter den geretteten Geschichten gibt es eine, die ein ganzes Lehrbuch ersetzt: ein ausgezeichneter Kletterer, der Angst hatte, allein abzufahren, und auf das Peloton wartete, um hinunterzufahren. Das waren Geschichten für echte Männer, lautet das Urteil. Der Satz, halb im Scherz, trifft etwas Wahres: Der Radsport von damals maß sich an Durchhaltevermögen und Wagemut, nicht an Watt pro Kilo.
Der Kontrast zur Gegenwart wird ohne Nuancen gezogen. Die heutige Vuelta wird mit der damaligen verglichen, und die Schlussfolgerung lautet: Sie haben einen epischen Sport kaputtgemacht, in dem Spanien eine Großmacht war. Die Klage ist nicht nur sportlich, sondern kulturell. Was vermisst wird, sind nicht die erbärmlichen Übersetzungen, sondern eine Welt mit Fabriken, Arbeitern und einem Land, das sich in seinen Radfahrern wiedererkannte.
Speck, Carajillos und die begründete Zweifel
Das Frühstück taucht wieder auf als Thermometer der Epoche: Cola Cao, gebratener Speck und Carajillos (Kaffee mit Schnaps). Keine Sporternährung. Und zur Leistung das meist wiederholte Urteil: Jeder dieser Radfahrer würde heute alles abräumen. Kann sein. Es kann auch das klassische „Früher war alles besser" sein, aufs Pedal angewandt.
Der Zweifel, der in der Luft bleibt, ist der übliche. Wenn der Radsport von damals so episch und so sauber war, warum lacht der Profi-Freund bei der Frage? Die Nostalgie auf die Diktaturzeit und ihre 60-Kilo-Räder verkauft die Epik bestens. Die Apotheke dagegen kommt im Bild nicht vor.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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