Spaniens Verkehrsminister: Autofreiheit ist ein Mythos

Óscar Puente bestreitet die uneingeschränkte Freiheit, überallhin zu fahren, und betont stattdessen effiziente Mobilität.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Verkehrsminister: Autofreiheit ist ein Mythos
Puente: „Überall mit dem Auto hinfahren? Das gibt es nicht“

Kann man weiterhin dorthin fahren, wohin man will? Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente sagt nein; vielmehr habe diese Freiheit nie existiert. In einem von elDiario.es verbreiteten Ausschnitt behauptet er, das rechte Lager führe einen „überraschenden Kampf für die Freiheit“ und fragt, ob dieser Kampf darin bestehe, „überall mit dem Auto hinzukommen“. Seine Antwort: „Das gibt es nicht.“ Was seiner Meinung nach garantiert werden muss, fügt er hinzu, sei „die Freiheit der Menschen, sich effektiv fortzubewegen“.

Der Satz verbietet nichts, kündigt keine Maßnahme an und nennt keinen Zeitplan. Aber er kommt zum falschen Zeitpunkt für die Erzählung: Parallel dazu kursierten Bilder einer Störung des Signalsystems, die den Bahnhof Chamartín in eine schwer verteidigbare Lage brachten. Die Freiheit, überall hinzufahren, zu leugnen, während der Zug nicht abfährt, hat seinen Reiz – aber nur sehr wenig.

Effektivität und Effizienz sind nicht dasselbe, und das gewählte Wort war das schlechteste

Effektiv ist, was das Ziel erreicht. Effizient ist, was es mit den geringsten Kosten erreicht. Das Auto ist Ersteres – es bringt Sie an jede Tür, zu jeder Uhrzeit – und in der Stadt nicht immer Letzteres. Indem der Minister „effektiv“ verwendet, wo er „effizient“ meinte, lässt er das Argument weit offen: Liest man seinen Satz wörtlich, kommt man zu dem Schluss, dass das Auto tatsächlich das effektivste Fortbewegungsmittel ist. Genau das Gegenteil dessen, was er beabsichtigte.

Hier liegt der Kern der Sache. Ein Teil der Diskussion verteidigt, dass das Privatfahrzeug unersetzlich ist, wenn man um fünf Uhr morgens durch die Provinz fahren muss; der andere Teil antwortet, dass dies das Auto weder zu einem absoluten Recht noch zur günstigsten Option im Ganzen macht. Beides kann wahr sein. Das Problem entsteht, wenn Verkehrspolitik mit einem Slogan statt mit Daten erklärt wird.

Das Dienstauto: Freiheit auf Steuerzahlerkosten

Der Bereich, in dem die Debatte für den Minister unangenehm wird, ist seine eigene Fortbewegung. Es wird argumentiert, dass wer effiziente Mobilität predigt, sie nicht mit seinem eigenen Budget praktiziert, und die genannten Zahlen sind unvergesslich: Ein Dienstwagen der Klasse G kostet mindestens 120.000 Euro, ein Betrag, der dem Gehalt eines Durchschnittsverdieners über mehrere Jahre entspricht. Im Material gibt es keine offizielle Bestätigung dieser Berechnung, aber das Argument funktioniert trotzdem: Die Freiheit, sich mit Fahrer und Eskorte fortzubewegen, ist eine Freiheit zweier Geschwindigkeiten.

Die zweite Berechnung ist häuslicher. Ein Auto mit Untersetzungsgetriebe und Bootsmotor – der Fahrzeugtyp, der Berge hinauffahren und in Zentren einfahren kann – wird auf „über hunderttausend Euro“ und zwanzig Liter Benzin pro hundert Kilometer geschätzt. Wenn man vergleicht, ist die effektive Mobilität, die vom Bürger verlangt wird, deutlich bescheidener als die, die sich die Verwaltung vorbehält. Eine vollständige Kostenaufstellung Posten für Posten würde einen ganzen Bericht füllen.

Was in Chamartín passierte und warum der Tonfall sich änderte

Eine Störung des Signalsystems hinterließ den Bahnhof Chamartín mit einem Bild, das mit Spott verbreitet wurde, genau als der Verkehrsminister über Effektivität sprach. Die Sequenz war verheerend für das offizielle Argument: Man kann nicht die Überlegenheit des öffentlichen Nahverkehrs beanspruchen, während der öffentliche Nahverkehr zur selben Zeit stecken bleibt. Das Verkehrsministerium wurde im schlechtestmöglichen Szenario entlarvt, zusammen mit der These, dass es eine korrekte und effektive Art der Fortbewegung gibt.

Kein System ist unfehlbar, natürlich. Die Frage ist, dass das Versprechen der Effektivität schlecht auf einer sehr sichtbaren technischen Panne steht, und dass derjenige, der es formuliert, die Verpflichtung trägt, es einzulösen.

Von der Bewegungsfreiheit zum Misstrauen gegenüber der Agenda 2030

Ein Großteil des Gesprächs sprang vom konkreten Fall zum globalen Rahmen. Die Agenda 2030 erscheint in der öffentlichen Rede als Schirm, der zukünftige Fahrverbote rechtfertigen würde, und wiederholt sich in stark verbreiteten Botschaften. Es sollte präzisiert werden, dass diese Strategie für nachhaltige Entwicklung, von den Vereinten Nationen genehmigt, kein Verbot enthält, mit dem Auto zu fahren. Dass sie als Bedrohung zitiert wird, sagt mehr über das Klima der Debatte aus als über den Text selbst.

Am anderen Ende vertreten einige direkt die Ansicht, dass der Staat der erste Feind des Bürgers ist und dass Freiheit zu einem widerrufbaren Erlaubnis geworden ist. Dies ist eine diskussionswürdige These, aber sie hat eine Tugend: Sie beschreibt genau, was viele fühlen, wenn sich eine Verkehrsregel, eine Umweltzone oder eine Spur ändert.

Die Debatte griff auf das Stromnetz über

Wie oft üblich, lief die Unterhaltung aus dem Ruder. Das Stromnetz tauchte auf, sowie eine Warnung, die stark kursierte: Die der Ökonomin Diana Mondino, zukünftige Kanzlerin der argentinischen Regierung unter Javier Milei, die riet, Generatoren wegen Energiemangel im Januar und Februar zu kaufen. Auch der diplomatische Streit mit Israel tauchte auf, die Kraftstoffkosten einer Dienstreise – 40.000 Kilogramm laut einer Nachricht – und der ungezügelte Verdacht, dass die Mehrheit der Bevölkerung eingesperrt und ruiniert lebt, während eine Minderheit ohne Grenzen reist.

Nichts davon hat mit einem Radweg zu tun. Alles hat damit zu tun, wie heute jede öffentliche Politik diskutiert wird: ein Tweet, ein Slogan und eine allgemeine Theorie, bevor der Tag endet.

Am Ende widersteht nur die einfachste Bilanz der Prüfung. Der Minister sagte, überall hinzufahren gebe es nicht, und das Land bewies es am selben Morgen: Der Zug fuhr nicht ab.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (132 Antworten).

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