Spaniens ungeprüfte Auslandshilfe: ein Milliardenloch

Spanien leitet jährlich 17,393 Mrd. Euro an Auslandshilfe ohne Audits oder Rückverfolgbarkeit um, während das Finanzamt Steuerzahler bis auf den letzten Cent prüft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens ungeprüfte Auslandshilfe: ein Milliardenloch
Ungeprüfte Auslandshilfe: Das Loch von 17,393 Milliarden Euro

Es gibt eine Möglichkeit, Geld zu bewegen, ohne dass die spanische Steuerverwaltung (Hacienda) genau hinschaut: nicht rückzahlbare internationale Kooperationsmittel. Ein auf einem Investitionsforum geäußerter Vorwurf besagt, dass Mittel für gemeinnützige Organisationen und öffentliche Stellen – etwa 17,393 Milliarden Euro pro Jahr – über Ausschreibungen vergeben werden, die keiner Prüfung oder Nachvollziehbarkeitskontrolle unterliegen. Der Verdacht ist nicht neu, aber das Volumen verleiht ihm eine andere Dimension.

Die Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA), die sich auf rund 4,6 Milliarden Euro jährlich beläuft, wird größtenteils über nicht rückzahlbare Zuschüsse an Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Stiftungen verteilt. Die zentrale Frage lautet, wie viel davon tatsächlich kontrolliert wird und wie viel auf dem Weg verloren geht.

Wie viel Geld fließt an NGOs und Stiftungen im Ausland?

Nach öffentlichen Aufzeichnungen schwankt der konkrete Betrag für Nichtregierungsorganisationen und gemeinnützige Stiftungen je nach Art der Ausschreibung und zugewiesenem Budget zwischen 100 Millionen und über 300 Millionen Euro jährlich. Alles sollte im Nationalen System für die Veröffentlichung von Subventionen und öffentlichen Beihilfen (SNPSAP) innerhalb der staatlichen Datenbank für Zuwendungen (BDNS) erfasst sein, zuständig sind das Außenministerium und die Spanische Agentur für Internationale Entwicklungszusammenarbeit (AECID).

Hier liegt die erste Diskrepanz: Die Gesamtsumme von 17,393 Milliarden Euro passt nicht zur spezifischen Spanne von 100–300 Millionen Euro. Ersteres umfasst das gesamte Universum der Gemeinnützigen und öffentlichen Stellen; Letzteres beschränkt sich auf die Entwicklungszusammenarbeit. Die Debatte über Geldwäsche wird durch diese Mehrdeutigkeit angeheizt.

Das letzte Paket: 500 Millionen Euro ins Ausland

Der Fokus liegt auf Ministerratssitzungen am Ende einer Legislaturperiode. Es wird behauptet, die Regierung habe in den letzten Sitzungen über 500 Millionen Euro öffentliche Mittel ins Ausland geschickt, was als versteckte Kapitalflucht unter dem Deckmantel der Solidarität interpretiert wird. Die Kritik ist nicht nur wirtschaftlich: Sie weist auf das Fehlen parlamentarischer Kontrolle bei per Dekret genehmigten Posten hin.

Manche argumentieren, dass dieses Geld auf intransparenten Konten im Ausland landet. Dies ist eine Anschuldigung ohne vorgelegte Beweise, aber der fruchtbare Boden – unauditierte Ausschreibungen, zwischengeschaltete Entitäten und unklare Verwendungszwecke – macht es unmöglich, den Verdacht leichtfertig vom Tisch zu wischen.

Europäische F&E und das gleiche Muster

Dieser Mechanismus ist nicht auf die Entwicklungszusammenarbeit beschränkt. Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) wird ein Fall beschrieben: Ein hochrangiger Angestellter eines Ingenieurbüros erhält einen europäischen Zuschuss in Höhe von Zehntausenden Millionen für einen Chip, besitzt aber weder Unternehmen noch Ingenieure. Die Lösung: 93 % des Betrags werden an den tatsächlichen Entwickler weitergegeben. Der Empfänger behält 7 %, ohne etwas produziert zu haben.

Es ist dasselbe Schema, das auch der Auslandshilfe zugeschrieben wird: Öffentliche Gelder werden an eine Stelle vergeben, die nicht selbst ausführt, sondern vergibt und eine Marge behält. Der Unterschied ist, dass in Brüssel das europäische Siegel Schutz bietet.

Die Lücke bei Geschäften und Kleinstzuschüssen

Auf nationaler Ebene wird ein weiterer Kreislauf angeprangert: Stadtteilgeschäfte ohne Kunden, die dazu dienen, illegales Bargeld einzuschleusen. Der Obstladen als Tarnung. Das Vorgehen wird wie folgt beschrieben: Ein Inhaber stellt Familienmitglieder ein, zahlt deren Sozialversicherungsbeiträge, meldet sie für ein Jahr an und feuert sie dann, damit sie Arbeitslosengeld beziehen können. Der Zyklus beginnt von vorn.

Es gibt keine Zahlen, die das Ausmaß dieser Praktiken belegen, aber die Erzählung passt zur Logik der Geldwäsche: Betriebe mit geringem echten Umsatz, aber hohem Bargeldumsatz. Die Steuerinspektion schaut derweil weg oder greift nicht ein.



Am Ende bleibt die immer gleiche Frage: Wenn Geld nicht rückzahlbar, ohne Audit und ohne Nachvollziehbarkeit fließt, wer garantiert dann, dass es nicht gewaschen wird? Die Antwort ist vorerst: Niemand. Und in einem System, das von Steuerzahlern verlangt, jeden letzten Euro zu rechtfertigen, ist dies ein zu großes Loch, um bloßes Versehen zu sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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