Spaniens TUR-Tarif und der Stromrechnungs-Trick, der die Rechnung in die Höhe treibt

Eine Rechnung von 271 € für 1.691 kWh, mit einer geschätzten Ablesung von 698 gegenüber tatsächlich 2.175: Tipps, um bei der Stromrechnung zu sparen und versteckten Tarifen zu entgehen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens TUR-Tarif und der Stromrechnungs-Trick, der die Rechnung in die Höhe treibt
Von 698 geschätzten auf 2.175 tatsächliche kWh: So explodiert die Stromrechnung

Eine Rechnung von 271 Euro für eine 60-Quadratmeter-Wohnung mit zwei Bewohnern. Das ist der Ausgangspunkt: 1.691 kWh in einem Monat mit zwei Elektroheizkörpern, programmiert auf 19-20 Grad, Energiesparlampen und Haushaltsgeräten der Klasse A. Der Stromzähler hielt jedoch eine schlechtere Überraschung bereit: Die vorherige Ablesung war auf 698 kWh geschätzt worden, der tatsächliche Wert sprang auf 2.175. Die nächste Rechnung, mit dem Zähler bereits bei 2.730, deutete auf den nächsten Abzockversuch hin. Die Frage, die das Thema eröffnet, lautet nicht, wie man ein wenig spart, sondern wie viel dieser Rechnung auf echten Verbrauch zurückgeht und wie viel auf ein Abrechnungssystem, das gegen den Kunden arbeitet.

Wie viel ein komplett elektrifizierter Haushalt wirklich verbraucht

Die Zahlen verschiedener Haushalte dienen als Maßstab. Eine 90-Quadratmeter-Wohnung mit fünf Personen und vollständiger Elektroausstattung bewegt sich zwischen **600 und 700 kWh pro Monat**, so ein Forennutzer. Ein anderer, mit zwei Gefriertruhen, Kühlschrank, Wasch-Trockner, Induktionsherd, Backofen, Durchlauferhitzer und zwei fast ständig laufenden Computern, kommt auf rund **500 kWh monatlich** – und das ohne Elektroheizung, so ein weiterer Nutzer. Mit Heizkörpern wurden im vergangenen Winter in einem ähnlichen Fall wie der der Ausgangsrechnung **1.200 kWh** erreicht, so derselbe Forennutzer.

Der Sprung auf 2.175 kWh lässt sich nur durch drei Verursacher erklären: die **Elektroheizkörper**, den **Warmwasserbereiter** und den **Induktionsherd oder Backofen**, falls vorhanden. Im Fall der Ausgangsrechnung gab es weder Herd noch Backofen, also tragen Heizung und Warmwasser die Schuld. Eine Zahl, die man sich merken sollte: Ein 1.500-W-Heizkörper und ein 750-W-Gerät, die in einem kalten Monat zeitweise laufen, summieren mehrere hundert kWh, ohne dass das Thermostat unter 19 Grad fällt.

Die geschätzte Ablesung, das Loch, das niemand ansieht

Die Rechnung spiegelt nicht immer den tatsächlichen Verbrauch wider. Wenn der Anbieter den Zähler nicht abliest, **schätzt** er und stellt die Rechnung auf Basis dieser Schätzung. Fällt die Schätzung zu niedrig aus, kommt die Korrektur später, mit einem Schlag, mit der echten Ablesung. In dem Fall, der diese Diskussion eröffnet, betrug die Differenz zwischen Schätzung und Realität **1.477 kWh in einer einzigen Rechnung**. Dieser Mechanismus erklärt, warum ein Monat billig erscheint und der nächste das Familienbudget ruiniert.

Es gibt eine Kontrolle, die nichts kostet und die fast niemand macht: auf den Zähler schauen und ihn mit der Rechnung vergleichen. Stimmt die Zahl nicht, hat eine Beschwerde Aussicht auf Erfolg. Und zeigt der Zähler wegen eines technischen Defekts zu viel an, erstattet der Anbieter die zu viel berechnete Summe, wobei die Überprüfung **mehr als hundert Euro** kosten kann, wenn sich der Fehler nicht nachweisen lässt, so ein Forennutzer.

Welcher Tarif sich lohnt und wie man ihn ohne Ankündigung wechselt

Der Letztversorgungstarif, die **TUR** (der regulierte spanische Stromtarif), ist die regulierte Option und für die meisten Haushalte die günstigste, so mehrere Forennutzer. Innerhalb davon verlagert die Variante mit **Zeitzonendifferenzierung** den Verbrauch in die günstigen Stunden: nachts und einen Großteil des Vormittags im Winter, im Sommer etwas später. Die Ersparnis hängt von der Disziplin ab: Wer Waschmaschine, Geschirrspüler und Warmwasser in die Niedrigtarifzeiten legt, kann den teuren Verbrauch auf ein Drittel des Gesamts drücken, so eine Berechnung eines Forennutzers.

Das Problem entsteht, wenn man das eine beantragt und das andere unterschreibt. In einer Geschäftsstelle wurde der Wechsel zur TUR mit Zeitzonendifferenzierung beantragt, stattdessen wurde ein Nachtstromtarif des freien Markts mit wohlklingendem Namen angewendet: **ein Cent mehr pro kWh in der Niedrigtarifzeit und vier Cent mehr in der Spitzenlastzeit** als bei der TUR mit Differenzierung, so die Beschwerde eines Forennutzers. Die Klage wiederholt sich: Die Stromanbieter bieten die TUR auf ihren Websites nur spärlich an und drängen den Kunden, sobald er eine Änderung wünscht, in den freien Markt, so ein anderer.

Der kWh-Preis, der sich ständig bewegt

Die Rechnungen dieser Monate zeigen einen Kilowattstundenpreis, der stärker schwankt als ein Rohstoffkurs. **0,142349 Euro** im März und **0,168075 Euro** im Mai waren zu sehen, mit Regularisierungen und geschätzten Ablesungen vermischt in derselben Rechnung, so die von einem Forennutzer eingereichten Rechnungen. Diese Volatilität macht es unmöglich, zwei Rechnungen zu vergleichen, ohne Tage, Zeitzonen und vertragliche Leistungen aufzuschlüsseln.

In diesem Umfeld spielt auch die vertraglich vereinbarte Leistung eine Rolle. Mit **5,75 kW** könnte der Kunde aus der TUR gedrängt werden, falls die Pläne bestätigt werden, Millionen Nutzer mit dieser Leistung aus ihr herauszuzwingen. Die in der Wirtschaftspresse kolportierte Drohung fügt jeder Sparrechnung eine weitere Unsicherheit hinzu.

Wasser erwärmen: Die Mikrowelle schlägt den Wasserkocher

Unter den kleinen Verbrauchern, die sich summieren, hat das heiße Wasser für Tee eine eigene Logik. Ein elektrischer Wasserkocher wirkt effizient, doch wenn es im Haushalt schon Gas gibt, ist die Gasflasche kostengünstiger, so ein Forennutzer. Und wenn es nur darum geht, eine Tasse zu erwärmen, ist die **Mikrowelle** dank ihrer Schnelligkeit effizienter als der Wasserkocher, wobei Gas zum Kochen am günstigsten bleibt, so derselbe Nutzer. Solche Details, dreimal täglich multipliziert, machen den Unterschied zwischen einer überschaubaren und einer schmerzhaften Rechnung.



Der Weg zu Haushaltseinsparungen ist klar: den Zähler ablesen, die geschätzte Ablesung im Blick behalten, die TUR mit Zeitzonendifferenzierung schriftlich beantragen und Tarifen mit Handelsnamen misstrauen. Ungelöst bleibt, wie viel der Rechnung auf echten Verbrauch entfällt und wie viel auf ein System, das blind abrechnet und korrigiert, wenn man bereits bezahlt hat.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (72 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver