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Spaniens Stundenleistung wie 2005, Löhne stagnieren
Spanische Produktivität steigt seit 1995 nur um 0,6 % jährlich, während das Median-Einkommen bei 1.500 Euro bleibt.
Spanien produziert pro Stunde wie 2005 und die Gehälter bleiben festgefahren
Die spanische Produktivität steigt seit 1995 um 0,6 % pro Jahr. Im Jahr 2026 wird fast genau so viel pro Stunde produziert wie im Jahr 2005. Dieser Wert erklärt laut Analyse, warum das Median-Gehalt zwanzig Jahre nach der Erfindung des Begriffs "Mileurista" immer noch bei etwa 1.500–1.600 Euro netto liegt. Wenn du nicht mehr pro Stunde produzierst, kann dein Chef dir nicht mehr zahlen, ohne Geld zu verlieren. Und Spanien produziert seit zwei Jahrzehnten nicht mehr pro Stunde.
Die Diagnose ist weder links noch rechts: Sie ist buchhalterisch. Zwischen 2022 und 2025 wuchs das BIP um 16 %, aber die Produktivität nur um 1 %. Wir haben mehr Leute eingestellt, wir haben nicht besser gearbeitet. Das gewählte Modell – Tourismus, Gastronomie, Bau und Handel, was El País als Low-Cost-Wirtschaft bezeichnete – wächst mit niedrigen Löhnen, winzigen Unternehmen und bescheidenen Investitionen.
94 % der Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter
Das durchschnittliche spanische Unternehmen hat 8,8 Mitarbeiter; das europäische Durchschnitt liegt bei 12,1. Ein Unternehmen mit acht Personen kann nicht in Technologie, Ausbildung oder Export investieren. Und wenn es nicht investiert, steigt die Produktivität nicht; und wenn die Produktivität nicht steigt, steigen die Löhne nicht. Der Kreis schließt sich selbst.
Es gibt ein Detail, das ins Absurde grenzt: Es gibt 62 % mehr Unternehmen mit genau 49 Mitarbeitern, als statistisch erwartet werden sollte. Warum? Ab 50 Mitarbeitern sind Betriebsrat, Gewerkschaftsvertreter und mehr Bürokratie erforderlich. Also bleiben Arbeitgeber bei 49, um nicht zu wachsen. Das Gesetz, das den Arbeitnehmer schützen sollte, friert die Belegschaft an der Schwelle zum Wachstum ein.
F&E bei 1,4 % des BIP gegenüber 2,2 % EU-Durchschnitt
Spanien investiert 1,4 % des BIP in F&E. Der europäische Durchschnitt liegt bei 2,2 %. Deutschland bei 3,1 %. Zwischen 2000 und 2007 flossen zwei von drei Euro in Immobilien. Nicht in Technologie, nicht in Maschinen, nicht in Ausbildung. Ergebnis: Viele Hochschulabsolventen arbeiten in Jobs, die nichts mit ihrem Studium zu tun haben, und Unternehmen innovieren nicht.
Mindestlohn steigt um 61 % und drückt alles andere nach unten
Hier liegt die perverseste Paradoxie der letzten zwei Jahrzehnte. Der SMI (Mindestlohn) stieg von 736 Euro im Jahr 2018 auf 1.184 Euro im Jahr 2025, eine Steigerung von 61 %. Gut. Aber das Median-Gehalt ist nicht gleich stark gestiegen: 2005 war es das 2,1-Fache des Mindestlohns; heute nur das 1,5-Fache. Der Anteil der Arbeitnehmer, die bis zu 125 % des SMI verdienen, ist von 7,9 % auf 22,8 % gestiegen. Dies ist das Phänomen des Bunching, der Häufung.
Übersetzt: Früher verdiente der Veteran mit zehn Jahren Erfahrung 1.600 Euro und der Neue 900 Euro. Jetzt verdient der Neue gesetzlich 1.184 Euro und der Veteran bleibt bei 1.300 Euro, weil das Unternehmen sein Gehalt nicht erhöht. Die Untergrenze steigt, die Obergrenze nicht. Und der Arbeitnehmer bleibt im Milquini-Bereich (nahe dem Mindestlohn), obwohl er fünfzehn Jahre auf demselben Stuhl sitzt.
Fünfzehn Jahre Arbeitslosigkeit von 20 % nahmen Verhandlungsmacht
Fünfzehn Jahre lang lebte Spanien mit einer Arbeitslosenquote zwischen 20–26 %. Mit fünf Millionen Arbeitslosen fragt niemand nach einer Lohnerhöhung: Wenn du fragst, erinnert man dich daran, dass hundert vor der Tür stehen. Das wurde zur Kultur. Obwohl die Arbeitslosigkeit jetzt bei 11,8 % liegt, beträgt die Gewerkschaftsmitgliedschaft 12,5 %, unter dem OECD-Durchschnitt (15,2 %). Befristete Verträge bremsen trotz Rückgang weiterhin jede Forderung.
Das Ergebnis zeigt sich in der Mietrechnung. Die Löhne stiegen mit der Inflation, aber die Mieten haben sich seit 2005 verdoppelt. Der Mileurista damals teilte sich eine Wohnung und kam gerade so durch. Der von 2026 verdient 1.500 Euro und zahlt 1.163 Euro Miete in Valencia: Es bleiben ihm 337 Euro für alles andere.
Die Diskussion wandte sich schnell der Frage zu, wer schuld ist. Manche weisen auf Deindustrialisierung und massive Zuwanderung als Ursache der Lohnstagnation hin; andere entgegnen, dass schlechte Löhne schon während der Blase und vor dem Euro existierten und das Problem im Produktionsmodell liege, nicht an den Grenzen. Auch die These der Abhängigkeit taucht auf: Die EU-Mitgliedschaft und die Bindung an die USA als Korsett, das eine andere Industriepolitik verhindert. Und der wiederholte Verdacht, dass das Anreizsystem – Subventionen, Vetternwirtschaft, Komitees – den Status quo unabhängig vom Wahlergebnis perpetuiert.
Eine Berechnung stellt sogar die Ausgangszahl infrage: Misst man die reale Inflation anhand der MwSt.-Einnahmen – von 36,85 Milliarden Euro 2005 auf 99,3 Milliarden Euro 2025 –, entsprächen die damaligen 1.000 Euro heute 2.690 Euro, nicht 1.600 Euro. Mit dieser Anpassung wäre der Kaufkraftverlust deutlich größer, als der offizielle CPI anerkennt.
Kann der Kreis gebrochen werden? Die Prognose, mit Vorbehalten: Ohne Steigerung der Stundenproduktivität wird jede Erhöhung des SMI die Lohnskala weiterhin gegen den Boden komprimieren. Und die Produktivität steigt nicht per Dekret. Sie steigt mit größeren Unternehmen, mehr Kapital pro Mitarbeiter und weniger Immobilien-Spekulation. Solange 94 % des Gewebes weniger als zehn Mitarbeiter haben, wird der Mileurismus Nachfolger finden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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