Spaniens Steuerlast frisst 57 % des Freelancer-Umsatzes

Ein spanischer Selbstständiger rechnet 140.000 € ab, behält aber nur 5.000 € netto monatlich, da IRPF, MwSt. und Beiträge 57 % der Einnahmen absorbieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Steuerdruck verzehrt 57 % des Umsatzes eines Selbstständigen: Der Fall der 140.000 €

Ein Freiberufler, der 75 Euro pro Stunde berechnet, arbeitet 140 abrechenbare Stunden im Monat und sammelt 70.000 Euro Umsatz in sechs Monaten. Sein Nettosaldo nach Steuern und Beiträgen: 5.000 Euro pro Monat. Genug für ein Leben der Mittelschicht, sagt er. Aber nicht genug, um einen Camper-Van für die Familie zu kaufen. Die Frage, die im wirtschaftlichen Klima von 2026 schwebt: Wie kann es sein, dass jemand mit 140.000 Euro Jahresumsatz kaum über die Runden kommt?

Aufschlüsselung des Steuerdrucks

Pro 100 Euro Umsatz muss der Selbstständige die Mehrwertsteuer (21 % auf Dienstleistungen, obwohl später verrechnet) und die Einkommensteuer (IRPF) zurücklegen. Bei einer Basis von 140.000 Euro jährlich steigt der Grenzsteuersatz ab 60.000 Euro auf 45 %. Hinzu kommen die Sozialversicherungsbeiträge, die 2026 bei rund 350 Euro monatlich liegen. Eine ungefähre Berechnung: Auf 70.000 Euro in sechs Monaten entfallen etwa 12.000 Euro MwSt., 15.000 Euro IRPF und 2.100 Euro Beiträge. Das verbleibende Netto sind etwa 5.000 Euro pro Monat, eine effektuelle Einbehaltungsquote von 57 % auf den Umsatz.

Die Inflation, die niemand berücksichtigt

Die Debatte wäre ohne die Erosion der Kaufkraft unvollständig. Laut den vorliegenden Daten erreicht die kumulierte Inflation in Spanien von 2020 bis 2026 20 %. Das bedeutet, dass 5.000 Euro aus dem Jahr 2026 etwa 4.160 Euro aus dem Jahr 2020 entsprechen. Im Jahr 2011 war dieselbe Summe ein Traumgehalt. Heute, mit explodierenden Wohnkosten (durchschnittliche Miete von 900 Euro in einer mittelgroßen Stadt), einem Einkaufskorb für Qualität von 1.200 Euro und Versorgungskosten von 300 Euro, schrumpft die Marge auf etwas mehr als 1.000 Euro. Ohne Luxus, Reisen oder unerwartete Ausgaben.

Das Paradoxon des zusätzlichen Aufwands

Einer der auffälligsten Aspekte der Analyse ist die Abschreckung vor Wachstum. Ein Freiberufler, der überlegt, ob er mehr Stunden übernehmen soll – er arbeitet bereits 140 abrechenbare plus weitere 40-60 für Weiterbildung –, stellt fest, dass das Finanzamt (Hacienda) 45 % jedes zusätzlichen Euros einbehält. Die logische Konsequenz, wie mehrere Analysen aufzeigen, ist, dass jenseits einer bestimmten Schwelle Mehrarbeit sich nicht mehr lohnt. Es ist keine Faulheit, sondern reine steuerliche Arithmetik.

Der verwirrende Datenpunkt

Laut geteilten Berechnungen behält ein Selbstständiger mit 140.000 Euro Jahresumsatz weniger als 43 % dessen, was er fakturiert. Der Rest wird zwischen MwSt., IRPF und Sozialversicherung aufgeteilt. Für ein Profil, das zu den Top 5 % des Landes gehört, ist das Gefühl der realen Stagnation so greifbar, dass selbst Verteidiger des Steuersystems zugeben, dass etwas nicht stimmt. Was ist Mühe wirklich wert, wenn die Marge verdampft?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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