Von 100 Euro Umsatz bleiben dem Selbstständigen nur 10
Ein Lebensmittelgeschäft im Sektor, seit 20 Jahren im Geschäft, gute Verkäufe im letzten Jahr und ein Bankkonto, das monatlich schrumpft. Der Inhaber glaubt nicht, dass er den Winter übersteht, und schließt eine Schließung vor März nicht aus. Von jedem verkauften Produkt bleibt ihm 10%; 2019 lag diese Marge bei etwa 25-30%. Der Unterschied liegt nicht im Umsatz, sondern an allem, was unterwegs verloren geht.
Die Liste der Posten ist bekannt und lang: die Sozialversicherungsbeiträge für Selbstständige, die Mehrwertsteuer von 21%, die Körperschaftsteuer, Strom, Transport, Rohstoffkauf, Werbung in Suchmaschinen und sozialen Medien, Buchhaltung, Mobilfunk, Internet und Maschinen. Mit dieser Aufteilung erfordert ein Gehalt von 1.000 Euro einen Umsatz, den viele kleine Betriebe laut Zeugnis nicht einmal im besten Jahr erreichen. Die Verkäufe können gut sein und der Gewinn inexistent.
Warum 10% Marge nicht für die Hypothek reichen
Der Fall ist kein Einzelfall. Ein kleines Hotel in den Pyrenäen, fünf Jahre geöffnet, rechnet so ab: Von 100 Euro pro Zimmer behält Booking.com 20% Provision, die MwSt. weitere 10% und die Körperschaftsteuer 23 oder 24%. Addiert man Marketing, Löhne und Beiträge, Strom, Kraftstoff, Wäscherei, Einkauf und Annehmlichkeiten hinzu, fällt der Gewinn unter 10%. Es reicht nicht für die Hypothek, nach seiner eigenen Berechnung.
Ein Vergleich, der noch mehr verwirrt, wird ebenfalls angeführt: Eine nicht deklarierte Vermietung behält 70% derselben 100 Euro. Ein Betrieb, der abrechnet und Steuern zahlt, konkurriert preislich gegen einen anderen, der nicht durch die Kasse geht. Der Kunde zahlt gleich viel. Was sich ändert, ist, was innen übrig bleibt.
Die MwSt. gehört nicht dem Unternehmer, aber sie wird so behandelt
Die Rolle der MwSt. konzentriert eine der häufigsten Diskussionen. Eine Strömung vertritt, dass die 21% keine Kosten des Geschäfts sind: Sie werden auf den Kunden umgelegt und ans Finanzamt gezahlt, daher sollten sie die Marge nicht berühren. Der Einwand kommt über den Preis: Wenn der Markt keine Preiserhöhung zulässt, frisst die Steuer die Marge von unten. Man verkauft weniger oder verdient weniger, und der Selbstständige endet als Steuereinzieher im Auftrag anderer, ohne dafür bezahlt zu werden.
Eine Berechnung eines Teilnehmers: Von 100 Euro Umsatz gehen 21 für MwSt. und 22 für Einkommensteuer drauf; nach Kraftstoff und Material bleiben etwa 10 übrig. Ein weiteres alltägliches Beispiel im Thread: Eine Renovierung zum Austausch einer Duschtasse und eines WC, inklusive Fliesensockel, 400 Euro Arbeitslohn und die Handwerker bis drei Uhr nachmittags im Haus.
600 Euro monatliche Beiträge ohne Arbeitslosengeld oder bezahlten Urlaub
Die Struktur der Lohnkosten fließt direkt in die Gleichung ein. Ein Selbstständiger mit einem oder zwei Angestellten zahlt rund 600 Euro monatlich an die Sozialversicherung, je nach Fall in der Diskussion. Im Gegenzug hat er keinen beitragsabhängigen Anspruch auf Arbeitslosengeld: Wenn das Geschäft scheitert, gibt es keine Unterstützung. Von anderer Seite wird geantwortet, dass dies eine Leistung sei, in die man nicht einzahlt, und dass es nicht-beitragsabhängige Hilfen für extreme Notlagen gibt.
Als Referenz wird der Schweizer Fall genannt, wo der Selbstständige die MwSt. erst ab 100.000 Euro Umsatz abführen würde. Dies ist ein in der Diskussion geworfenes Beispiel mit Zweifeln an der Genauigkeit und hier kein verifizierter Datenpunkt. Was sich jedoch prüfen lässt, ist die Auswirkung der Preissteigerung: Die Inflation schmälert die Marge derer, die sie nicht vollständig weitergeben können.
Der letzte Wendepunkt: Von der Marge zur Ungerechtigkeit
Mit dem Verlauf der Nachrichten verschiebt sich das Thema von der Bilanz zum Vergleich der Lebensmodelle. Einige verteidigen, dass das Problem nicht die Besteuerung sei, sondern dass manche Aktivitäten nicht mehr rentabel seien und wer sie aufrechterhält, sich wie ein Angestellter umschulen sollte, wenn seine Branche stirbt. Die Antwort lautet, dass es Berufe mit Monaten vorausgeplanter Arbeit gebe und fehlende Nachfolge kein Zeichen fehlender Nachfrage sei.
Der Vergleich mit dem öffentlichen Dienst taucht immer wieder auf. Es wird im Ton der Ungerechtigkeit behauptet, dass ein Beamter rund 1.700 Euro monatlich verdiene, ohne das Risiko der Tätigkeit zu tragen, und die Gegenantwort kommt ebenso schnell: Wenn die Stelle so bequem sei, solle man die Prüfung bestehen. Der Austausch erhitzt sich, aber das abschließende Datum, nach Meinung der Beteiligten, ändert sich nicht: Auch Angestellte bekommen ihre eigene Bilanz nicht auf.
Auch das Schließen kostet Geld
Ein Detail erklärt, warum viele margenlose Geschäfte offen bleiben: Das Rolltor hat seinen eigenen Preis. Die meisten können nicht aufhören, weil sie verschuldet sind und hoffen, dass das nächste Jahr besser wird. Hinzu kommt die Bürokratie: Formalitäten und Steuern auch beim Abschluss.
Die Berechnung, die den Vergleich abschließt, ist die des Konkurrenten, der nicht deklariert: 70 freie Euro von 100 gegenüber den 10 desjenigen, der alles abrechnet. Solange diese Differenz besteht, bringt eine Debatte über Margen wenig. Und genau dort bleibt die Analyse stecken.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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