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Spaniens Schattenwirtschaft blüht durch vermietete Lieferkonten
Das Vermieten von Konten bei Glovo und Just Eat offenbart eine Schattenwirtschaft, bei der 70 % der Einnahmen an den Kontoinhaber gehen, nicht an den tatsächlichen Zusteller. Betrug und…
Vermietete Lieferkonten: Der Betrug, den niemand kontrolliert
Die offizielle Erzählung beharrt darauf, dass Einwanderer Jobs übernehmen, die Spanier ablehnen, doch die Realität des Liefermarkts offenbart ein deutlich komplexeres Gefüge. Laut Daten aus der Branche ist es auf Plattformen wie Glovo oder Just Eat zur Normalität geworden, registrierte Nutzerkonten an Arbeiter ohne Papiere oder ohne Führerschein zu vermieten. Der Mechanismus ist einfach: Ein Spanier (oder legal Residenter) überlässt sein Profil gegen einen Anteil an den Einnahmen, der bis zu 30 % erreichen kann. Das Unternehmen beschäftigt damit formal denjenigen mit den Unterlagen, aber liefern tut jemand anderes.
70 % für den Kontoinhaber: Der Preis des Risikos
Die Aufteilung der Einnahmen bei diesen informellen Arrangements ist erstaunlich. Der Kontoinhaber behält rund 70 % des Umsatzes, während der tatsächliche Zusteller, der alle Risiken trägt (Bußgelder, Unfälle, keinen Versicherungsschutz), nur 30 % bekommt. Die Logik: Das Konto ist das wertvolle Aktiv – ohne ihn gibt es keinen Zugang zu den Bestellungen. Dokumentiert sind Fälle von Zustellern, die das Konto ihres Partners oder Verwandter nutzen, und von Arbeitern, die ohne Führerschein mit dem Motorrad liefern. All das geschieht in völliger steuerlicher Intransparenz.
Zukünftige Wähler und politische Debatten
Die Diskussion geht über arbeitsrechtliche Fragen hinaus. Es wurde darauf hingewiesen, dass das Ley de Nietos (Spaniens „Enkelgesetz“, das Nachfahren von Spaniern die Staatsbürgerschaft erleichtert) und andere Maßnahmen die Regularisierung dieser Arbeiter beschleunigen und einer Welle neuer Wähler den Weg ebnen könnten. Die kursierenden Zahlen – wenn auch ohne offizielle Quelle – sprechen von „ein paar Millionen“ potenzieller neuer Wähler. Jenseits der Übertreibung zeigt die Debatte die Spannung zwischen dem Bedarf an Arbeitskräften in der Plattformökonomie und der Weigerung, eine Gruppe zu formalisieren, die derzeit im Verborgenen arbeitet.
Das Phänomen der Kontovermietung ist nicht neu, doch seine Dimension ist mit dem Wachstum des Express-Lieferwesens explodiert. Solange die Unternehmen wegsehen und die spanische Arbeitsaufsicht (Inspección de Trabajo) nicht von sich aus tätig wird, bleibt es ein schwarzes Loch auf dem Arbeitsmarkt. Und was schlimmer ist: ein Nährboden für extreme Prekarität, den weder die Kontoinhaber noch die tatsächlichen Zusteller anzeigen – weil alle etwas zu verlieren haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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