Podemos streicht seine Marke und überlässt den 29N-Wahlkampf einem Irene-Plakat

Podemos präsentiert sein Plakat für die spanische Parlamentswahl am 29N ohne Logo: Ein riesiges „Irene“ und der Slogan „Frieden, Wohnung und Arbeit“ prägen einen Wahlkampf, um den Sitz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Podemos streicht seine Marke und überlässt den 29N-Wahlkampf einem Irene-Plakat
Podemos tilgt sein Logo und setzt Irene auf das 29N-Plakat

Die linke spanische Partei hat ihr Wahlkampfbild für die Parlamentswahl am 29N vorgestellt, und weder ihr Name noch ihr Logo ist darauf zu sehen. Stattdessen wiederholt sich ein riesiges „Irene“ am oberen linken Rand, begleitet vom Slogan „Frieden, Wohnung und Arbeit“. Die Kandidatin Irene Montero übernimmt die gesamte Hauptrolle in einem Wahlkampf, den Podemos mit einer Idee zusammenfasst: wieder das Wesentliche in den Mittelpunkt zu rücken, die Dinge, die ein würdevolles Leben erst möglich machen.

Die Partei hat bestätigt, dass sie in allen Wahlkreisen antritt außer in Katalonien, wo es eine Vereinbarung mit ERC gibt, und dass sie in der Region Valencia und auf den Kanaren gemeinsam kandidiert. Die Führung um Pablo Fernández hat Frente Amplio scharf angegriffen, weil kein Einigungspakt der Linken zustande kam, und erklärt, die Straße verlange „eine Linke, die unabhängig von der PSOE ist“. Der Wahlkampf steht auf drei Säulen: Wohnungsbau, Lebenshaltungskosten und Frieden.

Was das Programm von Irene Montero vorsieht

Das Wahlprogramm zum Plakat enthält die Verkürzung der Arbeitswoche auf 30 Stunden, die Anhebung des Mindestlohns auf 1.800 Euro und den Kampf gegen den Klimawandel. Beim Wohnungsbau betont Podemos, dass Wohnen „kein Geschäft sein darf“, und verspricht Maßnahmen, um die Lebenshaltungskosten zu senken und die Kaufkraft zurückzugewinnen. In der Verteidigungspolitik lehnt die Partei die Aufrüstung ab und fordert „keinen Euro mehr für Waffen“: „Wir wollen nicht, dass unsere Kinder in Kriege ziehen. Der Partner der USA in der NATO zu sein, bringt uns in Gefahr“, heißt es in ihrer Mitteilung.

Ein Slogan, der an die Falange und Lenin erinnert

Der gewählte Slogan „Frieden, Wohnung und Arbeit“ hat bei einigen Forumsnutzern Vergleiche ausgelöst. Manche erinnern daran, dass Lenins Losung „Frieden, Brot und Land“ lautete, andere weisen auf die Ähnlichkeit mit dem „Vaterland, Brot und Gerechtigkeit“ der Falange hin. Das Plakat, mit markanter Typografie und einem Foto der lächelnden Montero, wurde von einem Teil der Wählerschaft als Wende zu einer klassischen Sprache gelesen. Der Wahlkampf verschweigt seine Absicht jedenfalls nicht: mit Dreisilben-Worten an die alltäglichen Sorgen appellieren.

Der Europasitz, den man nicht hergibt

Die Kandidatin wird ihr Mandat als Europaabgeordnete nicht niederlegen, während sie zur Parlamentswahl antritt. Einige Teilnehmer der Debatte haben die Entscheidung als Zeichen der Vorsicht angesichts eines unsicheren Ergebnisses gedeutet: Im Forum heißt es, Umfragen sehen Podemos an der 3-Prozent-Grenze und im besten Fall mit einem Abgeordneten in Madrid. Es geht um das parlamentarische Überleben der Partei. Die Partei hat derweil die Marke verloren, aber nicht den Nachnamen: Das Plakat ist Irene.

Die Linke, die sich nicht einigt

Podemos wirft Frente Amplio vor, das Einigungsbündnis der Linken verhindert und mit der PSOE im Senat gepakt zu haben. Die Führung um Pablo Fernández erklärt, die Legislaturperiode habe gezeigt, dass „wenn der PSOE kein wirkliches linkes Gegengewicht hat, das Ergebnis am Ende negativ für die Arbeiterklasse ist“. Die Einigung der Linken kommt jedoch nicht zustande: In Katalonien gibt es einen Pakt mit ERC, in der Region Valencia und auf den Kanaren eine Vereinbarung, aber in den übrigen Wahlkreisen tritt Podemos allein an. Das Ergebnis dieser Zersplitterung zeigt sich am 29N.



Der Wahlkampf von Irene Montero ist vor allem eine persönliche Wette. Die Partei ist vom Plakat verschwunden, damit kein Zweifel daran besteht, wer die Kandidatin ist. Die Frage ist, ob dieser Prominenz ausreicht, um die 3-Prozent-Hürde zu überspringen und den Sitz zu halten. Im Forum heißt es, die Umfragen seien nicht optimistisch. Die Marke Podemos, einst die wertvollste der Linken, ist zu einem Ballast geworden, den die Führung loslassen wollte. Läuft es am 29N schief, wird das Irene-Plakat das letzte einer Formation sein, die einmal 69 Abgeordnete stellte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (232 Antworten).

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