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Spaniens Sánchez und die Pech-Theorie: Franco, Blackout und Züge
Vulkan, Filomena, Valencia-Flut und Blackout innerhalb von drei Jahren nähren die Pech-Theorie. Die eigentliche Debatte ist nicht übernatürlich: Es geht um Management und Energieentscheidungen.
Vulkan, Filomena, Flut und Blackout: Sánchez' Akte des Unglücks
Kann ein spanischer Ministerpräsident binnen drei Jahren einen Vulkan, einen historischen Schneesturm, eine tödliche Flut und einen landesweiten Blackout erleiden, ohne dass es etwas bedeutet? Die Frage kursiert seit 2021 und hat eine doppelte Antwort: statistisch oder metaphysisch. Ausgangspunkt ist ein verblüffender Zufall: der Vulkan auf La Palma und Filomena 2021, die Flutkatastrophe in Valencia 2024. Drei Ereignisse, die laut der Erzählung, die die Debatte eröffnet, nur alle 50 oder 100 Jahre vorkommen – alle unter demselben Bewohner von La Moncloa (Amtssitz des Ministerpräsidenten). Die Liste geht weiter: landesweiter Blackout auf der Halbinsel am 28. April 2025, zerstörte AVE-Hochgeschwindigkeitsgleise am 28. Januar 2026 mit Schneefall in Madrid, und ein weiterer Zugunfall auf der Strecke Sevilla–Madrid am 28. Oktober 2026.
Die offizielle Hypothese des Threads ist nicht klimatisch. Sie ist übernatürlich. Und sie hat einen Namen: das Valle de los Caídos (Francos Basilika und Mausoleum bei Madrid). „Es ist verflucht, weil man Franco ausgegraben hat“, behauptet eine Strömung, die keine Beweise braucht, weil sie Glauben hat. „Man soll nicht mit den Toten spielen; die Energien, die man wecken kann, sind verheerend“, fügt eine andere Stimme hinzu, die dem Regierungschef sogar ein tragisches Ende voraussagt. Manche erhöhen den theologischen Einsatz: Die Weihe Spaniens an Prometheus – gleichgesetzt mit Luzifer – erkläre den Rest.
Vom Jenseits zum Amtsblatt: das Argument des Managements
Die übernatürliche Akte existiert neben einer anderen, diesseitigeren und deutlich unbequemeren. Die Kritik richtet sich nicht gegen den Vulkan, sondern gegen den, der ihn managt. „Franco würde den Spaniern diese Übel nicht antun“, fasst die ironische Version zusammen. Und der Kontrapunkt kommt schnell: Beim Vulkan und bei Filomena – wie viele Menschen starben? Die Valencia-Flut ist etwas anderes, denn da spielen Flussmanagement und institutionelle Reaktion hinein. Die Diskussion spaltet sich in die, die eine göttliche Strafe sehen, und die, die ein Kompetenzproblem sehen.
Dort liegt der wirtschaftliche Kern der Sache, auch wenn es nicht so aussieht. Die Pech-Theorie ist eine bequeme Art, das Chaos zu erklären. Die technische Version ist weniger poetisch: Kohle- und Atomkraftwerke im eigenen Land stilllegen und von ausländischer Versorgung abhängig sein – das ist kein Pech, das ist eine Entscheidung. „Das nennen wir Pech; ich behaupte, es ist menschliche Dummheit“, stellt ein Beitrag fest, der den Ärger auf den Punkt bringt. Der Blackout im April 2025 war kein göttlicher Blitz.
Die Liste der Beschwerden, die nicht in die Akte kommen
Es gibt eine dritte Front, die Korruption, die sich in jedes Gespräch über Sánchez einschleicht, selbst wenn das Thema ein Vulkan ist. Ernennungen, Rettungspakete, Verträge und diverse Freundschaften bilden eine Liste, die Kritiker auswendig hersagen – die wir hier nicht als bewiesene Fakten wiedergeben, weil sie es nicht sind. Fakt ist jedoch, dass das Gefühl der Straflosigkeit die Straftheorie befeuert. Wenn die Gerechtigkeit nicht kommt, soll eben das Karma kommen.
Das Karma-Argument hat seinen Reiz: „Je mehr Böses du tust, desto mehr negative Ereignisse bekommst du.“ Das sei Naturgesetz, sagen sie. Und die klügste Antwort des Threads kommt nicht aus der Metaphysik, sondern aus der Arithmetik: „Verflucht sind wir.“ Den Präsidenten hat weder der Vulkan noch der Schnee noch das Wasser erwischt. Den Schlamm ja – aber im Mund.
Das Ereignis und andere Prophezeiungen
Keine Diskussion über Flüche ist vollständig ohne eine bevorstehende Apokalypse. Hier hat sie einen Codenamen: Das Ereignis. Weltweit, laut der einzigen Quelle, die es erwähnt, und die keine weiteren Details geben kann. Vermerkt bleibt es neben den übrigen Prognosen: der erste spanische Ex-Ministerpräsident, der im Gefängnis landen wird, einer weiteren Weissagung zufolge, und die Klonierung Francos als nationale Lösung, der amüsanteste Vorschlag von allen.
Die Statistik meldet sich derweil nicht zu Wort. Drei Extremereignisse in drei Jahren sind kein Fluch: Sie sind eine Zeitreihe. Und wie jede Reihe lässt sie mehrere Deutungen zu. Die bequemste ist, den Toten im Valle die Schuld zu geben. Die nützlichste ist zu prüfen, wer entscheidet, was stillgelegt, was gebaut und wen ernannt wird. Der Rest ist Marketing des Chaos.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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