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Spaniens Rentenkrise: Witwenrente streichen oder Beiträge erhöhen?
Spanien zahlt 79 % des letzten Gehalts als Rente, fast doppelt so viel wie der EU-Durchschnitt, mit einem jährlichen Defizit von 18 bis 20 Milliarden Euro.
Renten: Von der Abschaffung der Witwenrente zur Erhöhung der Beiträge
Spanien hat im Vergleich zu seinen Nachbarn die höchste Ersatzquote: Die Rente beträgt 79 % des letzten Gehalts, gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 42 %. Auf dem Papier wirkt das System großzügig. Die Diskussion über seine Tragfähigkeit dreht sich seit Jahren um dieselben Themen (Witwenrente, Renteneintrittsalter, Beiträge) und findet selten auf Basis harter Zahlen statt.
Das Loch, das jedes Jahr gestopft werden muss
Das Defizit der Sozialversicherung (Seguridad Social) liegt laut den im Diskurs genannten Berechnungen zwischen 18.000 und 20.000 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommen neue Rentner und steigende Leistungen, sodass die durch Steuern zu deckende Lücke bei rund 23.000 Millionen Euro liegen dürfte. Auch die Zinslast wächst: Von 14.500 Millionen Euro im Jahr 2007 stiegen sie auf 33.490 Millionen Euro im Jahr 2016. Diese Entwicklung macht jeden langfristigen Sparplan wackelig.
Manche sehen das System als Umlageverfahren, bei dem Einzahlende für Auszahlende sorgen, und schlagen vor, die Renten je nach Einnahmen anzupassen. Wenn ein Jahr nur 90 % des Budgets eingenommen werden, sinken alle Renten um 10 %. In der Praxis verlagert dies das Risiko auf jene, die nicht mehr arbeiten können.
Der härteste Vorschlag: Abschaffung der Witwenrente
Die umstrittenste Idee ist die Streichung der Witwenrente für neu geschlossene Ehen, während bestehende Ansprüche erhalten bleiben. Das Argument: Wenn beide Ehepartner arbeiten und einzahlen, ist diese Leistung schwerer zu rechtfertigen. Rechtliche Unklarheiten zwischen Ehe und eingetragenen Partnerschaften verschärfen das Problem, da letztere teils bereits Anspruch haben. Spaniens Regelung zur Witwenrente gilt als die großzügigste in Europa.
Wie hoch sollte die Rente sein?
Hier weichen die Zahlen voneinander ab. Ein Ansatz sieht vor, die Höchstrente an das doppelte des Mindestlohns (SMI) zu koppeln. Ein anderer schlägt eine Obergrenze pro Haushalt vor, damit Paare nicht zusammen über 5.000 Euro brutto beziehen; sinnvolle Grenzen lägen bei etwa 3.000 Euro monatlich für beide zusammen. Ein dritter Weg wäre eine einheitliche Leistung, orientiert am Durchschnittsgehalt, das in Spanien bei 15.500 Euro brutto jährlich lag.
Unangenehm wird es beim Vergleich: Junge Arbeitnehmer, die mit 900 Euro monatlich auskommen müssen, finanzieren Renten, die doppelt so hoch sind, obwohl sie auf einem deutlich niedrigeren Lohn einzahlen.
Beiträge erhöhen: Kosten, die niemand tragen will
Auch Mehreinnahmen haben ihren Preis. Die Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze würde Unternehmen und Arbeitnehmer laut Schätzungen 4.470 Millionen Euro kosten. Der Gegenentwurf – Arbeitgeber zahlen nicht mehr, Arbeitnehmer managen ihre Anteile selbst – kollidiert mit dem Prinzip der Solidarität. Ohne breite Masse gibt es keine Leistung. Höhere Löhne steigern zwar die Einnahmen, aber auch zukünftige Ansprüche.
Kapitaldeckung, Grundeinkommen und Migration
Abseits von Anpassungen gibt es Grundsatzdebatten. Einige befürworten ein Mischsystem: minimale öffentliche Rente plus private Kapitaldeckung, besonders angesichts der Automatisierung. Andere fordern direkt ein bedingungsloses Grundeinkommen. Institutionelle Stimmen plädieren dafür, „Millionen“ Migranten zu holen, um die Beitragsbasis zu sichern.
Kein Vorschlag löst das Problem allein, da alle wahlrelevanten Gruppen betreffen. Das System hält heute mit Flickschusterei und Schulden stand. Die Rechnung geht bis heute nicht auf. Die nächste Reform wird wahrscheinlich das Renteneintrittsalter weiter hinausschieben und Indizes anpassen, ohne den Kern des Problems zu lösen. Doch bei dieser Demografie verteuert jedes verlorene Jahr die Rechnung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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