Spaniens Räumungsverbot schützt 30.000 Familien spaltet Mietmarkt

Das spanische Gesetz gegen Zwangsräumungen verhinderte 30.000 Fälle in drei Jahren. Der Mietmarkt diskutiert die Kostenübernahme und mögliche Preiserhöhungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Räumungsverbot schützt 30.000 Familien spaltet Mietmarkt
Spaniens Räumungsverbot stoppt 30.000 Zwangsräumungen und erhitzt den Mietmarkt

Ein Tweet fasst es zusammen: „Das Gesetz gegen Zwangsräumungen verhindert die Vertreibung von mehr als 30.000 schutzbedürftigen Familien in den letzten drei Jahren.“ Diese Zahl, verbreitet von Cadena SER, eröffnet die Debatte: Für manche der Beweis, dass links- und rechtsgerichtete Regierungsführung sich unterscheiden; für andere die Feststellung, dass jemand eine Rechnung zahlt, die er nicht unterschrieben hat. Den 30.000 vermiedenen Räumungen stehen laut dieser zweiten Lesart weitere 30.000 Akteure gegenüber, die nicht in der Schlagzeile auftauchen.

Was das Gesetz besagt und wen es schützt

Der Ausgangspunkt ist eine Norm, die die Räumung von Mietern mit nachgewiesener Schutzbedürftigkeit untersagt. Die veröffentlichte Datenlage zeigt, dass mehr als 30.000 Familien dank dieses Schutzes ihre Wohnung drei Jahre lang behalten konnten. Die Diskussion dreht sich nicht darum, ob diese Familien existieren, sondern wer die Kosten ihrer Nichtzahlung trägt.

Die häufigste Antwort im Markt lautet, dass Vermieter dies tragen. „Damit 30.000 Familien nicht vertrieben werden und keine Mieten zahlen, gibt es 30.000 Vermieter, ob natürliche oder juristische Personen, die geschädigt werden“, argumentiert eine stark unterstützte Stellungnahme. Das Wort, das ohne Umschweife verwendet wird, ist Diebstahl, und das Kernargument ist, dass der Staat eine ihm eigene Verpflichtung auf Private abwälzt.

Es gibt einen zweiten Einwand, weniger sarracena und eher praktisch: Wenn Vermieter die Wohnung nicht zurückfordern können, werden sie aufhören, sie zu vermieten. „Dieses Verbot hindert Menschen daran, an Familien mit Kindern, Rentner, Migranten, Arbeitslose oder Menschen ohne Gehaltsabrechnung zu vermieten“, fasst eine andere Nachricht zusammen. Der perverse Effekt wäre das Gegenteil des Gewollten: Die Gruppen, die geschützt werden sollten, gelten als Risiko.

Warum steigen die Mieten, wenn Mieter geschützt werden?

Weil Risiko nichts umsonst ist. Diese These durchzieht weite Teile der Debatte: Wenn Vermieter eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit ohne Räumungsmöglichkeit tragen, bauen sie dies in den Preis ein. „Schaden auf Marktpreis übertragen: Risiko ist nicht gratis“, merkt eine Nachricht an. Eine andere treibt es auf die Spitze: „Machen Sie sich bereit, die Mieten im Markt zu verdoppeln, sobald es genehmigt ist. Praktisch kann niemand mehr aus einer Mietwohnung geworfen werden.“

Die Vorhersage ist nicht einstimmig, aber der Mechanismus dahinter schon. Das Angebot schrumpft — Wohnungen werden vom Markt genommen, auf Kurzzeitmiete umgestellt oder gar nicht erst angeboten — und bei weniger Angebot steigt der Preis. „In Wirklichkeit sind Gesetze gegen Zwangsräumungen Gesetze gegen Vermietung“, fasst eine Stellungnahme zusammen. Daraus ergibt sich die unbequeme Frage: Wenn das Problem Wohnungsnot ist, warum regelt man dann den Vertrag statt den Bestand?

Preiskontrollen und das Gespenst der Knappheit

Die Diskussion driftet auf bekanntes Terrain: Obergrenzen. Man erinnert an den Fall von Masken und Tests, als Höchstpreise festgelegt wurden und, nach einem Teil der Debatte, die Produkte aus den Regalen verschwanden und auf unregulierte Märkte abwanderten. „Oder erinnern Sie sich nicht daran, wie unmöglich es war, eine Maske zu kaufen?“ fragt man. Die daraus gezogene Schlussfolgerung: Obergrenzen senken Preise nicht, sie rationieren sie.

Die Gegenantwort kommt von der anderen Seite: Hersteller verdienten weiterhin Geld und gingen nicht bankrott, sodass der Mangel kein solcher war. Der Austausch lässt einen nützlichen Stillstand. Wenn die Obergrenze über dem Marktpreis liegt, tut sie nichts; wenn darunter, entsteht Knappheit. Die Diskussion über angespannte Gebiete — welche erklärt werden, basierend auf welchem Index — bleibt genau dort, ungelöst.

Wer mieten kann und wer ausgeschlossen wird

Der am häufigsten genannte Effekt ist nicht der Preis, sondern der Filter. Ein Vermieter mit einer Wohnung und zwei Bewerbern wählt den mit festem Gehalt. „Jeder mit gesundem Menschenverstand vermietet nicht an potenziell Schutzbedürftige. Es ist logisch“, sagt eine Nachricht. Die Konsequenz trifft dieselbe Gruppe, die die Norm schützen wollte: Familien mit unregelmäßigem Einkommen, Rentner mit niedriger Pension, neu angekommene Migranten.

Der grundlegende Verdacht ist, dass die Norm am Ende Großbesitzer abschirmt. „Alle diese Gesetze schützen nur ihr Backsteinimperium, damit es sich nur lohnt, an jene zu vermieten, die das Risiko tragen können“, behauptet eine Stellungnahme. Kleine Vermieter ziehen sich zurück; wer Zahlungsausfälle verkraftet, sind jene mit hundert Wohnungen und einer Rechtsabteilung. Das Gesetz, gedacht gegen Vermieter, würde am Ende Vermieter auswählen.



Am Ende bleibt die Zahl, die die Debatte eröffnete, gleich: 30.000 vermiedene Räumungen. Was nicht in der Schlagzeile steht, ist der Preis. Und es gibt eine Frage, die noch niemand beantwortet hat: Wenn der Staat Räumungen verbietet, warum zahlt er dann nicht selbst die Miete?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (116 Antworten).

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