Spaniens PSOE und die Börse: Was tun mit dem Ibex, wenn die Sozialisten die Wahl gewinnen?

Der Ibex wählt nicht: Banken, Bauunternehmen und Energiekonzerne kassieren von Brüssel, egal wer gewinnt. Eine Analyse, welche Aktien einen neuen sozialistischen Regierungszyklus überstehen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens PSOE und die Börse: Was tun mit dem Ibex, wenn die Sozialisten die Wahl gewinnen?
PSOE und Börse: Der Ibex wählt nicht, aber er kassiert

Ändert sich etwas am spanischen Aktienmarkt, wenn die PSOE (Spaniens sozialistische Partei) wieder regiert? Die kurze Antwort: Dem Aktionär ist die Farbe der Regierung ziemlich egal. Die lange Antwort erklärt, warum Banken, Bauunternehmen und Energiekonzerne seit Jahrzehnten von derselben Stelle kassieren: Brüssel und die EZB. Das Argument, mit dem diese Diskussion eröffnet wird, besagt, dass eine neue sozialistische Amtszeit vier weitere Jahre steigender Staatsausgaben, hemmungslos platzierte Schulden und eine nie stillstehende Gelddruckmaschine garantiert. Da die Bevölkerung künstlich wächst, sieht die Wirtschaft auf dem Foto gut aus, während der Geldbeutel des Bürgers schrumpft.

Das ist keine originelle These. Es ist fast eine nationale Tradition. Egal wer regiert, das institutionelle Geld nimmt immer denselben Weg: von der Staatskasse in die Bankbilanzen, von den EU-Fonds zu den Bauunternehmen, von den grünen Subventionen zu den großen Stromkonzernen.

Banken, Bauunternehmen und Stromkonzerne: die drei Profiteure

Der erste Profiteur hat Name und Nachname. Bei hohen Zinsen und einer Staatskasse, die ohne Pause Schulden platziert, befindet sich das spanische Bankgewerbe in seinem natürlichen Lebensraum. Santander, BBVA und Sabadell gelten als die Aktien, die dieses Carry am besten einfangen: Solange die Risikoprämie sich hält, melken sie die Zinsspanne, ohne sich anzustrengen. Das Risiko sitzt nicht im Moncloa (Amtssitz des Ministerpräsidenten), sondern darin, dass der EZB-Geldhahn früher als erwartet zugedreht wird.

Die Bauunternehmen folgen. Öffentliche Bauvorhaben, finanziert mit EU-Geldern, Ausschreibungen ohne Ende und ein Staat, der der bestmögliche Kunde bleibt. Die Energiekonzerne vervollständigen das Trio: Iberdrola, Endesa und Repsol saugen die Erneuerbare-Subventionen ein, egal wer die Regierung stellt, denn der Rahmen wird in Brüssel festgelegt, nicht im Ministerrat. Repsol spielt in einer anderen Liga, stärker vom Rohölpreis abhängig als von der Farbe der Regierung.

Inditex ist der Sonderfall. Als reiner Exportkonzern ist es ihm egal, wer im Moncloa residiert. Sein eigentliches Risiko sind der Binnenkonsum und der Tourismus, nicht die Ideologie des Mandatsträgers.

Was passiert, wenn die PP mit Vox gewinnt?

Hier bricht die Analyse auseinander. Manche behaupten, das Wahlergebnis stehe von vornherein fest und die Zettel dienten nur dazu, dem Wähler das bereits Ausgemachte zu rechtfertigen. Andere gehen weiter und behaupten, dass es bei jeder Regierung der Eurozone —PSOE oder PP mit Vox— vernünftig sei, nicht in den Block zu investieren. Die praktische Schlussfolgerung dieser Richtung ist unbequem: Wenn der Rahmen derselbe ist, ist das Ergebnis dasselbe.

Das Misstrauen macht keinen Unterschied zwischen Parteinamen. Ein Teil der Analyse hält dagegen, dass auch eine rechtsgerichtete Regierung Sparmaßnahmen durchsetzen würde und dann die Schuld jemand anderem zugeschoben würde. Das Muster wiederholt sich: Der eine hinterlässt den Ruin, der andere verwaltet ihn mit der Schere.

Indra und die Fischereibranche: die Wette des Hauses

Gegen die Makro-These suchen manche den sektoralen Abkürzungsweg. Indra wird als Verteidigungs- und Digitalisierungsaktie genannt, doch die Antwort kommt schnell: Der Zug ist längst abgefahren. Und es taucht eine Empfehlung auf, die in keinem Analystenbericht steht: die Meeresfrüchtebranche. Niemand hat bisher erklärt, ob das ein Witz oder eine Investmentthese ist.

Der Konsens, falls es einen gibt, ist der langweiligste von allen: nicht einsteigen. Nicht mal mit fremdem Geld. Das Misstrauen gegenüber dem spanischen Markt ist nicht taktisch, sondern existenziell: Es geht darum, sein Leben in Spanien zu positionieren, nicht eine bestimmte Aktie.



Am Ende lautet die Frage nicht, ob die PSOE gewinnt. Sondern ob jemand wirklich glaubt, dass der Ibex den Unterschied spüren wird. Wir testen das seit Jahrzehnten, und die Antwort bleibt dieselbe: Wer regiert, wählt nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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