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Spaniens PSOE: kein Geschäft mit Migration
2008 hatte Spanien 5,2 Millionen Beschäftigte im Bausektor, 2013 erreichte die Arbeitslosigkeit 26%. Der Zusammenhang zwischen Einwanderung, Preisen und Wählern ist komplexer als gedacht.
Die Vorstellung, Spaniens PSOE hole Migranten ins Land, um Einnahmen aus Grunderwerbsteuer und Einkommensteuer zu vervielfachen und Wähler zu gewinnen, hält den Daten nicht stand: Migranten zahlen Steuern wie jeder andere Arbeitnehmer, und ihr Wahlverhalten hängt von der Staatsangehörigkeit ab, nicht von einer Parteistrategie. Die Krise von 2008 entstand durch das Platzen der Immobilien- und Kreditblase, nicht durch die Ankunft ausländischer Arbeitskräfte.
## Der Bausektor lässt sich nicht allein mit Migranten erklären
Zwischen 1998 und 2007 baute Spanien mehr Wohnungen als Deutschland, Frankreich und Italien zusammen. Das Baugewerbe machte 2006 laut Daten des INE (spanisches Statistikamt) fast **18 % des BIP** aus. In diesem Zeitraum stieg die ausländische Bevölkerung von **637.000 gemeldeten Personen 1998 auf 5,2 Millionen 2008**, ein Wachstum, das mit der Ausweitung billiger Kredite und der Binnennachfrage einherging.
Ausländische Arbeitskräfte waren ein Zutat dieses Cocktails, nicht die Ursache. Ohne sie hätte die Branche auf einheimische Arbeiter oder Kräfte aus anderen Ländern zurückgegriffen, doch der Motor war ein anderer: niedrige Zinsen, Finanzinstitute, die hemmungslos Kredite vergaben, und eine Kultur des Wohnungskaufs als Geldanlage. Als der Kredit 2007-2008 versiegte, brach die Beschäftigung im Bau ein und riss den Rest der Wirtschaft mit.
## Steuern, die alle zahlen
Arbeitende Migranten zahlen Sozialversicherungsbeiträge und Einkommensteuer wie jeder andere Beschäftigte. Beim Konsum erzeugen sie zudem Mehrwertsteuer. Die Grunderwerbsteuer zahlt, wer eine gebrauchte Wohnung kauft, ob Spanier oder Ausländer. Diese Einnahmen als exklusiven Goldesel des PSOE darzustellen, ignoriert, dass jede Regierung dieselben Beiträge erhält.
Die Nettofiskalbilanz der Einwanderung ist unter Ökonomen umstritten. Es gibt Studien, die sie positiv einordnen, und andere, die sie je nach Gruppe und Zeitraum relativieren. Was die Belege nicht hergeben, ist die Idee einer Operation, die die Parteikasse füllen soll.
## Wohnungsmarkt: Nachfrage, Angebot und Preise
Es stimmt, dass Bevölkerungswachstum die Nachfrage nach Wohnraum erhöht. Es stimmt auch, dass Spanien seit Jahren ein Defizit beim Neubau hat und dass der öffentliche Mietwohnungsbestand mit rund **2-3 % des Gesamts** zu den niedrigsten Europas gehört, gegenüber 15-20 % in Ländern wie den Niederlanden oder Österreich.
Die Preise steigen, wenn die Nachfrage schneller wächst als das Angebot. Doch das Angebot hängt nicht nur von Migranten ab: Es hängt von verfügbarem Bauland, baurechtlichen Vorschriften, Baukosten und Finanzierung ab. Den Preisanstieg allein auf die Ankunft von Ausländern zu schieben, vereinfacht ein vielschichtiges Problem.
## Stimmen lassen sich nicht mit einer Kleinigkeit kaufen
Nicht-EU-Ausländer dürfen nicht bei Parlamentswahlen wählen. Sie können nur bei Kommunalwahlen wählen, wenn sie legal ihren Wohnsitz haben und die Gegenseitigkeitsanforderungen erfüllen, und viele melden sich nicht einmal an. Die Annahme, eine Partei hole Menschen ins Land, um Stimmen zu gewinnen, kollidiert mit dieser rechtlichen Realität.
Auch der Zusammenhang zwischen Sozialleistungen und Wahlverhalten ist komplizierter. Es gibt Wähler aller Parteien, die Leistungen beziehen, und Wähler, die das nicht tun. Das Wahlverhalten auf eine „Unterstützung" zu reduzieren, ist eine Hypothese, die der Prüfung durch die Daten nicht standhält. Wirtschaftspolitik wird mit Zahlen bewertet, nicht mit Verdächtigungen über die Absichten derer, die anders wählen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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