Spaniens Premier Sánchez leugnet Kenntnis von Cerdán-Affäre

Der spanische Premierminister Pedro Sánchez behauptet, nichts von der angeblichen Schmutzkampagne um Santos Cerdán gewusst zu haben. Wir analysieren die Debatte über Inkompetenz oder Lüge.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez distanziert sich von der Cerdán-Affäre: 'Ich wusste nichts und hätte es nicht toleriert'

Pedro Sánchez trat mit seinem bekannten besorgten Gesichtsausdruck auf, um zu versichern, er habe keine Ahnung von der angeblichen Kampagne der „Kloaken“ gehabt, die sein Stellvertreter Santos Cerdán innerhalb der PSOE (Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens) initiiert haben soll. „Ich habe nie etwas gebilligt, noch hatte ich Informationen oder Kenntnisse über etwas, das ich niemals toleriert hätte“, erklärte der Regierungschef aus Trivat (Montezaino). Viele sehen dies als verzweifelten Versuch, das Gesicht zu wahren.

Die offizielle Version: ein Präsident, der von allem unberührt ist

Laut Sánchez lag alles an Cerdán, seinem ehemaligen Generalsekretär für Organisation, der angeblich ein paralleles Netzwerk aufgebaut hat, um Richter, Polizisten und Journalisten zu diskreditieren. Der Premierminister hält an seinem Vertrauen in die Direktorin der Guardia Civil fest, während sich die Partei auf einen neuen Schock vorbereitet. Es ist nicht das erste Mal, dass der sozialistische Führer Unwissenheit geltend macht: Er tat dies bereits bei den Fällen Ábalos und Koldo, und nun wiederholt sich dieses Muster.

Allgemeine Skepsis: Inkompetenz oder Lüge?

Unter Analysten stehen sich zwei Strömungen gegenüber. Die erste vertritt die Ansicht, dass Sánchez dreist lügt, da es unmöglich sei, dass ein Generalsekretär jahrelang nicht weiß, was seine Nummer zwei tut, zumal die Verbindungen zum Korruptionsnetzwerk zu eng sind. Die zweite, mildere These besagt, dass er vielleicht so inkompetent ist, dass er tatsächlich nichts mitbekommt – eine Annahme, die, falls sie zutrifft, für ein Staatsoberhaupt ebenso gravierend wäre.

Spötteleien über seine angebliche Ignoranz nehmen zu: Dass er Begoña nicht kenne, dass er nicht wisse, was im Moncloa-Palast geschieht, dass er bald behaupten werde, seinen Bruder nicht zu kennen. Schwarzer Humor verdeckt nicht die Schwere der Situation, in der der Regierungschef für eine kriminelle Verschwörung Rechenschaft ablegen muss, deren Existenz er selbst anerkennt.

Die juristische Zukunft: die Gefahr des Meineids

Mehrere Kommentatoren weisen darauf hin, dass Sánchez, wenn er vor Gericht als Zeuge aussagen muss, Meineid begehen könnte, falls er an seiner Version festhält. Da immer mehr Beweise ans Licht kommen und Namen von Vertrauten genannt werden, wird es zunehmend schwierig, das Alibi der Unwissenheit aufrechtzuerhalten. Die offene Frage bleibt: Wie lange kann diese Erzählung bestehen?

Verwandte Diskussionen im Forum

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (139 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver