Spaniens PP kündigt Null Reformen an: geboren, um zu verlieren

In einem Interview lehnt Spaniens Volkspartei PP Verfassungsänderungen ab, will die Renten der Boomer nicht anfassen und warnt vor Opfern. Die Rechte wird ihre Mehrheit nicht nutzen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die PP erklärt, sie werde die von der PSOE hinterlassenen Strukturen nicht verändern, selbst wenn sie eine Dreifünftelmehrheit erreiche, die Renten der Boomer nicht anfassen und keine Verfassungsänderungen vorantreiben, um die Gesellschaft nicht weiter zu spalten. Nach dieser Lesart würde die Linke wegen eines strukturellen Wandels der spanischen Gesellschaft zwölf Jahre lang nicht mehr regieren.

Es gibt ein Interview, das diese Tage in Fraktionsbüros und Cafés die Runde macht. Darin lässt ein Funktionär der Partido Popular (Spaniens konservative Volkspartei) durchblicken, ohne es wörtlich zu sagen, dass seine Partei im Regierungsamt nichts bewegen wird. Weder die Strukturen, die die PSOE hinterlassen hat, noch die Verfassung, noch das Rentensystem, wie es die zwischen Mitte der Vierziger und Mitte der Sechziger Geborenen kennen. Die eigentliche These ist unbequem: Die spanische Rechte sei geboren, um zu verlieren – oder zumindest, um ihre Siege nicht zu nutzen.

## Dreifünftelmehrheit und keine Verfassungsreform

Die Frage war direkt. Wenn PP und Vox zusammen die **210 Sitze** erreichen, die für eine Verfassungsreform nötig wären – werden sie sie dann durchführen? Die Antwort war nein, weil das die Gesellschaft weiter spalten würde. Das Argument hat seine innere Logik: Sitze zu haben bedeutet nicht, ein Volksmandat zu haben, um die Spielregeln neu zu schreiben. Aber es lässt eine riesige Lücke. Hätte die Linke diese Mehrheit erreicht, so die implizite Lesart, hätte sie alles von Grund auf verändert. Die PP dagegen zieht es vor, das zu bewahren, was sie Würde nennt, und sich die Hände nicht schmutzig zu machen.

D liegt der Kern der Sache. Der Vorwurf ist nicht, dass die PP aus Überzeugung moderat ist, sondern dass sie Moderation mit Passivität verwechselt. Während der Gegner mit Panzern in den Krieg zieht, reiten sie noch Kavallerieangriffe. Vielleicht gewinnen die anderen, so die Botschaft, aber wir spielen fair. Ein Satz, der auf einer Kundgebung gut klingt und an einem Verhandlungstisch schlecht.

## Die Renten der Boomer bleiben unangetastet, die der Millennials nicht

Der konkretiste Teil des Interviews betrifft die Renten. Für die **Boomer**: nichts. Das muss bezahlt werden, Punkt. Für die **Millennial**-Generation dagegen funktioniert das jetzige System nicht und wird geändert werden müssen. Es wird Renten geben, aber mit einem anderen System. Der Satz ist eine Warnung: Wer heute zwischen achtundzwanzig und vierundvierzig Jahre alt ist, wird nicht dasselbe bekommen wie seine Eltern, auch nicht nach denselben Regeln.

Das ist nichts Neues. Wer in den letzten fünf Jahren einen Bericht der **AIReF** (Spaniens unabhängige Haushaltskontrolle) oder der **Banco de España** gelesen hat, weiß, dass das beitragsfinanzierte System bei der jetzigen demografischen Pyramide ein Nachhaltigkeitsproblem hat. Der Unterschied ist, dass es hier laut ausgesprochen und der Opfer nach Generationen verteilt wird. Wer in Massen wählt, bleibt geschützt. Wer weniger wählt, wird gewarnt.

## Die Linke würde zwölf Jahre lang nicht mehr regieren

Der politischste Teil des Interviews beschreibt einen strukturellen Wandel der spanischen Gesellschaft. Der Rechten sei eine Dreifünftelmehrheit sicher, und diese Ergebnisse würden sich bei den Wahlen **2030** mehr oder weniger wiederholen. Die Leute, so das Argument, wollen keine gute Verwaltung oder Teilreparaturen. Sie wollen eine andere Gesellschaft sein, mit anderen Gesetzen, einer anderen Religion und einer anderen Epoche. Und mit diesem Ausblick würde die Linke **zwölf Jahre** lang nicht mehr regieren.

Wenn das stimmt, lässt die PP die größte Chance der jüngeren Geschichte vorbeiziehen. Wenn es falsch ist, ist das Interview ein Theaterstück. In beiden Fällen ist klar: Die spanische Rechte wird nichts verändern. Weder die Verfassung, noch die Renten der Boomer, noch die geerbten Strukturen. Und das ist, zum Guten oder zum Schlechten, eine Nachricht.

Dieser Artikel beschreibt politische Äußerungen und Meinungen. Er stellt keine Rechts- oder Finanzberatung dar.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

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