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Spaniens Oberster Gerichtshof nimmt Klage gegen Massenregularisierung an
Der spanische Oberste Gerichtshof hat die Klage gegen die Massenregularisierung von 1,3 Millionen Migranten zugelassen. Der Staatsrat erhebt Einwände, die Polizei deckt Betrug auf.
Spaniens Oberster Gerichtshof prüft Stopp der Massenregularisierung: rechtliche Einwände und Polizeibetrug
Kann ein Gesetzesdekret 1,3 Millionen Menschen regularisieren, ohne das Parlament einzubinden und ohne polizeiliche Kontrolle? Der spanische Oberste Gerichtshof hat gerade die Klagen der Regionen gegen das Königliche Dekret zur außerordentlichen Regularisierung von Migranten zugelassen und der Regierung ein Ultimatum gestellt: Innerhalb von 20 nicht verlängerbaren Tagen muss sie die gesamte Verwaltungsakte vorlegen. Unterdessen hat der Staatsrat bereits „wesentliche“ Einwände angemeldet, die die Rechtmäßigkeit der Maßnahme untergraben.
Juristen sehen es klar: Die Regularisierung könnte rechtswidrig sein
Das von der Regierung Pedro Sánchezs vorangetriebene Dekret sollte rund 1,3 Millionen Migranten ohne regulären Aufenthaltsstatus durch ein Schnellverfahren regularisieren. Der Staatsrat erstellte jedoch ein vernichtendes Gutachten mit Einwänden, die Fachleute als „wesentlich“ bezeichnen. Der Oberste Gerichtshof hat nicht nur die Klage der Regionen Madrid, Aragón und Castilla y León zugelassen, sondern auch die Tür für eine Vorabentscheidung beim Gerichtshof der Europäischen Union geöffnet, da die Maßnahme das Unionsrecht verletze. Das Verfahren schreitet voran, doch der Gerichtshof hat bereits gewarnt, dass er das Dekret einstweilig aussetzen könnte, falls vor dem Urteil Rechte entstehen.
Entscheidend ist, dass das Königliche Dekret nach Angaben juristischer Quellen das Ausländergesetz Spaniens überschreitet und mit den europäischen Rückführungsbestimmungen kollidiert. Das Europäische Parlament hat gerade die Rückführungsverordnung verabschiedet, und der Oberste Gerichtshof ist der Ansicht, dass die Regularisierung von Personen mit Abschiebeanordnungen eine „verdeckte Amnestie“ wäre. Tatsächlich sieht das Dekret die automatische Aufhebung von Abschiebeanordnungen wegen schwerer Verstöße vor, was bei den Sicherheitskräften Alarmglocken hat läuten lassen.
Betrug und fehlende Kontrolle: Polizei beklagt ein Einfallstor
Während die Regierung die Regularisierung als humanitäre Frage verteidigt, zeichnen Polizeiberichte ein ganz anderes Bild. Die Policía Nacional hat in 15 Provinzen einen großen Betrugsskandal aufgedeckt: Migranten reisten mit falschen Identitäten ein. Zudem zeigt ein interner Bericht, dass mindestens 400.000 Personen, die die Regularisierung beantragt haben, nie in Spanien gelebt haben. Die Unruhe in der Truppe ist enorm: Die Generaldirektion wurde aus dem Prozess herausgedrängt, und Beamte warnen, dass „es mehr Betrug geben wird“.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Dezentralisierung der Kontrollen. Die Regierung hat Freiwillige von NGOs zu offiziellen Sachverständigen gemacht, die Verwundbarkeitsberichte ohne Überprüfung abzeichnen, wie der Leiter einer dieser Organisationen eingeräumt hat. Gleichzeitig wurden millionenschwere Subventionen an mit der PSOE verbundene Organisationen vergeben – eine davon wird von der Ehefrau des Ministers Planas geleitet –, um den Prozess zu verwalten. Insgesamt mehr als 60 Millionen Euro an Hilfen für NGOs, die nach Ansicht von Kritikern als „Einfallstor“ fungieren.
Die Uhr läuft: Der Oberste Gerichtshof will ein Urteil fällen, bevor Rechte entstehen
Das oberste Gericht hat den 13. Mai als Schlüsseldatum für die Entscheidung über die einstweilige Aussetzung des Dekrets festgelegt. Die Staatsanwaltschaft (Abogacía del Estado) hat 10 Werktage Zeit, um gegen die einstweilige Maßnahme Widerspruch einzulegen, während die Regierung die Akte innerhalb von 20 Tagen vorlegen muss. Die Strategie der Regierung besteht darin, die Fristen in die Länge zu ziehen und die Norm im Abgeordnetenhaus bestätigen zu lassen, wo ihre Koalitionspartner ihr möglicherweise einen Rettungsanker zuwerfen. Doch der Oberste Gerichtshof hat bereits klargemacht, dass er ein Urteil fällen wird, bevor sich irgendwelche erworbenen Rechte verfestigen.
Während man auf die Entscheidung des Gerichtshofs in Luxemburg wartet, liegt der Ball bei der Justiz. Derweil häuft Spanien eine weitere Episode institutioneller Spannungen: Der Senat hat die Migrationspolitik der Regierung abgelehnt, die von der PP regierten Regionen legen Klage ein, und die Polizei warnt, dass der Betrug längst da ist. Eines ist sicher – wie ein Beobachter anmerkt –: Die „Computerpannen“ bei der Regularisierung funktionieren immer, aber beim Steuereintreiben ist das System unfehlbar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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