Wenn Leistung bestraft wird

Löst ein Mitarbeiter eine Krise, lädt ihm die Firma mehr Aufgaben auf und blockiert seinen Aufstieg. Kompetenz wird zum Hindernis für die Karriere.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Bestrafung von Einsatz beginnt damit, dass die Übernahme zusätzlicher Verantwortung ohne Positions- oder Gehaltswechsel die Tür zur Beförderung verschließt. Der kompetente Mitarbeiter wird zu wertvoll für seine Position, um versetzt zu werden.

## Der Problemlöser und der Durchschnittsarbeiter

Zwei Personen in derselben Position. Eine löst Notfälle, erledigt Aufgaben, die andere meiden, und meldet sich, sobald es ein Problem gibt. Die andere macht genau das Nötigste, ohne sich zu verkomplizieren. Sechs Monate später hat die erste die doppelte Verantwortung angesammelt. Die zweite hat Zeit für Weiterbildung, die Beteiligung an anderen Projekten und dafür, bei der Geschäftsleitung sichtbar zu werden.

Wenn sich eine Beförderungsmöglichkeit ergibt, heißt es beim Kompetenten, man könne nicht auf ihn verzichten. Die Stelle geht an den anderen. Professionelle Kompetenz wird so zum größten Hindernis für den beruflichen Aufstieg.

## Die Ausnahme, die zur Pflicht wird

Das erste Mal, wenn jemand eine Krise löst, ist es brillant. Beim fünften Mal effizient. Beim zehnten Mal erfüllt er nur noch die Erwartungen. Sagt er beim elften Mal, dass er es nicht kann, gilt er plötzlich als unkooperativ. Der Wert der Arbeit verändert sich, wenn das Außergewöhnliche als selbstverständlich vorausgesetzt wird.

Diese Verschiebung hat ihren Preis. Das Unternehmen hört auf, den Mehraufwand zu bezahlen oder anzuerkennen, und integriert ihn in die Position, als wäre er immer schon dagewesen. Der Beschäftigte trägt mehr Last, ohne dass ihm mehr geboten wird als der Erhalt seines guten Rufs.

## Was der Rest des Teams lernt

Das Problem betrifft nicht nur denjenigen, der die doppelte Last trägt. Die anderen beobachten und lernen. Wenn Einsatz zu mehr Arbeit und weniger Beförderung führt, ist die rationale Antwort, beschäftigt auszusehen, ohne Probleme zu lösen. Ein Unternehmen, das Einsatz mit Mehrarbeit belohnt, sollte sich nicht wundern, wenn das Team weniger leistet.

Die eigentliche Frage ist, ob das an schlechten Führungskräften liegt oder an einem System, das Sichtbarkeit rentabler macht als Problemlösung. In vielen Fällen verstärkt sich beides gegenseitig. Jede arbeitsrechtliche Entscheidung dieser Art sollte mit einem Personalberater oder einem Rechtsberater besprochen werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (7 Antworten).

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