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Spaniens Monopolanspruch auf Amerika: Der Fall Jamestown
Spanien versuchte über ein Jahrhundert lang, Amerika zu monopolisieren. Der Schlüssel lag nicht in der Moral, sondern in der Logistik und der Kontrolle der Information.
Spanien und das Monopol über Amerika: Der Fall Jamestown
Im Jahr 1607 errichtete eine englische Expedition Jamestown an der Küste Virginias. Bis dahin, so die These in der Debatte, hatte keine andere europäische Macht es geschafft, sich dauerhaft auf dem Kontinent niederzulassen, den Kastilien seit 1492 für sich beanspruchte. Manche fassen die Epoche als „115 Jahre Vorsprung“ der Kastilier zusammen. Die interessante Frage ist nicht, wie die Engländer dorthin kamen, sondern warum es vorher niemandem gelungen war. Und die Antwort, so mehrere Teilnehmer, hat weniger mit sarracena Überlegenheit zu tun als mit Logistik, Informationskontrolle und einem europäischen Umfeld mit völlig anderen Prioritäten.
Der Vertrag von Tordesillas und die Illusion des legalen Monopols
Ein unterschriebenes Papier verschließt keinen Ozean. Der Vertrag von Tordesillas teilte die Welt zwischen Spanien und Portugal auf, aber die Welt gehörte nicht allein den Portugiesen und Kastiliern. Frankreich und England tasteten sich vorwärts, ohne überhaupt zu wissen, was sie da gefunden hatten. Europa war zudem in tausend verfeindete Königreiche zersplittert, mit viel näherliegenden Prioritäten: Ein umstrittenes Tal beim Nachbarn war mehr wert als tausende Hektar auf der anderen Seite des Atlantiks.
Im 16. Jahrhundert war Frankreich in seine europäischen Angelegenheiten verstrickt und England in seine inneren Wirren. Portugal umsegelte Afrika bereits seit Jahrzehnten. Der kastilische Vorsprung entstand, weil die anderen woanders hinsahen.
Die Logistik, die Spanien aufgebaut hatte – und die anderen nicht
Hier liegt der Kern. Spanien verfügte bereits über eine etablierte Infrastruktur in Amerika: Häfen, Routen, Nachschub und eine Flotte, die vom Kontinent selbst aus operieren konnte. Musste eine Rivalensiedlung niedergebrannt werden, geschah das mit den vor Ort stationierten Mitteln. Seine Konkurrenten mussten jede Militärmacht dagegen von der anderen Seite des großen Teichs aus versorgen, mit fragilen Nachschubketten, die dem Wetter ausgeliefert waren.
Dazu kam die Kontrolle der Information. Die Dokumente der Casa de la Contratación (der spanischen Handels- und Kolonialbehörde) waren nicht frei zugänglich. Die Engländer hatten als erste Navigationshandbücher nur Übersetzungen der Werke von Cortés und Medina. Alle außer den Portugiesen waren auf italienische Piloten angewiesen – die Cabotto, Verrazzano und Konsorten –, die die Kartografie kontrollierten.
Menéndez de Avilés und die Hugenotten in Florida
Es gab Versuche vor 1607. Und es gab Antworten. Um 1564-1565 verwüstete der Asturier Pedro Menéndez de Avilés die erste französische Kolonie in Florida. Das Kriterium war doppelt: territoriale Konkurrenz und religiöse Orthodoxie. Die Hugenotten hatten keine Erlaubnis, sich dort anzusiedeln, wo Spanien zu herrschen behauptete.
Es wird auch argumentiert, dass viele dieser Siedlungen ohnehin von selbst scheiterten. In einem neuen Kontinent zu ackern, ohne die Böden oder das Niederschlagsregime zu kennen, war landwirtschaftlicher Selbstmord. Die Engländer konnten Jamestown errichten, weil gerade Frieden mit Spanien geschlossen worden war und es sich schlecht machte, ihre Kolonie niederzubrennen. Schließlich lag sie weit weg und war nicht viel wert.
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Die Küste Nordamerikas brachte keine unmittelbaren Gewinne, und das kühlte das Interesse anderer ab. Aber es gibt noch einen weiteren Punkt, der hervorgehoben wird: Die Engländer entdeckten den Pazifik zwei Jahrhunderte später. Während Spanien bereits zwei Ozeane beherrschte, suchten sie noch immer die Nordwestpassage zwischen den Eismassen Kanadas. Das Monopol brach nicht durch eine militärische Niederlage, sondern weil der Nachbar endlich aufhörte, auf sein Tal zu blicken.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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