Spaniens Ministerpräsident und das Peter-Prinzip: Sánchez' Scheitern

Ein Artikel von Carlos Martínez Gorriarán in Vozpópuli analysiert, wie das Peter-Prinzip Sánchez' Absturz nach acht Jahren an der Macht erklärt. Hier erfahren Sie das Argument.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Peter-Prinzip besagt, dass in jeder hierarchischen Organisation Führungskräfte so lange aufsteigen, bis sie ihre Stufe der Inkompetenz erreicht haben. Auf die spanische Politik angewendet, wäre diese Stufe im Amt des Ministerpräsidenten erreicht worden, so die Analyse, die Carlos Martínez Gorriarán in Vozpópuli veröffentlicht hat.

Das Peter-Prinzip, formuliert vom kanadischen Pädagogen Laurence J. Peter, besagt, dass die Mitglieder einer hierarchischen Organisation dazu neigen, so lange aufzusteigen, bis sie ihre Stufe der Inkompetenz erreichen. Die Idee, die durch ein Buch von 1969 populär wurde, wurde auf Unternehmen, Verwaltungen und auch auf die Politik angewendet. Der Artikel von **Carlos Martínez Gorriarán** in **Vozpópuli** vom **9. Oktober 2026** vertritt die Auffassung, dass dieses Prinzip im Fall des amtierenden spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zutrifft und dass seine Stufe der Inkompetenz genau im Amt des Regierungschefs erreicht wurde.

## Die übermäßige Macht des Ministerpräsidentenamtes und die Vorgeschichte

Der Text geht von einer institutionellen These aus: Das spanische Verfassungssystem ist nicht darauf ausgelegt, einen Ministerpräsidenten zu kontrollieren, der so viel Macht anhäuft. Der Autor beschreibt das Amt des Ministerpräsidenten als eine Position mit mehr Befugnissen, wie sie einer präsidentiellen Republik eigen sind als einer parlamentarischen Monarchie. Diese Machtkonzentration, so seine Argumentation, kann aktiv oder passiv ausgeübt werden.

Als Beispiele für beide Stile nennt der Artikel **José Luis Rodríguez Zapatero**, der nach Ansicht des Autors beide Varianten praktizierte, und **Mariano Rajoy**, den er als Freund der Passivität und der Blockierung notwendiger Reformen beschreibt. Diese Blockierung, so das Argument, habe die Wählerschaft erschöpft und den Weg für Sánchez bereitet, den er als absolut aktiv im Machtmissbrauch bezeichnet.

Die Kritik erstreckt sich auch auf jene in den Medien und in der Opposition, die die Persönlichkeit und die Pläne des Ministerpräsidenten nicht rechtzeitig erkannten. Dieses Unverständnis, so der Text, habe es Sánchez ermöglicht, acht Jahre an der Macht zu bleiben und dabei Ambitionen nahezu zu verwirklichen, die der Autor als eine konföderale präsidentielle Republik beschreibt. Das Peter-Prinzip, so das Fazit dieses Abschnitts, wirke als eine natürliche Grenze, die sich nicht unbegrenzt aushebeln lässt.

## Fünf Verfahrensfehler, die das Prinzip auslösen

Der Artikel listet fünf Episoden auf, die nach Ansicht des Autors die Inkompetenz des Ministerpräsidenten offenbaren. Die erste ist die Migrationskrise in **Ceuta**. Dem Text zufolge zielte der Plan der Regierung darauf ab, Marokko zu gefallen und einen Aufstand zu provozieren, der, hätte er sich auf das Festland ausgeweitet, den Vorwand geboten hätte, Wahlen über den Ausnahmezustand zu verschieben. Der Plan sei am vorbildlichen Verhalten der Ceutíes gescheitert, an ihrer Spitze ihr Präsident **Juan Vivas**, sowie am Eingreifen Brüssels, das die Invasion einer europäischen Grenze anprangerte und die Rückführung der Migranten nach Marokko forderte.

Der zweite Fehler ist der Versuch, das Scheitern von Ceuta mit dem Wohnungsproblem zu überdecken. Der Autor vertritt die Auffassung, dass die geltende Gesetzgebung dieses Problem geschaffen habe und dass die Regierung es anlässlich einer einzigen Zwangsräumung ausgenutzt habe, ausgewählt aus den üblichen Zehntausenden. Das Management sei eine größere Katastrophe gewesen als die von Ceuta, verschärft durch die Übergabe der Angelegenheit an linksradikale Organisationen, darunter die **Sindicato de Inquilinas** (Mietergewerkschaft) und der **CJS**, den der Text als Franchise des baskischen **GKS** beschreibt.

Der dritte Fehler ist das **Ley de Amnistía** (Amnestiegesetz). Als Mittel gedacht, die Unabhängigkeitsparteien an die Regierung zu binden, habe es am Ende umgekehrt gebunden. Nach seiner Verabschiedung hätte **Junts** kein Interesse mehr daran gehabt, eine quälende Legislaturperiode zu verlängern, die seinem aufstrebenden Rivalen **Aliança Catalana** nützte. Der Schritt von Junts gegen die Wohnungsdekrete hätte die drei Misserfolge vereint: Ceuta, Wohnungsbau und Amnestie. Die Erleichterung der irregulären Einwanderung, fügt der Text hinzu, drohe die Nemesis von allen zu werden, von Junts bis zur **PNV** und der **PSOE**.

## Systemische Korruption und negative Auswahl des Personals

Der vierte Fehler ist die Korruption. Der Autor greift auf einen filmischen Vergleich zurück: In **Der Pate** wusste Vito Corleone, Nein zu Geschäften zu sagen, die den politischen Schutz der Familie riskierten. Sánchez hingegen habe seine Netzwerke zufriedengestellt, indem er die Plünderung öffentlicher Güter und die Umwandlung der Partei in eine organisierte Kriminalstruktur zuließ. Diese entfesselte, systemische Korruption, so die These, habe es der Justiz ermöglicht, in die Abwasserkanäle und Tresore der Partei einzudringen.

Der fünfte Fehler ist die Auswahl der Mitarbeiter. Der Text zitiert **Machiavelli**, der dem Fürsten riet, sich mit den besten Talenten zu umgeben und selbst zu entscheiden. Sánchez habe diesen Test laut dem Autor nie bestanden. Sein Werdegang, so die Beschreibung, habe ihn dazu geführt, Talent zu verachten und Mitarbeiter zu bevorzugen, die ihm alles schuldeten. Der Artikel nennt **Iván Redondo**, **Diego Rubio**, **Ábalos**, **Koldo**, **Cerdán**, **Bolaños**, **Albares**, **Marichús**, **Leire**, **Begoña Gómez**, **Pumpido**, **Marlaska** und **Robles** als Beispiele für diese negative Auswahl.

Diese negative Auswahl, so die Argumentation des Textes, sei das Ergebnis einer Strategie, die die PSOE nach der Niederlage von **Felipe González** verfolgte. Die Schlechtesten auswählen und systematisch subtrahieren führt zur Null. Der Autor schließt mit einer Warnung: Das Peter-Prinzip werde das Ende von Sánchez bringen, doch in der Zwischenzeit häufe er, so heißt es, giftigen Müll ohne Ende an.

## Eine meinungsstarke Analyse über das Ende eines Zyklus

Der Artikel von Martínez Gorriarán ist ein Meinungsbeitrag, keine akademische Analyse. Seine Aussagen über Absichten, geheime Pläne und persönliche Bewertungen sind Interpretationen des Autors, keine bewiesenen Fakten. Das Peter-Prinzip hingegen ist eine Theorie, die 1969 von Laurence J. Peter und Raymond Hull formuliert wurde und von Ökonomen und Soziologen diskutiert und relativiert worden ist. Sie auf eine konkrete Amtszeit anzuwenden impliziert ein politisches Urteil, das der Leser teilen kann oder nicht.

Was der Text jedoch bietet, ist ein Rahmen, um ein wiederkehrendes Argument in der spanischen öffentlichen Debatte zu verstehen: die Idee, dass das institutionelle System nicht genügend Gegengewichte für einen Ministerpräsidenten mit parlamentarischer Mehrheit und Kontrolle über die Partei besitzt. Diese Diskussion, mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen, wird seit Jahren geführt. Der Artikel ordnet sie in eine klassische Verwaltungstheorie ein und nutzt sie, um das politische Ende von Sánchez vorherzusagen. Wie jede politische Prognose sollte man sie mit Vorsicht betrachten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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