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Spaniens Mindesteinkommen übersteigt den häufigsten Lohn um 20 Prozent
Das spanische Mindesteinkommen IMV übersteigt den häufigsten Lohn um 20 %, während 37 % der Arbeitnehmer den Mindestlohn oder weniger verdienen. Die Airef warnt vor Fehlanreizen und den Kosten von…
Das Mindesteinkommen in Spanien zahlt inzwischen mehr als der häufigste Lohn
Das Ingreso Mínimo Vital (IMV, das spanische Mindesteinkommen) für einen einzelnen Erwachsenen erreicht 733,60 Euro monatlich. Gleichzeitig liegt der häufigste Lohn in Spanien unterhalb dieser Zahl, so weit, dass das IMV ihn um 20 % übersteigt. Das Paradox lässt sich mit einer Rechnung zusammenfassen, die in der Debatte kursiert: Mehr als die Hälfte der Empfänger bezieht die Leistung seit über drei Jahren, und 37 % der spanischen Arbeitnehmer verdienen den Mindestlohn oder sogar weniger. Das Ergebnis ist eine Schere, die die Jobsuche entmutigt und den Sozialstaat unter Druck setzt.
Die Airef (die unabhängige spanische Finanzüberwachungsbehörde) warnt: Das IMV entmutigt die Arbeitssuche. Ein Experiment des Rathauses von Barcelona mit monatlichen Zahlungen an Familien über 24 Monate ergab, dass die Empfänger eine um 22 % geringere Wahrscheinlichkeit hatten zu arbeiten als die Kontrollgruppe. Sechs Monate nach Erhalt des Geldes blieben die Beschäftigungsquoten niedrig, und es gab keinen Hinweis auf eine Verbesserung der sozialen oder bildungsbezogenen Teilhabe. Zudem kann die Leistung nach der Erhöhung um 11,4 % im Januar unbefristet bezogen werden.
Der stille Kollaps der öffentlichen Finanzen
Sieben Millionen Menschen erhalten eine Art Subvention, mit Kosten von 28.500 Millionen Euro. Die Zahl passt auf den ersten Blick nicht: Sieben Millionen mal 1.000 Euro im Monat mal 12 Monate ergibt 84.000 Millionen, nicht 28.500. Die Diskrepanz deutet darauf hin, dass der Durchschnittsbetrag deutlich niedriger ist oder dass die Rechnung heterogene Posten einschließt. Wie auch immer: 19,3 Millionen Bürger sind bereits von einer Leistung, einer Rente oder einem öffentlichen Gehalt abhängig, und 3,36 Millionen leben von einer nicht beitragsbezogenen Leistung.
Das spanische IMV ist großzügiger als das französische und das deutsche, senkt die Armut aber weniger als in anderen europäischen Ländern: nur um 23,2 %. Der internationale Vergleich hinterlässt eine unbequeme Erkenntnis: Das System verteilt Geld, korrigiert aber die Ausgrenzung nicht. Währenddessen übersteigt die Zahl der Menschen, die weder arbeiten noch Arbeit suchen, 17,4 Millionen. Und fast 60 % der Gastronomie- und Bauunternehmen finden keine Arbeitskräfte, mit 95.000 offenen Stellen im Bau und Löhnen von bis zu 36.000 Euro jährlich.
Die Falle des 20-Stunden-Vertrags
Der Arbeitsmarkt drängt in die entgegengesetzte Richtung. Ein Standardvertrag in vielen Branchen umfasst 20 bis 28 Stunden pro Woche, was Gehälter von 700 bis 800 Euro bedeutet. Die Wahl ist einfach: für 700 Euro arbeiten oder das IMV ohne Arbeit beziehen. Die Rechnung ist keine Meinung: Sie ist die Arithmetik, die erklärt, warum das IMV die Arbeitssuche entmutigt. Hinzu kommen kombinierbare Leistungen —der soziale Strombonus, Mietzuschüsse, Schulkantinen— die das tatsächliche Einkommen einer Familie mit Kindern auf über 1.400 Euro monatlich anheben.
Die Debatte über Einwanderung und Leistungen kreuzt sich mit der vorherigen. Es wird argumentiert, dass Regularisierung und Familiennachzug die Zahl der Empfänger erhöhen könnten und dass sich der illegale Aufenthalt in Regionen wie Navarra nicht auf den Bezug der Renta Garantizada (des garantierten Einkommens der Region Navarra) auswirkt. Das sind Behauptungen, die in der öffentlichen Debatte kursieren, keine bewiesenen Fakten. Fakt ist: Das IMV ist die einzige Leistung, die Spanier und Ausländer gleichermaßen erhalten, und die nicht beitragsbezogenen Renten übersteigen bereits 3,36 Millionen Empfänger.
Der Rentner, der weniger bekommt als jemand, der nicht arbeitet
Der unbequemste Vergleich ist der mit Selbstständigen: Sie erhalten eine Rente, die 700 Euro niedriger ist als die von Angestellten, unterhalb des Mindestlohns. Währenddessen erreicht das IMV für einen Erwachsenen mit drei Kindern 1.400 Euro. Das Ergebnis ist eine Umkehrung der Anreizskala: Ein Leben lang arbeiten und einzahlen kann zu einer niedrigeren Rente führen als die Leistung, die jemand erhält, der nicht arbeitet. Der Sozialstaat ruht auf einer schmaler werdenden Basis: weniger Beitragszahler, mehr Empfänger und eine ständig wachsende Schuldenlast.
Die offene Frage lautet nicht, ob das IMV notwendig ist, sondern wie lange das Gleichgewicht gehalten werden kann. Mit 19,3 Millionen Menschen, die von öffentlichen Transferleistungen abhängig sind, und einer Erwerbsbevölkerung, die die offenen Stellen nicht füllt, geht die Rechnung nicht auf. Die Debatte über die Sozialleistungen ist keine sarracena: Sie ist Arithmetik. Und die Arithmetik lässt, anders als Reden, keine Änderungsanträge zu.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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