Spaniens Lotterien verschweigen Schicksal von 3,5 Mrd. Euro Gewinnrücklagen

SELAE erklärt dem Kongress nicht die Verwendung von 3.539 Millionen Euro unverteilten Gewinnen, trotz einer Anfrage vom Mai 2025, die der Rechnungshof moniert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der staatliche Lotteriebetreiber SELAE (Sociedad Estatal Loterías y Apuestas del Estado) verweigert weiterhin Auskünfte zu den 3.539 Millionen Euro an unverteilten Gewinnen, die die Gemischte Kommission für die Beziehungen zum Rechnungshof angefordert hatte. Diese genehmigte das Ersuchen am 18. Mai 2025. Das Kontrollorgan dokumentiert dies in seinem Nachverfolgungsbericht über Empfehlungen mit Daten bis Juli.

Die SELAE lässt die Anfrage der Gemischten Kommission des Kongresses bezüglich der Verwendung von **3.539 Millionen Euro** an unverteilten Gewinnen unbeantwortet. Die Anfrage wurde am **18. Mai 2025** genehmigt und am 15. Juli desselben Jahres im Staatsanzeiger (BOE) veröffentlicht. Fast anderthalb Jahre später stellt der Nachverfolgungsbericht über die an das öffentliche Unternehmen gerichteten Empfehlungen, genehmigt am **29. Oktober** mit Daten bis Juli, fest, dass Lotterías noch immer keine Antwort gegeben hat.

## Was Lotterías behauptet und warum der Rechnungshof es ablehnt

Das Unternehmen gibt an, die Methodik zur Berechnung dieser Zahl nicht zu kennen und bezweifelt, dass unverteilte Gewinne eine geeignete rechtliche oder buchhalterische Kategorie darstellen. Sein Argument unterscheidet zwischen nicht abgehobenen und nicht eingeforderten Gewinnen. Es weist darauf hin, dass nach Ablauf der gesetzlichen Frist zur Abholung die Beträge an die Staatskasse zurückfallen und als sonstige betriebliche Erträge verbucht werden.

Der Rechnungshof ist der Ansicht, dass diese Erklärung die parlamentarische Forderung nicht erfüllt. Die Anfrage beschränkte sich nicht auf den Betrag; sie verlangte auch Aufschluss darüber, wie diese Summen bearbeitet und nach welchen Kriterien sie erfasst werden. Laut dem Kontrollorgan deckt die Antwort der Gesellschaft keines dieser Aspekte ab.

## 519 Vorgänge ohne Belegdokumentation

Die Prüfung enthält eine weitere Warnung. Der Rechnungshof hat **519 Vorgänge** aus dem Zeitraum 2023–2025 identifiziert, bei denen die Belegdokumentation fehlt oder unvollständig ist. Der zugehörige Betrag beläuft sich auf **14,79 Millionen Euro**, bei einem Gesamtvolumen ausgezahlter Hauptgewinne von über 6.860 Millionen Euro.

Die SELAE ist verpflichtet, die Identität der Empfänger nachzuweisen und die Auszahlung anhand der Original-Lose oder Quittungen zu belegen. Wenn diese Dokumentation nicht vorgelegt wird, bestehen vertragliche Möglichkeiten, die Rücküberweisung der Beträge von den Finanzinstituten zu verlangen. Der Rechnungshof hinterfragt, warum das Unternehmen dieses Recht nicht wahrgenommen hat, und argumentiert, dass der Verzicht auf die Einforderung bedeutet, auf Einnahmen zu verzichten, auf die man Anspruch hätte. Lotterías vertritt eine restriktivere Lesart: Eine Rücküberweisung sei nur geboten, wenn Hinweise auf eine unberechtigte Zahlung vorliegen. Man habe nur vier Fälle identifiziert, in denen potenziell ungültigende Voraussetzungen vorliegen könnten.

## Vorfälle sinken von 7,84 % auf 0,31 %

Nicht alles ist Kritik. Der Bericht verzeichnet eine deutliche Verbesserung im Zahlungsmanagement. Die Vorfälle sanken von **7,84 %** der Vorgänge im Zeitraum 2019–2022 auf **0,31 %** zwischen 2023 und 2025. Gemessen am Wert fiel ihr Anteil von 8,18 % auf 0,22 %.

Diese Entwicklung spiegelt eine klare Reduzierung der festgestellten Probleme wider. Dennoch sieht das Kontrollorgan Klärungsbedarf beim Vorgehen, wenn Finanzinstitute die geforderte Dokumentation nicht liefern.

## Künstliche Intelligenz gegen Geldwäsche

Das Dokument verzeichnet auch Fortschritte bei der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die SELAE hat ihre Kontrollen, die Zusammenarbeit mit dem **SEPBLAC** (spanische Finanzaufsichtsbehörde) und die Prüfverfahren verstärkt. Zu den getesteten Tools gehört ein Proof-of-Concept basierend auf künstlicher Intelligenz und Machine-Learning-Techniken zur Erkennung risikoreicher Transaktionen, das laut Berichtsdaten eine Genauigkeit von **99,9 %** und eine Präzision von **99,45 %** erreicht.

Der Ball liegt nun bei Lotterías: zu erklären, was mit diesen 3.539 Millionen Euro geschieht. Und nebenbei klarzustellen, warum es nicht einfordert, was der Rechnungshof für einforderbar hält. Es sei daran erinnert, dass jede Interpretation buchhalterischer oder vertraglicher Verpflichtungen eines öffentlichen Unternehmens Sache der zuständigen Behörden ist, nicht dieses Textes.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (6 Antworten).

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